Kolumbien: Maisernte ist eine der Besten, die je eingefahren wurde
- Redaktion

- vor 16 Stunden
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Ein mennonitischer Bauer berichtet folgendes über die aktuelle Maisernte:
„Die Erträge bei der Maisernte liegen durchschnittlich bei sieben Tonnen pro Hektar. Es gibt aber auch Regionen, wo bis zu neun Tonnen pro Hektar geerntet werden konnten. In Regionen wo weniger geerntet wurde, spricht man von fünfeinhalb bis sechs Tonnen je Hektar.

Die letzte Ernte ist sehr gut … wir hatten sehr gut Regen und Sonnenschein. Also die Kornernte, die Maisernte ist eigentlich eine von den Besten, die wir hier gehabt haben, würde ich so sagen. Ja, der Preis ist etwas niedrig, aber die Ernte ist sehr gut.“
Als er nach dem Preis gefragt wurde, gab er folgende Übersicht über die Preisentwicklung:
„… im November und Anfang Dezember lag der Preis pro Tonne 1.300.000,- COP. Der Dollar ist ja hier zwischen 3.670,- COP und 3.700,- COP ungefähr, was einem Preis pro Tonne von ca. 353,- US Dollar entspricht. Aber jetzt in der Erntezeit, wenn alle Bauern Mais verkaufen, ist der Preis bis 1.000.000,- COP (271,- US Dollar) herabgegangen. Aber häufig speichern wir den Mais in Silos um dann später wenn der Preis vielleicht wieder bis 1.100.000 COP,- oder 1.150.000 COP,- gestiegen ist zu verkaufen.“

So schildert ein mennonitischer Bauer aus den Kolonien die Lage – und diese wenigen Sätze zeichnen ein sehr klares Bild: starke Erträge, günstiges Wetter in der Wachstumsphase, aber Preisdruck zur Erntezeit.
Erträge: 7 t/ha „normal“, bis 9 t/ha „Spitze“
Die genannten Werte (5,5–6 t/ha in schwächeren Gegenden, 7 t/ha häufig, bis 9 t/ha in sehr guten Lagen) zeigen vor allem eins: In Kolumbien ist Mais stark regional geprägt. Das passt zum Land: Kolumbien hat völlig unterschiedliche Anbauräume – von warmen Tiefländern bis zu Andenregionen – und damit variieren Regenverteilung, Böden und Produktionssysteme stark.

Entscheidend ist in diesem Bericht die Begründung: „Regen und Sonnenschein zur rechten Zeit“. Genau diese Mischung macht beim Mais oft den Unterschied zwischen „ordentlich“ und „außergewöhnlich“.
Wetter: Erst viel Regen – dann regional weniger Niederschläge möglich
IDEAM berichtete für die erste Januarhälfte 2026 von mehr Niederschlag als erwartet und kündigte zugleich an, dass das Land in eine Phase mit weniger Niederschlägen übergehen werde. In den offiziellen Kurzfrist-/Saison-Einschätzungen wird zudem für Februar 2026 in vielen Regionen eher ein Verlauf nahe oder unter dem klimatologischen Mittel beschrieben (regional unterschiedlich).

Das erklärt, warum die Bauern dieses Jahr so zufrieden sind: Wenn die entscheidende Wachstumsphase „passt“, kann Mais richtig zulegen. Und umgekehrt wissen die Landwirte: Es bleibt wichtig, Regen und Trockenphasen im Blick zu behalten.
Preise: Warum der Preis zur Ernte fällt – und Lagerung oft hilft
Der Bauer beschreibt einen typischen Jahresablauf:
Nov/Anfang Dez: ca. 1.300.000 COP pro Tonne
Zur Haupternte: bis 1.000.000 COP pro Tonne
Nach Lagerung: häufig wieder 1.100.000–1.150.000 COP pro Tonne
Das ist plausibel, weil zur Erntezeit viel Ware gleichzeitig auf den Markt kommt. Wer Silos hat und Qualität halten kann (Trocknung/Feuchte!), versucht oft, den „Ernteknick“ zu überbrücken.
Wichtig zur Einordnung: Offizielle Marktberichte zu Großhandelspreisen können deutlich höher aussehen, weil dort andere Qualitäten/Handelsstufen (getrocknet/aufbereitet, andere Lieferbedingungen, Transport) abgebildet werden. In einem DANE-SIPSA-Wochenbulletin Anfang Januar 2026 liegt „maíz amarillo trillado“ in einer Großhandelsnotierung z. B. um 2.44 Mio. COP pro Tonne (dort in COP/kg angegeben, hier auf Tonne umgerechnet). Das widerspricht dem Koloniepreis nicht automatisch – es zeigt nur: „Preis“ ist nicht gleich Preis, sondern hängt davon ab, ob man über ab Hof, regionalen Aufkauf, Großmarkt, getrocknet/klassiert usw. spricht.
Wechselkurs: Warum viele in „Dollar“ mitdenken
Der Bauer nennt einen Dollar um 3.670–3.700 COP. Das liegt sehr nah an dokumentierten TRM-Werten Ende Dezember 2025 (z. B. 3.706,94 COP/USD am 26.12.2025) und rund um den Jahreswechsel. Weil Kolumbien viel Mais importiert und auch Betriebsmittel (z. B. Teile, Technik, teils Dünger) vom Wechselkurs abhängen, spielt die Dollarbewegung im landwirtschaftlichen Alltag oft eine große Rolle.
Kolumbien insgesamt: Mais bleibt strategisch – auch wegen Importen
Neben den Kolonien gilt im ganzen Land: Mais ist ein Schlüsselrohstoff, vor allem als Futter für Geflügel und Schweine. Die US-Agrarberichte (USDA/FAS) betonen, dass Kolumbiens Maisproduktion im MY 2025/26 bei etwa 1,5 Mio. Tonnen erwartet wird, während Importe wegen der Tierfutter-Nachfrage eine große Rolle spielen (USA als Hauptlieferant). Gleichzeitig werden niedrige Inlandspreise als Grund genannt, warum die Anbaufläche nicht einfach stark wächst.

Fazit aus Sicht der mennonitischen Kolonien
Die Aussage des Bauern bringt das Jahr auf den Punkt: Wetter sehr günstig, Erträge außergewöhnlich gut, Preis zur Ernte gedrückt – aber mit Hoffnung auf bessere Vermarktung durch Lagerung.
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