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La Casa 1922: Ein Stück mennonitischer Geschichte wird bewahrt

13. Okt.
7 Min. Lesezeit
Mehr als hundert Jahre hatten ihre Spuren hinterlassen. Dennoch waren selbst an der Giebelseite große Teile der ursprünglichen Holzkonstruktion sowie mehrere alte Fensteröffnungen erhalten geblieben.
Mehr als hundert Jahre hatten ihre Spuren hinterlassen. Dennoch waren selbst an der Giebelseite große Teile der ursprünglichen Holzkonstruktion sowie mehrere alte Fensteröffnungen erhalten geblieben.

Mehr als hundert Jahre nach der Ankunft der ersten mennonitischen Siedler in Chihuahua stand eines der ältesten erhaltenen mennonitischen Wohnhäuser Mexikos vor dem Ende. Das Holz war grau verwittert, Teile des Daches waren beschädigt, Fenster fehlten oder waren zerbrochen und im Inneren hatten zahlreiche Veränderungen die ursprüngliche Konstruktion verdeckt. Dennoch hatte das 1922 errichtete Haus erstaunlich viel seiner historischen Substanz bewahrt.


Das mennonitische Wohnhaus von 1922 vor seiner Rettung. Verwitterte Holzwände, beschädigte Fenster und große Fehlstellen im Wellblechdach zeigen, wie dringend eine Entscheidung über die Zukunft des Gebäudes geworden war.
Das mennonitische Wohnhaus von 1922 vor seiner Rettung. Verwitterte Holzwände, beschädigte Fenster und große Fehlstellen im Wellblechdach zeigen, wie dringend eine Entscheidung über die Zukunft des Gebäudes geworden war.

Benny Dueck erkannte den Wert des Gebäudes. Nach seinen Angaben handelt es sich um eines der beiden ältesten mennonitischen Häuser, die in Mexiko errichtet wurden. Es sei durchaus möglich, dass es sogar das erste gewesen sei. Das Holz für den Bau war 1922 aus Kanada mit einem der ersten Züge nach Mexiko gekommen. Die Internetseite der heutigen „La Casa 1922“ nennt als Baumaterial kanadische Rot-Tanne und Kiefer und gibt Campo 4 in der Manitoba-Kolonie als ursprünglichen Standort an.


Von der Giebelseite wird die für die frühen mennonitischen Häuser typische schlichte Bauform sichtbar. Trotz jahrzehntelanger Nutzung war ein großer Teil der hölzernen Außenhaut noch erhalten.
Von der Giebelseite wird die für die frühen mennonitischen Häuser typische schlichte Bauform sichtbar. Trotz jahrzehntelanger Nutzung war ein großer Teil der hölzernen Außenhaut noch erhalten.

Das alte Holzhaus mit dem später angeschlossenen Gebäudeteil. Diese Aufnahme macht deutlich, dass das historische Wohnhaus im Laufe der Jahrzehnte erweitert und verändert worden war.
Das alte Holzhaus mit dem später angeschlossenen Gebäudeteil. Diese Aufnahme macht deutlich, dass das historische Wohnhaus im Laufe der Jahrzehnte erweitert und verändert worden war.

Das Wohnhaus von 1922 und der angrenzende verputzte Gebäudeteil kurz vor Beginn der Rettungsarbeiten.
Das Wohnhaus von 1922 und der angrenzende verputzte Gebäudeteil kurz vor Beginn der Rettungsarbeiten.


Das Haus von Franz Froese


Nach den Angaben von Benny Dueck ließ Franz Froese das Haus 1922 errichten. Dueck bezeichnet ihn als ersten Vorsteher der Manitoba-Kolonie. Damit war das Gebäude nicht lediglich eines der frühen Wohnhäuser, sondern zugleich mit einem Mann verbunden, der in den Anfangsjahren Verantwortung innerhalb der neuen Siedlung trug.


Über Jahrzehnte wurde das Haus bewohnt und verändert. Die Bilder vom Zustand vor der Restaurierung zeigen noch deutlich die Spuren dieser langen Nutzung. Die ursprünglich horizontal angebrachten Holzbretter der Außenwände waren stark ausgebleicht. Das Wellblechdach war an mehreren Stellen beschädigt. Einige Fensteröffnungen waren provisorisch verschlossen, andere Fenster hatten keine Scheiben mehr.


