Zwiebelkrise in Ybytymí, Paraguay: Bauern kämpfen gegen Marktversagen und Schmuggel
- Redaktion

- 31. Okt. 2025
- 2 Min. Lesezeit

In der landwirtschaftlich geprägten Region Ybytymí östlich der Landeshaupstadt Asuncion, stehen hunderte Zwiebelbauern vor einer existenziellen Krise. Trotz einer erfolgreichen Ernte bleiben die Lager voll – Absatzmärkte fehlen, Preise sind im Keller, und der Schmuggel aus Nachbarländern verschärft die Lage.
Überproduktion trifft auf fehlende Nachfrage
Laut Berichten von ABC Color und Wochenblatt lagern über 4.000 Säcke Zwiebeln unverkauft in Scheunen. Weitere Mengen warten noch auf die Ernte. Die Bauern berichten, dass sie für ihre Ware nur etwa 2.500 Guaraníes pro Kilo erhalten – während Supermärkte das Dreifache verlangen.

„Wir arbeiten sieben Monate, und andere machen den Gewinn in einer Woche“, klagt Rodrigo Silveira, ein betroffener Landwirt (Wochenblatt, 31.10.2025).
Schmuggel als Hauptproblem
Der Bürgermeister von Ybytymí, zitiert von Megacadena, macht den illegalen Import von Zwiebeln aus Argentinien und Brasilien für die Marktsättigung verantwortlich. Die Bauern fordern vom Landwirtschaftsministerium (MAG) sofortige Maßnahmen, darunter verstärkte Zollkontrollen und ein temporäres Importverbot.
Proteste und Blockaden
Wie Frontera Seca News berichtet, planen die Produzenten Straßenblockaden, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Sie fordern faire Preise, Transparenz im Handel und staatliche Unterstützung.

Stimmen aus der Landwirtschaft
Die Federación Nacional Campesina (FNC) fordert laut Agrolatam eine Priorisierung der lokalen Produktion und kritisiert die Regierung für Untätigkeit. Auch in anderen Regionen wie San Pedro (La Voz del Norte) leiden Zwiebelbauern unter ähnlichen Bedingungen.
Kostenstruktur
Produktionskosten pro Sack: ca. 30.000 G.
Ernte & Transport: ca. 10.000 G.
Verkaufspreis: oft unter 25.000 G. → Verlustgeschäft
Mennonitische Bauern aus dem Norden Paraguay sind glücklicher Weise noch in einer besseren Lage. Laut Aussage aus den Kolonien wurden bis zu 50.000 Kilo pro Hektar geerntet. Auch sind die mennonitischen Bauern mit dem erzielten Verkaufspreisen von 3.000 Guaranies pro Kilogramm Zwiebel zufrieden und können damit auch ihre Produktionskosten decken.
Fazit
Die Zwiebelkrise in Ybytymí ist ein Spiegelbild struktureller Probleme in Paraguays Agrarsektor: fehlende Marktregulierung, unkontrollierter Schmuggel und mangelnde Unterstützung für Kleinbauern. Ohne rasche politische Maßnahmen droht vielen Familien der wirtschaftliche Ruin.
📚 Quellen
Wochenblatt
ABC Color
Megacadena
Frontera Seca News
Agrolatam
La Voz del Norte




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