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Festival del Caldén und mennonitische Kolonie: Zwei Tourismus-Magnete im Süden Argentiniens


Nueva Galia – Im Süden der San Luis, weit draußen in der Ebene des Departamento Gobernador Dupuy, wirbt die Provinz Argentinien mit zwei sehr unterschiedlichen Aushängeschildern: dem „Festival del Caldén“ – einer großen Mischung aus Folklore, Musik und Pferdesport – und einer nahen mennonitischen Siedlung, die Besucherinnen und Besucher mit Handwerk und regionaler Küche anzieht.


Ein Festival, das jedes Jahr Tausende anzieht


Nach Angaben der Agencia de Noticias San Luis lockt das Festival Jahr für Jahr Menschen aus vielen Teilen des Landes an. Vier Tage lang geht es um Gesang, Tanz, Traditionen – und um „Jineteadas“, also Reit- und Geschicklichkeitswettbewerbe. Dabei werden Reiter in mehreren Kategorien (u. a. „Crines“, „Gurupa“ und „Bastos“) qualifiziert, bis am Ende die Sieger des „Caldén de Oro“ gekürt werden. Austragungsort ist das Estadio Julio Freixes.


Dass es sich nicht um ein „kleines Dorffest“ handelt, zeigt auch ein Rückblick der Provinz: In einem früheren Bericht hieß es, dass das Stadion bei einer vorausgegangenen Ausgabe mehr als 100.000 Besucherinnen und Besucher aufgenommen habe (Angabe der Provinz/ANSL).


„El Tupá“: abgeschieden – und doch offen für Gäste


Nur wenige Kilometer von Nueva Galia entfernt liegt „El Tupá“, eine mennonitische Kolonie, die in der offiziellen Darstellung ausdrücklich als Besuchsziel mit offenen Türen und kleinen Geschäften beschrieben wird. Die Community wird dort mit rund 80 Familien und etwa 500 Einwohnern beziffert – und als „paradiesisch“ mit außergewöhnlicher Gastronomie beworben.



Nach dem Bericht kamen führende Vertreter der Gemeinde ursprünglich aus Chihuahua in Mexiko und siedelten sich auf einem Feld an, das bereits „El Tupá“ hieß – ein Name, der der Kolonie geblieben ist (zusätzlich wird auch „Santa Rita“ genannt). Ein Gemeindevertreter schildert die Anfangszeit sinngemäß so: Als die ersten Familien kamen, habe es „kein Licht und nichts“ gegeben.



Im Zentrum steht demnach Arbeit: Holzverarbeitung, Metallarbeit, Käseherstellung und Landwirtschaft werden als Haupttätigkeiten genannt. Als gemeinsame Sprache wird Plattdeutsch beschrieben; Spanisch werde vor allem aus praktischen, beruflichen Gründen gelernt.


Warum heißt das Fest „Caldén“?


Der „Caldén“ ist nicht nur ein Symbolname: Es handelt sich um einen in Zentralargentinien heimischen Baum (Prosopis/Neltuma caldenia), typisch für die trockeneren Ebenen – auch im Süden von San Luis.


Tourismus zwischen Tradition und Neugier


Dass Festival und Kolonie gemeinsam vermarktet werden, ist politisch gewollt: In der Provinzberichterstattung tauchen sie als „Ikonen“ des südlichen San Luis auf – ein Versuch, den oft übersehenen Landstrich stärker in Reiserouten zu bringen.



Und: Die Geschichte geht weiter. Ein späterer Provinzbericht (2025) beschreibt El Tupá bereits als deutlich gewachsenen agroindustriellen Standort – mit zahlreichen metallverarbeitenden Betrieben, Milchwirtschaft („tambos“) und eigener Käseproduktion, die bis in andere Provinzen verkauft wird.



Quellen:

  • Bericht der Agencia de Noticias San Luis zum Festival und zur Kolonie (15.09.2022).

  • Tourismus- und Ortsprofil „Nueva Galia“ (Visitar San Luis) zu Lage/Region.

  • Hintergrund zum Caldén-Baum (SIB Argentina / Visitar San Luis).

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