Trotzdem fällt auf, wie gut die eigentliche Holzkonstruktion die hundert Jahre überstanden hatte. Die massiven Balken, viele Außenbretter, Teile der Dachkonstruktion und zahlreiche Dielen waren noch vorhanden.


Blick in das alte Dachgeschoss. Sparren, Dachlatten und Dielen lassen die einfache und solide Holzkonstruktion des Hauses erkennen.
Blick in das alte Dachgeschoss. Sparren, Dachlatten und Dielen lassen die einfache und solide Holzkonstruktion des Hauses erkennen.

Auch das ausgebaute Obergeschoss war im Laufe der Jahrzehnte verändert worden. Alte Dielen und Teile der ursprünglichen Konstruktion blieben jedoch erhalten.
Auch das ausgebaute Obergeschoss war im Laufe der Jahrzehnte verändert worden. Alte Dielen und Teile der ursprünglichen Konstruktion blieben jedoch erhalten.

Die offene Dachkonstruktion vor der Demontage. Zahlreiche alte Hölzer konnten beim späteren Wiederaufbau erhalten beziehungsweise als Vorbild für die Rekonstruktion genutzt werden.
Die offene Dachkonstruktion vor der Demontage. Zahlreiche alte Hölzer konnten beim späteren Wiederaufbau erhalten beziehungsweise als Vorbild für die Rekonstruktion genutzt werden.

Unter dem Putz kam das alte Haus wieder zum Vorschein


Noch deutlicher wird die Geschichte im Inneren. Die Aufnahmen zeigen Räume mit farbig gestrichenen Holzdielen, alten Türen und verputzten Wänden. An mehreren Stellen war der Putz bereits abgefallen oder bei den Arbeiten entfernt worden. Darunter kamen ältere Wandaufbauten und Teile der historischen Holzkonstruktion zum Vorschein.


Einer der Wohnräume vor der Restaurierung. Unter dem beschädigten Putz kamen ältere Wandaufbauten zum Vorschein, während die farbig gestrichenen Holzdielen noch vorhanden waren.
Einer der Wohnräume vor der Restaurierung. Unter dem beschädigten Putz kamen ältere Wandaufbauten zum Vorschein, während die farbig gestrichenen Holzdielen noch vorhanden waren.

Die Dokumentation des Hauses berichtet, dass bei der Restaurierung ältere Lehmfüllungen Stück für Stück entfernt und spätere Putzschichten abgenommen wurden, um die ursprüngliche Holzkonstruktion wieder freizulegen.


An dieser Wand lässt sich der Aufbau besonders deutlich erkennen. Unter den späteren Putzschichten erscheinen ältere Füllungen und die hölzerne Wandkonstruktion des Hauses.
An dieser Wand lässt sich der Aufbau besonders deutlich erkennen. Unter den späteren Putzschichten erscheinen ältere Füllungen und die hölzerne Wandkonstruktion des Hauses.

Gerade diese Aufnahmen machen deutlich, dass die Restaurierung nicht darin bestand, lediglich ein altes Gebäude neu anzustreichen. Zunächst musste herausgefunden werden, welche Teile tatsächlich aus dem Jahr 1922 stammten und erhalten werden konnten.


Vorbereitung auf eine außergewöhnliche Versetzung


Bevor das eigentliche Haus transportiert werden konnte, mussten die späteren beziehungsweise nicht zum transportierten Holzkern gehörenden Gebäudeteile abgetrennt werden.


Kurz vor Beginn der eigentlichen Versetzung. Das historische Holzhaus ist hier noch mit dem später errichteten verputzten Gebäudeteil verbunden.
Kurz vor Beginn der eigentlichen Versetzung. Das historische Holzhaus ist hier noch mit dem später errichteten verputzten Gebäudeteil verbunden.

Für den Transport konnte das Haus nicht in seinem damaligen Zustand bleiben. Das hohe Satteldach wurde abgenommen. Übrig blieb der rechteckige Holzkörper des Erdgeschosses.

Bild 6a: Das Dach ist bereits entfernt. Der mehr als hundert Jahre alte Holzkörper steht nun für die nächsten Arbeitsschritte frei und kann für die Versetzung vorbereitet werden.


Das ganze Haus wurde angehoben


Der spektakulärste Teil der Rettung war die Versetzung.


Anstatt das alte Haus abzureißen und an anderer Stelle nachzubauen, entschied man sich dafür, den historischen Holzkörper möglichst vollständig zu erhalten.


