Tragischer Vorfall in mennonitischer Kolonie
- Redaktion

- 7. Sept. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 8. Sept. 2025

Ein schockierender Vorfall erschüttert die mennonitische Kolonie "Primavera" in der Region Chiquitania, Bolivien. Der 20-jährige Benjamin Klassen wurde am 31. August, nach einem Streit unter Jugendlichen, tot aufgefunden. Dieses Ereignis hatte großes mediales Interesse erzeugt, wobei betroffene Familie sich eigentlich eine ruhige Abwicklung im Rahmen der Kolonie gewünscht hat.
Laut der Autopsie starb Benjamin Klassen durch Ersticken infolge von Strangulation. Die Ermittlungen der Fuerza Especial de Lucha Contra el Crimen (Felcc) führten zur Festnahme von acht Personen aus derselben Kolonie, darunter zwei Minderjährige. Der mutmaßliche Haupttäter ist ein 18-jähriger Koloniebewohner, der laut Polizei „vollständig identifiziert“ wurde.
Laut Berichten der Koloniebewohner kam es bereits am Freitag den 29. August zu Streit unter Jugendlichen. Grund für den Streit war ein Foto, welche von der Braut von Benjamin Klassen gemacht worden ist, und über die sozialen Medien verbreitet wurde. Der Streit darüber konnte unter den Beteiligten nicht geschlichtet werden. So kam es bereits am Freitag unter den Jugendlichen zu der Drohung, sich zu rächen, was dann am Sonntag Abend, den 31. August zum Tode von Benjamin Klassen führte.
Ein Zeuge berichtete, dass Benjamin Klassen am Sonntagabend das Haus seiner Freundin verließ und auf dem Heimweg von einer Gruppe Jugendlicher aus der Kolonie abgefangen wurde. Die Jugendlichen die Benjamin abgefangen hatten, standen unter Alkoholeinfluss. Im Verlauf der Auseinandersetzung wurde Benjamin geschlagen und schließlich erwürgt. Anschließend wurde sein Körper in eine Gefriertruhe gelegt, offenbar mit dem Plan, ihn bis Mittwoch aufzubewahren und dann heimlich zu beerdigen.

Der Stiefvater des Opfers zeigte sich tief erschüttert und berichtete wie der Pferdewagen von Benjamin nach Hause gebracht wurde. Dieses führte dann dazu, dass nach Benjamin gesucht wurde.

Die Verdächtigen Jugendlichen befinden sich derzeit in Polizeigewahrsam in San José de Chiquitos und sollen in Kürze nach Santa Cruz de la Sierra überstellt werden, wo sie einem Haftrichter vorgeführt werden.
Der Bruder von Benjamin sprach in einem Interview darüber, dass sie als Familie, trotz aller Trauer nicht wollen, dass die an diesem Vorfall beteiligten Jugendlichen ins Gefängnis geschickt werden sollen. Vielmehr ist es der Wunsch der Familie diesen Vorfall in aller Stille in der Kolonie zu regeln, da die verantwortlichen Jugendlichen geständig sind.

Dieser Vorfall hat in der Kolonie große Bestürzung ausgelöst. Viele Bewohner der Kolonie kamen zu der Begräbnisfeier und gaben Benjamin Klassen das letzte Geleit.
Möge dieser Vorfall, der ein junges Leben beendet hat, ein Weckruf für unser mennonitisches Volk sein, dass wir uns wieder mehr auf das friedliche, gewaltlose Leben besinnen, welches unsere Vorväter uns vorgelebt haben und von welchem wir auch in Jesus Christus ein vollkommenes Vorbild haben.

Informationen aus der lokalen Presse und sozialen Medien




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