Schüler lernen Hilfsbereitschaft durch praktisches Helfen
- Redaktion

- vor 2 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 1 Tag

In abgelegenen Dorf Rejátare ist Wasser kein selbstverständlicher Teil des Alltags. Wer dort trinken, kochen oder waschen will, muss das Wasser oft aus tiefen Schluchten oder von einem weit entfernten Fluss holen.
In der Sierra Tarahumara, hoch in den Bergen des mexikanischen Bundesstaates Chihuahua, liegt das abgelegene Dorf Rejátare. Es befindet sich auf einer kleinen Hochebene in der Bergkette der Sierra Madre Occidental. Die Landschaft ist eindrucksvoll und schön, doch das Leben der Menschen dort ist schwer. Besonders der Mangel an Wasser prägt den Alltag der Dorfbewohner.

Die dort lebenden indigenen Menschen haben keinen Zugang zu fließendem Wasser. Was für uns selbstverständlich ist – den Wasserhahn aufzudrehen und sauberes Wasser zu bekommen – ist für sie mit großer Mühe verbunden. Das Wasser müssen sie aus tiefen Schluchten holen, aus Quellen oder aus einem Fluss, der weit unterhalb des Dorfes liegt.

Oft sind es die Frauen, die diese schwere Arbeit übernehmen. Mit 20-Liter-Kanistern, die sie auf dem Rücken tragen, oder mit Hilfe von Eseln machen sie sich auf den langen Weg. Das Wasser wird für alles gebraucht: zum Trinken, Kochen, Waschen und Baden. Für einen einzigen Wassertransport sind sie oft mehrere Stunden unterwegs.

Wir als Schule sahen hier eine Möglichkeit, den Menschen in Rejátare praktisch zu helfen und zugleich unseren Schülern Mitgefühl und Hilfsbereitschaft nahezubringen. Deshalb führten die Klassen der 8. bis 10. Klasse eine Hilfsaktion für das Dorf durch. Gemeinsam holten die Schüler Wasser aus demselben Fluss, aus dem auch die Dorfbewohner ihr Wasser schöpfen. Anschließend wurden die gefüllten Kanister mit Fahrzeugen hinauf in das abgelegene Dorf gebracht.

Für uns war diese Aktion vielleicht nur ein kleiner Dienst. Wir mussten einen Tag investieren, Kanister füllen, sie verladen und ins Dorf bringen. Doch für die Menschen in Rejátare bedeutete diese Hilfe sehr viel. Sie bekamen Wasser, ohne selbst den beschwerlichen Weg in die Schlucht gehen zu müssen. Besonders deutlich wurde uns dabei, wie groß der Unterschied zwischen unserem Alltag und dem Leben dieser Menschen ist.

Die Aktion war aber mehr als nur eine praktische Hilfe. Sie öffnete uns die Augen für die Not anderer Menschen. Viele Dorfbewohner leben sehr einfach und haben kaum Möglichkeiten, ihre Lebenssituation aus eigener Kraft zu verbessern. Besonders eindrücklich ist, dass im Dorf niemand lesen kann. Ein Missionar, der dort einmal eine Bibel verschenken wollte, fand unter den Dorfbewohnern keinen einzigen Menschen, der sie hätte lesen können. Gerade deshalb ist es wichtig, diese Menschen nicht zu vergessen.

In einigen unserer Schüler ist durch diese Begegnung ein starkes Verlangen gewachsen, mehr für diese Menschen zu tun. Die Hilfsaktion mit den Wasserkanistern war nur ein Anfang. Unsere Hoffnung ist, dass daraus eines Tages mehr entstehen kann – vielleicht eine größere Unterstützung, vielleicht ein längerfristiges Projekt, vielleicht Hilfe, die den Menschen in Rejátare dauerhaft zugutekommt.
Wir sind dankbar, dass wir als Schule diese Erfahrung machen durften. Sie hat uns gezeigt, dass auch eine kleine Tat viel bedeuten kann. Was für uns wenig erscheint, kann für andere eine große Erleichterung sein.

Gott gebe, dass aus diesem kleinen Anfang noch mehr Gutes wachsen darf – zum Segen für die Menschen in Rejátare und auch für unsere Schüler, die lernen, mit offenen Augen und einem hilfsbereiten Herzen durch die Welt zu gehen.
Informationen von persönlichen Kontakten und der Schulleitung




Kommentare