Schweres Gerät wird in Stellung gebracht. Nach der Entfernung des Daches beginnt die Vorbereitung, den gesamten Holzkörper vom alten Standort zu lösen.
Schweres Gerät wird in Stellung gebracht. Nach der Entfernung des Daches beginnt die Vorbereitung, den gesamten Holzkörper vom alten Standort zu lösen.

Ein großer Tieflader wird unmittelbar vor dem Haus positioniert. Auf ihm soll der historische Baukörper seine Reise zum neuen Standort antreten.
Ein großer Tieflader wird unmittelbar vor dem Haus positioniert. Auf ihm soll der historische Baukörper seine Reise zum neuen Standort antreten.

Das Haus musste zunächst vom Fundament gelöst und vorsichtig angehoben werden. Dabei durfte sich der mehr als hundert Jahre alte Holzkörper möglichst nicht verziehen.


Mit Hebevorrichtungen wird das komplette Erdgeschoss angehoben. Unter dem Haus sind bereits Träger und Unterlagen für die Aufnahme auf den Tieflader zu erkennen
Mit Hebevorrichtungen wird das komplette Erdgeschoss angehoben. Unter dem Haus sind bereits Träger und Unterlagen für die Aufnahme auf den Tieflader zu erkennen


Das Haus verlässt seinen bisherigen Standort. Ohne Dach, aber ansonsten als zusammenhängender historischer Baukörper, wird es auf dem Tieflader transportiert.
Das Haus verlässt seinen bisherigen Standort. Ohne Dach, aber ansonsten als zusammenhängender historischer Baukörper, wird es auf dem Tieflader transportiert.

Die offizielle Darstellung von „La Casa 1922“ gibt die zurückgelegte Strecke mit rund zehn Meilen, also etwa 16 Kilometern, an. Das Haus sei dabei mit Ausnahme des Daches als Ganzes transportiert worden.


Vorbei an landwirtschaftlichen Flächen und Obstplantagen fährt ein Stück mennonitischer Einwanderungsgeschichte durch Chihuahua.
Vorbei an landwirtschaftlichen Flächen und Obstplantagen fährt ein Stück mennonitischer Einwanderungsgeschichte durch Chihuahua.

Einige der eindrucksvollsten Bilder dieser Rettungsaktion zeigen das Gebäude während der Fahrt. Was 1922 mit der Eisenbahn aus Kanada nach Chihuahua gekommen war, wurde mehr als hundert Jahre später noch einmal auf eine außergewöhnliche Reise geschickt.


Ein ungewöhnlicher Anblick auf den Straßen der Region Cuauhtémoc: Das Haus von 1922 wird ohne Dach auf einem Tieflader zu seinem neuen Standort gebracht.
Ein ungewöhnlicher Anblick auf den Straßen der Region Cuauhtémoc: Das Haus von 1922 wird ohne Dach auf einem Tieflader zu seinem neuen Standort gebracht.

Am neuen Standort steht der historische Holzkörper noch auf dem Tieflader. Das vorbereitete Fundament wartet bereits auf das mehr als hundert Jahre alte Haus.
Am neuen Standort steht der historische Holzkörper noch auf dem Tieflader. Das vorbereitete Fundament wartet bereits auf das mehr als hundert Jahre alte Haus.


Millimeterarbeit am Ziel. Das Haus wird vom Transportfahrzeug auf das vorbereitete Fundament abgesenkt und genau ausgerichtet.
Millimeterarbeit am Ziel. Das Haus wird vom Transportfahrzeug auf das vorbereitete Fundament abgesenkt und genau ausgerichtet.


Am neuen Standort begann der Wiederaufbau

Am neuen Standort wurde das Haus auf das vorbereitete Fundament gesetzt. Danach begann der eigentliche Wiederaufbau.


Das Haus ist angekommen. Noch ohne Dach und mit seiner vollständig verwitterten Außenhaut steht der historische Holzkörper nun auf seinem neuen Fundament.
Das Haus ist angekommen. Noch ohne Dach und mit seiner vollständig verwitterten Außenhaut steht der historische Holzkörper nun auf seinem neuen Fundament.

Die Fotografien dokumentieren den Wiederaufbau ungewöhnlich ausführlich. Zunächst musste das große Satteldach wiederhergestellt werden.


Der Wiederaufbau des Daches beginnt. Neue Holzbretter ergänzen die historische Konstruktion und geben dem Haus langsam seine frühere Silhouette zurück.
Der Wiederaufbau des Daches beginnt. Neue Holzbretter ergänzen die historische Konstruktion und geben dem Haus langsam seine frühere Silhouette zurück.

