Drei Tote bei schwerem Unfall in der Kolonie Sommerfeld
- Redaktion

- vor 3 Tagen
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Ein schwerer Verkehrsunfall hat in der mennonitischen Kolonie Sommerfeld im paraguayischen Departamento Caaguazú drei Menschen aus einer Familie das Leben gekostet. Nach übereinstimmenden Berichten örtlicher Medien ereignete sich das Unglück am Freitag, dem 17. April 2026, gegen 14.10 Uhr auf einem Nebenweg in der Nähe von J. Eulogio Estigarribia. Bei dem Zusammenstoß waren ein Motorrad, ein Pickup und ein weiterer Personenwagen beteiligt.
Bei den Todesopfern handelt es sich nach Angaben von ABC Color und Última Hora um den 14-jährigen Fahrer des Motorrads, seine 20 Jahre alte Schwester sowie deren zweijährigen Sohn. Die Familie stammte aus der indigenen Gemeinschaft San Juan 2 im Bezirk J. Eulogio Estigarribia. Alle drei starben noch an der Unfallstelle. Der gerichtsmedizinische Befund nennt schwere Schädel-Hirn-Verletzungen als Todesursache.
Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen fuhr ein Nissan Frontier auf dem Feldweg, als das Motorrad an einer Kreuzung plötzlich in den Fahrbereich geraten sein soll. Durch den Aufprall stürzten die Motorradfahrer auf die Fahrbahn. Der Pickup verlor anschließend die Kontrolle und prallte noch gegen einen entgegenkommenden Toyota. Die beiden Fahrer der anderen Fahrzeuge blieben körperlich unverletzt. ABC Color berichtet zudem, dass ihre Alkoholtests negativ ausfielen.
Der Unfall hat in der Region besondere Bestürzung ausgelöst, weil er sich nur wenige Wochen nach einem weiteren tödlichen Unglück in derselben mennonitischen Kolonie ereignete. Bereits am 23. März waren in Sommerfeld drei mennonitische Jugendliche im Alter von 16 Jahren bei einem Frontalzusammenstoß zweier Pickup-Fahrzeuge ums Leben gekommen; drei weitere Jugendliche wurden damals schwer verletzt. Auch dieses Unglück geschah auf einem internen Weg der Kolonie und erschütterte die Gemeinschaft tief.

Damit richtet sich der Blick erneut auf die Verkehrssicherheit in und um J. Eulogio Estigarribia. Lokale Berichte aus Caaguazú weisen seit Monaten auf gefährliche Straßenverhältnisse in der Region hin. ABC Color berichtete bereits Anfang Januar über schwere Schäden, Schlaglöcher und Absenkungen auf wichtigen Verkehrswegen rund um J. Eulogio Estigarribia und Raúl A. Oviedo; Anwohner warnten damals ausdrücklich, dass der schlechte Zustand bereits zu mehreren Unfällen geführt habe. Zwar ist der aktuelle Unfall auf einem Nebenweg innerhalb der Kolonie geschehen, doch die wiederholten Tragödien verstärken den Eindruck, dass Verkehrssicherheit in der ganzen Gegend zu einem drängenden Thema geworden ist.
Für die Menschen vor Ort bleibt vor allem die Trauer. Innerhalb kurzer Zeit haben sowohl die mennonitische Bevölkerung der Kolonie Sommerfeld als auch benachbarte indigene Gemeinschaften mehrere junge Menschen durch Verkehrsunfälle verloren. Der aktuelle Fall zeigt in besonders schmerzlicher Weise, wie nah verschiedene Bevölkerungsgruppen in dieser landwirtschaftlich geprägten Region zusammenleben — und wie sehr ein Unglück die gesamte Umgebung trifft. Die Staatsanwaltschaft und die Kriminaltechnik untersuchen nun die genauen Umstände des Unfalls.
Quellen:
Última Hora: „Una mujer, su hijo de 2 años y su hermano adolescente mueren en un triple choque en Caaguazú“ — örtliche Quelle mit Angaben zu Ort, Uhrzeit, beteiligten Fahrzeugen und Opfern.
ABC Color: „Triple choque: mueren tres miembros de una misma familia en J. Eulogio Estigarribia“ — örtliche Quelle mit ergänzenden Ermittlungsangaben.
ABC Color: „Baches y hundimientos convierten en un peligro la ruta entre J. Eulogio Estigarribia y Raúl A. Oviedo“ — Hintergrundquelle zur Verkehrssituation in der Region.




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