Johannes Deknatel: Ein Zeuge für die wehrlose Nachfolge und das Erbe Menno Simons

Herkunft und Fügung Gottes
Johannes Deknatel wurde im November 1698 im ostfriesischen Norden in eine mennonitische Familie hineingeboren. Sein Vater diente der dortigen Gemeinde als Diakon. Schon in frühen Jahren wurden dem jungen Johannes die Furcht des Herrn, das Bibellesen und die Liebe zur Bruderschaft vorgelebt.

Als im Jahr 1717 eine schwere Sturmflut die ostfriesische Küste verheerte und seine Familie einen großen Teil ihres Besitzes verlor, erfand Gott Wege der Hilfe durch die Amsterdamer Gemeinde. Ab 1720 diente Deknatel in Amsterdam als Prediger und blieb diesem Auftrag über drei Jahrzehnte bis zu seinem Heimgang im Jahr 1759 treu.
Bewahrung der alt-täuferischen Fundamente
In einer Zeit, in der städtischer Wohlstand und weltliche Einflüsse manche Gemeinden in den Niederlanden bedrohten, mahnte Deknatel zur Erneuerung des geistlichen Lebens. Er trat dafür ein, dass der Glaube nicht in bloßer Tradition oder äußerer Form erstarrt, sondern im alltäglichen Lebenswandel sichtbar wird. Dabei hielt er unerschütterlich an den Grundpfeilern des täuferischen Glaubens fest:
Die Glaubenstaufe: Die Taufe gehört ausschließlich jenen, die ihren Glauben persönlich bekennen und sich zur Nachfolge Christi verpflichten.
Die christliche Wehrlosigkeit: Die Absage an jeglichen Waffen- und Kriegsdienst getreu dem Gebot der Feindesliebe und der Bergpredigt.
Die Eidsverweigerung: Die Einhaltung der schlichten Wahrhaftigkeit durch ein klares Ja oder Nein.
Um das Erbe der Väter vor dem Vergessen zu bewahren, beschäftigte sich Deknatel intensiv mit den Schriften von Menno Simons und gab 1753 eine Auswahl seiner Texte neu heraus. Damit gab er den Gemeinden ein wertvolles Werkzeug an die Hand, um sich auf die biblischen Wurzeln der wehrlosen Väter zu besinnen.
Unterweisung der Jugend und christliche Erziehung
Besonders das Seelenheil der nachwachsenden Generation lag Deknatel am Herzen. Im Jahr 1746 verfasste er einen Katechismus zur gründlichen Unterweisung der Kinder und Jugendlichen im Wort Gottes. Ihm ging es nicht um hohes Wissen, sondern um eine herzliche Gottesfurcht und die praktische Einübung in ein stilles, ehrbares Leben in der Nachfolge Jesu. Sein Katechismus fand weit über die Niederlande hinaus Verbreitung und diente auch mennonitischen Familien in Deutschland als Orientierung.

Mahnung zur Wachsamkeit und Einfalt
Rückblickend mahnen uns manche Entwicklungen in Deknatels Umfeld zur geistlichen Wachsamkeit. Seine Verbindungen zu fremden religiösen Bewegungen und die Entstehung formeller Ausbildungsstätten zeugen von den Herausforderungen seiner Zeit. Wo das Augenmerk zu stark auf akademische Bildung oder emotionale Erweckungen gerichtet wird, besteht stets die Gefahr, dass die Ordnung der Gemeinde und die Absonderung von der Welt Schaden nehmen.
Das Leben von Johannes Deknatel bleibt eine Mahnung an uns heute: Ein wahrer Glaube fordert eine persönliche Hingabe an Gott, die treue Erziehung unserer Kinder und das feste Festhalten an der Wehrlosigkeit und Einfalt Christi – unbewegt von den Strömungen und Geistern dieser Welt.
Quellen:
1. Ostfriesische Landschaft: Samme Zijlstra, Jimme (Joannes) Deknatel (1698–1759), Biographisches Lexikon für Ostfriesland, Band III, 2001, S. 107–108.
Bibliothek
2. Mennonitischer Geschichtsverein: Mennonitische Geschichtsblätter, Jahrgang 80 (2023), besonders S. 52–53 über den Pietismus und Deknatels Einfluss.
3. Digitale Bibliotheek voor de Nederlandse Letteren (DBNL): Johan Deknatel, Evangelische liederen, Amsterdam 1738. Digitalisiertes Originalwerk





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