Dabei blieb die charakteristische Form erhalten: ein langgestreckter rechteckiger Baukörper mit hohem Satteldach und einem nutzbaren Obergeschoss.


Handwerker arbeiten am neu errichteten Dachstuhl. Die hohe Dachform mit dem nutzbaren Obergeschoss ist bereits wieder deutlich erkennbar.
Handwerker arbeiten am neu errichteten Dachstuhl. Die hohe Dachform mit dem nutzbaren Obergeschoss ist bereits wieder deutlich erkennbar.

Die Dachflächen sind geschlossen. Damit hat das Haus seine charakteristische Form zurückerhalten, bevor die endgültige Blechdeckung angebracht wird.
Die Dachflächen sind geschlossen. Damit hat das Haus seine charakteristische Form zurückerhalten, bevor die endgültige Blechdeckung angebracht wird.

Anschließend erhielt das Gebäude wieder ein Metalldach. Auch die schmalen, hohen Fensteröffnungen blieben erhalten. Sie prägen bis heute das Erscheinungsbild des Hauses.


Mit der neuen Blechdeckung ist das Satteldach wieder vollständig hergestellt. Die alten Außenbretter bleiben zu diesem Zeitpunkt noch sichtbar und zeigen deutlich das hohe Alter des Gebäudes.
Mit der neuen Blechdeckung ist das Satteldach wieder vollständig hergestellt. Die alten Außenbretter bleiben zu diesem Zeitpunkt noch sichtbar und zeigen deutlich das hohe Alter des Gebäudes.

Altes Holz bleibt sichtbar


Besonderer Wert wurde darauf gelegt, die historische Substanz nicht vollständig hinter modernen Materialien verschwinden zu lassen.


Nach Angaben der Betreiber sind noch Originalfußböden aus dem Jahr 1922 sowie historische Balken erhalten. An den Hölzern seien teilweise sogar noch Bearbeitungsspuren aus der Entstehungszeit zu erkennen.


Gleichzeitig musste das Gebäude an eine heutige Nutzung angepasst werden. Dämmung, Stromversorgung und andere notwendige Einrichtungen wurden ergänzt.


Im Obergeschoss treffen Alt und Neu unmittelbar aufeinander. Historische Dielen und Teile des alten Dachstuhls wurden erhalten, während moderne Dämmung und Installationen ergänzt wurden.
Im Obergeschoss treffen Alt und Neu unmittelbar aufeinander. Historische Dielen und Teile des alten Dachstuhls wurden erhalten, während moderne Dämmung und Installationen ergänzt wurden.

Gerade dieser Gegensatz macht die Restaurierung interessant. Das Haus wirkt nicht wie ein vollständig neuer Bau im historischen Stil. An vielen Stellen kann der Besucher weiterhin erkennen, dass Teile des verwendeten Holzes seit 1922 zum Gebäude gehören.


Besonders eindrucksvoll ist die erhaltene Holzkonstruktion im Erdgeschoss. Dunkle alte Deckenbalken und historische Bretter bleiben offen sichtbar und erinnern an die Entstehungszeit des Hauses.
Besonders eindrucksvoll ist die erhaltene Holzkonstruktion im Erdgeschoss. Dunkle alte Deckenbalken und historische Bretter bleiben offen sichtbar und erinnern an die Entstehungszeit des Hauses.

Eine große Veranda ergänzt das historische Haus


Beim Wiederaufbau erhielt das Gebäude außerdem eine große überdachte Holzveranda. Sie zieht sich heute über die Vorderseite und Teile der Seiten des Hauses.


Sie gehört nicht zu den auf den frühen Zustandsbildern sichtbaren ursprünglichen Bauteilen und sollte deshalb bei einer historischen Beschreibung als Ergänzung im Zuge der Restaurierung bezeichnet werden.


Während die Restaurierung des Hauses bereits weit fortgeschritten ist, entsteht ringsum die neue Holzveranda. Sie gehört zur heutigen Nutzung und ist keine erhaltene Konstruktion von 1922.
Während die Restaurierung des Hauses bereits weit fortgeschritten ist, entsteht ringsum die neue Holzveranda. Sie gehört zur heutigen Nutzung und ist keine erhaltene Konstruktion von 1922.

Durch Material und Bauform fügt sie sich dennoch zurückhaltend in das Erscheinungsbild des Hauses ein.


