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Viehdiebstahl in Nueva Durango: Mennonitische Landwirte fordern mehr Schutz

Festnahme des Viehdiebes durch die örtliche Polizei
Festnahme des Viehdiebes durch die örtliche Polizei

Nueva Durango/Canindeyú. Ein neuer Fall von Viehdiebstahl beunruhigt die mennonitische Kolonie Nueva Durango im Departement Canindeyú. Nach Angaben von ABC Color ereignete sich der Vorfall am 5. April 2026 auf der Estancia La Esperanza im Bereich Campo 22, Distrikt Maracaná.


Der sogenannte Abigeato, also der Diebstahl von Rindern, bleibt für landwirtschaftliche Gemeinden in Paraguay ein ernstes Problem. Besonders hart trifft er Bauernfamilien, deren Lebensunterhalt von Viehzucht, Milchproduktion und Fleischwirtschaft abhängt.


Überreste eines durch Viehdiebe geschlachteten Rindes, Archivbild
Überreste eines durch Viehdiebe geschlachteten Rindes, Archivbild

Nach Darstellung der Ermittler soll es sich um eine organisierte Gruppe gehandelt haben. Einige Beteiligte sollen Tiere getötet und zerlegt haben, andere seien für Transport und Verkauf des Fleisches zuständig gewesen. Hinweise kamen offenbar auch durch Fotos indigener Bewohner der Gegend zustande.


Gestohlenes Fleisch, welche im Fahrzeug des Diebes sicher gestellt wurde
Gestohlenes Fleisch, welche im Fahrzeug des Diebes sicher gestellt wurde

Am 6. April durchsuchte die Polizei ein Gebiet im Quinto Encuadre. Dabei wurde der 60-jährige Francisco Cabral Balbuena festgenommen. Außerdem stellten die Beamten eine verdächtige Pick-up-Ladefläche, mindestens 162 Kilogramm Fleisch sowie Schusswaffen sicher. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage wegen Abigeato und Verstoßes gegen das Waffengesetz.


Für Unmut sorgte die Entscheidung des Richters, dem Beschuldigten Hausarrest zu gewähren. Der zuständige Staatsanwalt kündigte Berufung an. Die Kommission zur Verteidigung der Agro-Viehzüchter von Nueva Durango, die laut ABC Color größtenteils aus mennonitischen Kolonisten besteht, kritisierte die Entscheidung und erklärte ihre Solidarität mit dem Opfer und den Helfern bei der Aufklärung.


Der Fall zeigt, wie verletzlich ländliche Produzenten sind. Vieh ist für viele mennonitische Familien nicht nur Besitz, sondern Grundlage der täglichen Arbeit. Wird ein Tier gestohlen und geschlachtet, entsteht nicht nur finanzieller Schaden, sondern auch Unsicherheit in der ganzen Umgebung.


Illegaler Verkauf des gestohlenen Fleisches, Archivbild
Illegaler Verkauf des gestohlenen Fleisches, Archivbild

Viehdiebstahl ist in mennonitischen Siedlungsgebieten Paraguays kein neues Problem. Schon frühere Berichte aus Río Verde, México und Loma Plata beschrieben ähnliche Fälle. Der aktuelle Vorfall in Nueva Durango macht jedoch deutlich, dass Abigeato weiterhin eine ernste Sicherheitsfrage für ländliche Gemeinden bleibt.


Die betroffenen Produzenten erwarten nun konsequente Ermittlungen und einen verlässlicheren Schutz. Denn wo ehrliche Arbeit nicht geschützt wird, leidet das Vertrauen in Recht und Ordnung.


Quellen:

  • ABC Color, 11. April 2026: Fall Estancia La Esperanza, Campo 22, Nueva Durango; Festnahme, Fleischfund, Waffen, Hausarrest und angekündigte Berufung.

  • ABC Color / ältere Berichte: Historische Einordnung zu Viehdiebstahl in Río Verde, México und mennonitisch geprägten Gebieten.

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