Campo Loa: Mennonitische Wasserpraxis wird zum Vorbild für den Chaco
- Redaktion

- vor 19 Stunden
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Campo Loa / Mariscal Estigarribia. Im paraguayischen Chaco ist Wasser eine Lebensfrage. In der indigenen Gemeinschaft Campo Loa wurde deshalb ein modernes System zur Regenwassergewinnung gebaut, das heute als Referenzprojekt für weitere Wasservorhaben gilt. Besonders bemerkenswert: Die Anlage orientiert sich ausdrücklich an der bewährten Wasserwirtschaft der mennonitischen Kolonien im zentralen Chaco.

Das Projekt wurde vom paraguayischen Ministerium für öffentliche Arbeiten und Kommunikation, MOPC, mit Unterstützung der Entwicklungsbank Lateinamerikas und der Karibik, CAF, umgesetzt. Es soll rund 3.000 Bewohner versorgen. Die Anlage war Mitte 2024 fertiggestellt und befand sich anschließend in der Phase technischer Tests zur Übergabe an die Gemeinschaft.
Regenwasser sammeln wie in den mennonitischen Kolonien
Das System folgt einem Prinzip, das die Mennoniten im Chaco seit Jahrzehnten anwenden: Regenwasser wird großflächig gesammelt, in Reservoiren gespeichert, aufbereitet und sparsam genutzt. Diese Handhabe entstand aus der Notwendigkeit, in einer trockenen Region mit langen Dürrezeiten, salzigem Grundwasser und großen Entfernungen zu Flüssen zu bestehen.

Das MOPC verwies selbst darauf, dass die Methode von den mennonitischen Kolonien der Zone inspiriert ist. Damit wurde keine fremde Technik einfach übertragen, sondern eine im Chaco erprobte Praxis aufgenommen und für eine indigene Gemeinschaft nutzbar gemacht.
Die Anlage in Campo Loa
Zur Anlage gehören 14 Hektar Wasserernteflächen, über die Regenwasser gezielt in Speicherbecken geleitet wird. Ein erstes Reservoir fasst etwa 10.000 Kubikmeter, das Hauptreservoir rund 45.000 Kubikmeter. Hinzu kommen eine Wasseraufbereitungsanlage und Tanks für behandeltes Wasser.

Damit soll Campo Loa auch während längerer Trockenzeiten Zugang zu nutzbarem Wasser erhalten. Für viele abgelegene Gemeinschaften im Chaco ist das ein entscheidender Fortschritt, da sie in Dürrezeiten oft auf Wassertransporte angewiesen sind.
Vom Pilotprojekt zur Blaupause
Die Vorbereitungen begannen 2023, Anfang 2024 wurde das Projekt als Pilotvorhaben umgesetzt. Bereits im Februar 2024 lag der Baufortschritt bei rund 70 Prozent. Mitte 2024 waren die wichtigsten Bauteile abgeschlossen.
Inzwischen wird Campo Loa als Modell für weitere Projekte betrachtet. Für die indigene Gemeinschaft Cacique Sapo im Departement Boquerón wurde bereits ein ähnliches Makro-Wassersammelsystem angekündigt. Dabei verwiesen paraguayische Berichte ausdrücklich auf die erfolgreiche Erfahrung in Campo Loa.
Bedeutung für den Chaco
Das Projekt zeigt, dass die Lösung für Wasserprobleme im Chaco nicht allein in großen Fernleitungen liegen muss. Lokale Systeme, die Regenwasser sammeln und speichern, können schneller, robuster und besser an die Landschaft angepasst sein.

Zugleich wird sichtbar, welchen praktischen Beitrag die mennonitischen Kolonien für die Region geleistet haben. Ihre Wasserwirtschaft entstand aus harter Pioniererfahrung. Heute dient sie als Vorbild für staatliche und internationale Projekte.
Campo Loa zeigt damit einen wichtigen Weg für den Chaco: regionale Erfahrung nutzen, Wasser bewahren und Gemeinden unabhängiger durch die Trockenzeiten bringen.
Quellen:
MOPC Paraguay: Arrancaron las pruebas finales para la entrega del sistema de Macrocaptación para la comunidad indígena de Campo Loa – Chaco Paraguayo.
Wichtigste Quelle zum aktuellen Stand Mitte 2024: Fertigstellung, technische Tests, Bestandteile der Anlage und Hinweis auf die Orientierung an der mennonitischen Praxis.
ABC Color: Chaco: avanza novedoso proyecto de captación de agua en Campo Loa. 26. Februar 2024.
Quelle zum Baufortschritt von 70 %, zur Finanzierung über CAF, zur Zahl von rund 3.000 Begünstigten und zur Lage in Mariscal Estigarribia.
Última Hora: Chaco: Sistema de macrocaptación de agua, en etapa final.
Bestätigt die technischen Daten: 14 Hektar Wasserernteflächen, Reservoir mit 10.000 m³, Hauptreservoir mit 45.000 m³, Wasseraufbereitung und Tanks.
La Nación Paraguay: Comunidad indígena del Chaco a punto de contar con agua todo el año. 26. Februar 2024.
Ergänzende Quelle zu Aufbau, Zielsetzung und technischen Angaben des Projekts.
RCC Paraguay: Cacique Sapo contará con un nuevo sistema de macrocaptación que beneficiará a más de 1.000 personas en Boquerón. 1. Dezember 2025.
Wichtig für den aktuellen Stand: Campo Loa wird als erfolgreiche Erfahrung genannt und dient als Vorbild für weitere Projekte im Chaco.
MOPC Paraguay: Cacique Sapo contará con un nuevo sistema de captación de agua. 1. Dezember 2025.
Staatliche Bestätigung, dass das Modell der Makro-Wassersammlung auf weitere indigene




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