Die große Veranda ist nahezu fertiggestellt. Kräftige Holzpfosten tragen das neue Vordach, während der historische Baukörper dahinter seine schlichte Form bewahrt.
Die große Veranda ist nahezu fertiggestellt. Kräftige Holzpfosten tragen das neue Vordach, während der historische Baukörper dahinter seine schlichte Form bewahrt.

Eine Luftaufnahme zeigt besonders gut, wie sich das gerettete Haus heute auf seinem neuen Grundstück präsentiert.


Blick aus der Luft auf das neue Zuhause des Hauses von 1922. Die überdachte Veranda umschließt große Teile des Gebäudes und schafft einen Übergang zwischen historischem Haus und heutiger Nutzung.
Blick aus der Luft auf das neue Zuhause des Hauses von 1922. Die überdachte Veranda umschließt große Teile des Gebäudes und schafft einen Übergang zwischen historischem Haus und heutiger Nutzung.

Vom verfallenden Haus zur „La Casa 1922“


Die Restaurierung hatte ein ungewöhnliches Ziel. Das Haus sollte nicht hinter einer Museumsschranke stehen.


Benny Dueck ließ es wieder zu einem bewohnbaren Haus werden. Heute wird es unter dem Namen „La Casa 1922“ als Unterkunft angeboten. Die derzeitige Beschreibung nennt drei Schlafzimmer und zwei Badezimmer. Besucher können damit tatsächlich in einem Haus übernachten, dessen wesentliche Konstruktion aus der Anfangszeit der mennonitischen Besiedlung Chihuahuas stammt.


Das bedeutet zwangsläufig einen Kompromiss zwischen historischer Bewahrung und heutiger Nutzung. Moderne Einrichtungen wurden eingebaut, gleichzeitig blieben alte Fußböden, Balken und wesentliche Teile des hölzernen Baukörpers erhalten.


Das Ergebnis der aufwendigen Rettung: „La Casa 1922“ steht wieder vollständig unter Dach und ist erneut bewohnbar. Der mehr als hundert Jahre alte Holzkörper bildet weiterhin den Kern des Hauses, während die umlaufende Veranda im Zuge der Restaurierung neu hinzugekommen ist.
Das Ergebnis der aufwendigen Rettung: „La Casa 1922“ steht wieder vollständig unter Dach und ist erneut bewohnbar. Der mehr als hundert Jahre alte Holzkörper bildet weiterhin den Kern des Hauses, während die umlaufende Veranda im Zuge der Restaurierung neu hinzugekommen ist.


Mehr als die Rettung eines alten Gebäudes


Der Wert dieses Hauses liegt deshalb nicht allein in seinem Alter.


1922 kamen Tausende Mennoniten mit Sonderzügen aus Kanada nach Chihuahua. Sie brachten nicht nur Möbel, Tiere und landwirtschaftliche Geräte mit, sondern auch Baumaterial. Die Eisenbahn war damit unmittelbar an der Entstehung der ersten mennonitischen Siedlungen beteiligt. Eine historische Darstellung zur Einwanderung bestätigt, dass die ersten Züge im März 1922 San Antonio de los Arenales, das heutige Cuauhtémoc, erreichten.


Genau diese Geschichte steckt im Holz des Hauses.


Was 1922 mit der Eisenbahn aus Kanada nach Mexiko kam, wurde mehr als ein Jahrhundert später noch einmal auf eine außergewöhnliche Reise geschickt. Diesmal nicht, um eine neue Kolonie aufzubauen, sondern um ein Stück ihrer Anfänge zu bewahren.



Dass das Haus heute wieder steht, ist deshalb weit mehr als eine gelungene Renovierung. Es ist die Rettung eines greifbaren Zeugnisses der mennonitischen Einwanderung nach Mexiko.


Quelle:

  • La Casa 1922, offizielle Internetseite des restaurierten Hauses, Angaben zu Geschichte, Baumaterial, Versetzung und Restaurierung.

  • Benny Dueck, persönliche Angaben sowie Fotodokumentation zur Geschichte und Restaurierung des Hauses.

  • Lucero García Reyna: Un nuevo hogar para los menonitas de la Vieja Orden, in: Mirada Ferroviaria, Nr. 42, Mai–August 2021. Zur mennonitischen Einwanderung nach Chihuahua 1922 und zur Bedeutung der Eisenbahn. MFDSA

  • La Casa 1922 / Google Travel, Angaben zur heutigen Nutzung des restaurierten Gebäudes als Unterkunft.

 
 
 

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