Tiefe Trauer in der Kolonie Sommerfeld: Drei junge Mennoniten sterben bei schwerem Unfall
- Redaktion

- 27. März
- 2 Min. Lesezeit

Die mennonitische Kolonie Sommerfeld im Departement Caaguazú steht unter Schock. Am Sonntag, 22. März 2026, kam es im Bereich Campo 5 im Distrikt Dr. Juan Eulogio Estigarribia zu einem schweren Zusammenstoß zweier Pick-ups. Nach der offiziellen Mitteilung des paraguayischen Ministerio Público starben dabei drei 16-jährige Jugendliche, drei weitere Personen wurden verletzt. Paraguayische Medien berichten, dass eine Toyota Hilux und eine Volkswagen Amarok an dem Unfall beteiligt waren.

Besonders erschütternd ist, dass die drei Todesopfer aus derselben mennonitischen Verwandtschaft stammten und in der Kolonie Sommerfeld lebten. Die Verletzten wurden nach Medienangaben zunächst in das Hospital Luz y Vida gebracht. Offiziell gesichert ist bislang vor allem, dass Staatsanwaltschaft und Kriminaltechnik den genauen Unfallhergang weiter untersuchen.

Nach Informationen aus der Kolonie, die inzwischen auch von paraguayischen Medien aufgegriffen wurden, kursiert zusätzlich die Version, dass es sich um das sogenannte „Juego de la Gallina“ gehandelt haben könnte – ein gefährliches Mut- oder Kraftspiel im Straßenverkehr. Dabei rasen zwei Fahrer direkt aufeinander zu oder fordern sich an einer Kreuzung heraus; wer zuerst bremst oder ausweicht, gilt als „Gallina“, also als Feigling. Die zuständige Staatsanwältin Sonia Estigarribia sagte laut ABC Color, diese Möglichkeit könne derzeit weder bestätigt noch ausgeschlossen werden. Sie betonte zugleich, dass die Ermittlungen noch am Anfang stünden.
Gerade deshalb ist in der Berichterstattung Zurückhaltung wichtig: Das Ministerio Público bestätigt bisher die laufenden Ermittlungen, nennt in seiner offiziellen Mitteilung aber keine gesicherte Ursache für den Zusammenstoß. Fest steht nur, dass die Behörden den Ablauf nun Schritt für Schritt rekonstruieren. Die Version vom „Juego de la Gallina“ ist damit bislang eine im Raum stehende Vermutung, aber noch kein bewiesener Befund.
Für Sommerfeld ist das Unglück ein besonders schwerer Schlag. Die Kolonie hatte erst 2023 ihr 75-jähriges Bestehen gefeiert; damals waren nach einem Bericht von Menno-Welt Hunderte Menschen aus der Kolonie an den Vorbereitungen beteiligt. Umso tiefer trifft der Verlust nun eine Gemeinschaft, in der viele Familien, Gemeinden und Alltagsbeziehungen eng miteinander verbunden sind.
Quellen:
Ministerio Público Paraguay, 23.03.2026;
ABC Color, 23.03.2026;
Menno-Welt, 05.08.2023.




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