EPP lässt zwei mennonitische Geiseln frei
- Redaktion

- 8. Feb. 2018
- 1 Min. Lesezeit

Asunción/Concepción, 5. Februar 2018 – Die paraguayische Guerilla Ejército del Pueblo Paraguayo (EPP) hat nach rund fünf Monaten Gefangenschaft zwei mennonitische Geiseln freigelassen. Die beiden Männer, der 22-jährige Bernhard Blatz und der 32-jährige Franz Hiebert, wurden nach Medienberichten am Morgen in der Nähe der Estancia Luisa im nordparaguayischen Departement Concepción entdeckt.
Nach Angaben aus Ermittlerkreisen und Berichten lokaler Medien erfüllten die Familien zuvor Forderungen der Entführer. Neben einer nicht offiziell bezifferten Geldzahlung soll auch die Verteilung von Lebensmitteln an bedürftige Familien in mehreren Landesteilen Teil der Auflagen gewesen sein.

Die Männer waren in getrennten Fällen entführt worden: Hiebert Ende August 2017, als er in einem mennonitischen Betrieb in der Region arbeitete; Blatz wenige Wochen später in ähnlichen Umständen. Beide seien während der Geiselhaft weitgehend voneinander getrennt gehalten worden und hätten sich erst kurz vor der Freilassung wieder gesehen, berichten Medien unter Berufung auf Vertreter der mennonitischen Gemeinschaft.
Gesundheitlich geht es den Freigelassenen den Berichten zufolge insgesamt den Umständen entsprechend. Hiebert wurde jedoch zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus in der Hauptstadt Asunción gebracht.
Die Freilassung erfolgt nur wenige Wochen nach einem weiteren Schock für die Mennoniten im Norden Paraguays: Mitte Januar waren in derselben Großregion sterbliche Überreste des 2015 entführten Mennoniten Abraham Fehr gefunden worden.

Sicherheitskräfte, darunter die Fuerza de Tarea Conjunta (FTC), suchen seit Jahren nach Strukturen der EPP. Die Guerilla ist vor allem im dünn besiedelten Norden aktiv und wird für Entführungen und Angriffe verantwortlich gemacht.
Quellen:
Infobae (05.02.2018)
Última Hora (05.02.2018)
AP News (05.02.2018)
MercoPress (06.02.2018)
Primera Edición (05.02.2018)
El País (06.02.2018; teils hinter Paywall)




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