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Mennoniten–Forstdienst in Russland 


Dieses Buch, geschrieben von Abraham Görz, ist vor allem eine quellennahe Darstellung: Es verfolgt, wie sich für russländische Mennoniten im Zuge der Wehrpflichtdebatte ein waffenloser Ersatzdienst herausbildete – konkret der Forst- bzw. Aufforstungsdienst. Im Mittelpunkt steht nicht „dramatische Erzählung“, sondern die nachvollziehbare Frage: Wie lässt sich Gewissensfreiheit praktisch sichern, wenn der Staat Dienstpflicht fordert? Genau diese Spannung – Prinzip und Verwaltungspraxis – wird im Text Schritt für Schritt sichtbar.


Abraham Görz
Abraham Görz

Aufbau und Charakter


Der Band arbeitet sich an den Stationen des Konflikts entlang: Petitionen, Behördenkontakte, Gespräche mit Entscheidungsträgern, die Suche nach einer organisatorisch tragfähigen Lösung – und schließlich die konkrete Ausgestaltung der Forstkommandos (Unterbringung, Einteilung, Zuständigkeiten, Kostenfragen). Das wirkt stellenweise amtlich und „lang“, ist aber zugleich das besondere Profil des Buches: Man liest die Sache nah an den Vorgängen und bekommt ein Gefühl dafür, wie Verhandlungen tatsächlich abliefen.


Was das Buch besonders stark macht


1) Hoher Quellenwert und Originalton

Die Darstellung lebt von Dokumenten und zeitnahen Berichten. Dadurch werden Argumentationsmuster, Prioritäten und Sorgen der Gemeinden greifbar – einschließlich der Frage, wie man junge Männer im Dienst geistlich begleitet und vor Entfremdung schützt. Als Zeitzeugnis ist das ausgesprochen wertvoll.


2) Konkrete Detailfülle statt bloßer Prinzipienrede

Besonders eindrücklich sind die praktischen Angaben: Regelungen, Arbeitsorganisation, finanzielle Lasten, Verantwortlichkeiten. Das macht den Band auch für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte interessant – man sieht, wie aus einem Grundsatz eine funktionierende Alltagsstruktur wird.


3) Historische Vorgänge werden nachvollziehbar „begehbar“

Die Deputationsreisen und Kontakte zu Behördenzentren (u. a. Sankt Petersburg und Odessa) geben dem Stoff eine klare Linie: Man kann Entscheidungen, Wendepunkte und Begründungen gut mitgehen – ohne dass der Text künstlich dramatisiert.


Leserfreundlichkeit und Einordnung


Wer eine moderne, stark zusammenfassende Monografie erwartet, muss sich auf eine dokumentennahe Form einstellen. Das ist weniger ein Nachteil als eine bewusste Stärke: Der Band ist ideal für alle, die „an die Quelle“ wollen. Für heutige Leser wäre als Komfort-Plus eine Zeittafel, ein Register oder ein kurzes Glossar hilfreich – am Kernwert (Quellennähe und Nachvollziehbarkeit) ändert das aber nichts.


Zielgruppe


  • Leserinnen und Leser, die sich für Mennonitengeschichte im Russischen Reich interessieren

  • Forschende zu Wehrpflicht, Gewissensfreiheit und Ersatzdiensten

  • Lokal- und Verwaltungshistoriker, die die Umsetzung politischer Entscheidungen im Alltag nachvollziehen möchten


Fazit


„Mennoniten–Forstdienst in Russland“ ist ein starkes, quellennahes Buch, das zeigt, wie ein Glaubensprinzip unter politischem Druck nicht nur verteidigt, sondern in eine tragfähige Praxis übersetzt wurde. Wer dokumentarische Dichte schätzt, erhält ein äußerst aufschlussreiches Bild von Verhandlungskunst, Gemeindeverantwortung und der Suche nach einem Weg, der Gewissen und Staatspflicht miteinander vereinbar macht.


Das Original in gothischer Schrift kann hier als pdf_Datei runtergeladen werden:


Für alle die nicht der gotischen Schrift mächtig sind, hier eine Abschritt in lateinischer Schrift:


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Mennoniten: Arbeite und hoffe
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