Mennoniten helfen bei Lebensmittelhilfe für indigene Familien in der Sierra Tarahumara
- Redaktion

- 11. Juni 2023
- 2 Min. Lesezeit

Balleza. In den abgelegenen Gemeinden der Sierra Tarahumara ist die Grundversorgung für viele Familien weiterhin ein täglicher Kraftakt – besonders dann, wenn Ernten ausbleiben oder Transportwege durch Wetter und schlechte Straßen erschwert werden. In diesem Umfeld haben die Kommune Balleza und Vertreter der mennonitischen Gemeinschaft erneut gemeinsam eine Hilfslieferung organisiert: In der Ortschaft Ejido Tecorichi wurden Mais und Bohnen an besonders bedürftige Haushalte ausgegeben. Lokale Medien berichten, dass mehr als 1.200 Menschen von der Aktion profitiert haben.

Nach Angaben aus der Regionalpresse erfolgte die Übergabe in Abstimmung mit Bürgermeister Augusto Medina. Neben den Lebensmitteln seien – abhängig vom Bedarf vor Ort – auch Unterstützungen für die Wohnsituation (u. a. Material und Koch-/Heizöfen) Teil der Hilfsmaßnahmen gewesen.
Warum Mais und Bohnen so zentral sind
Mais und Bohnen gehören in vielen Gemeinden der Region zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln. Entsprechend häufig stehen genau diese Produkte im Mittelpunkt öffentlicher Hilfsprogramme – nicht zuletzt, weil sie vergleichsweise gut lager- und transportfähig sind. Auch die Landesregierung von Chihuahua berichtet für den Raum Balleza wiederholt über große Verteilaktionen (in Tonnen bzw. Paketen), die auf Ernährungssicherung und Krisenabfederung zielen.
Die Empfänger in den betroffenen Orten gehören vielfach zum Volk der Rarámuri, das in der Sierra Tarahumara beheimatet ist.
Kooperation vor Ort: Kommune, Staat – und mennonitische Netzwerke
Was an der Aktion in Tecorichi auffällt: Mehrere Berichte nennen ausdrücklich die Koordination mit der mennonitischen Gemeinschaft als Faktor, um die Hilfe in entlegene Siedlungen zu bringen. In den Artikeln wird die mennonitische Beteiligung als unterstützende Zusammenarbeit beschrieben – etwa bei Organisation, Bereitstellung und/oder Logistik der Lieferungen.
Kommunale und staatliche Stellen betonen in ihren eigenen Mitteilungen seit Jahren, dass solche Maßnahmen meist gebündelt laufen: lokale Verwaltungen, die zuständige Landesbehörde und soziale Programme arbeiten zusammen, um in kurzer Zeit viele Orte zu erreichen. Ein Beispiel ist die Arbeit der Secretaría de Pueblos y Comunidades Indígenas (SPyCI), die in Balleza u. a. die Verteilung von Mais und Bohnen an zahlreiche Gemeinden koordiniert hat.
Einordnung
Die wiederholten Verteilaktionen zeigen zweierlei: Erstens ist die Lage in Teilen der Sierra Tarahumara strukturell fragil – gerade bei Ernährungssicherheit und Infrastruktur. Zweitens funktionieren dort, wo staatliche Programme und lokale Initiativen ineinandergreifen, oft auch praktische Partnerschaften mit zivilen Akteuren. Dass mennonitische Produzenten und Nachbarn dabei punktuell unterstützen, wird in der Region offenbar zunehmend als pragmatische Ergänzung gesehen – mit dem Ziel, Hilfe schneller und zielgerichteter ankommen zu lassen.
Quellen:
El Diario de Chihuahua: Bericht über die Übergabe und Koordination
El Sol de Parral: Bericht „Benefician a más de mil 200…“
Regierung Chihuahua / DIF: Angaben zu „Juntos por la Sierra Tarahumara“ und Dürrehilfe
Instituto Nacional de los Pueblos Indígenas (INPI): Übersicht zum Volk der Rarámuri




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