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Die Mennoniten in Seminole, Texas – Im Fokus der Kritik

In den letzten Wochen berichten Medien in Texas und weltweit verstärkt über einen Masernausbruch, der vor allem mit der mennonitischen Gemeinschaft in Seminole in Verbindung gebracht wird. Dabei stehen die Mennoniten oft im Zentrum negativer Berichterstattung. Doch wer sind diese Menschen, und warum entscheiden sich viele von ihnen gegen eine Impfung?


Ein einfaches Leben in Seminole

Seit den 1970er Jahren leben in Seminole, Texas, mennonitische Familien, die ein ruhiges und einfaches Leben führen. Viele besitzen Land und betreiben Landwirtschaft – sie bauen Baumwolle, Erdnüsse, Weizen und Kafir an. Auch der Industriesektor innerhalb der Gemeinschaft wächst stetig. Trotz dieser wirtschaftlichen Entwicklung bleiben die Mennoniten ihren traditionellen Werten treu und leben in einer engen Glaubensgemeinschaft. 

Baumwollernte bei Mennoniten in Seminole, Texas
Baumwollernte bei Mennoniten in Seminole, Texas

Keine Impfpflicht – eine bewusste Entscheidung

Texas hat keine allgemeine Impfpflicht, was bedeutet, dass Eltern selbst entscheiden können, ob sie ihre Kinder impfen lassen. Auch innerhalb der mennonitischen Gemeinden gibt es keine festen Vorgaben. Jeder Haushalt trifft diese Entscheidung individuell.


Misstrauen gegenüber dem Gesundheitssystem

Ein wesentlicher Grund für die Skepsis gegenüber Impfungen liegt im wachsenden Misstrauen gegenüber dem Gesundheitssystem. Viele Mennoniten haben erlebt, dass während der Covid-19-Pandemie zahlreiche Maßnahmen getroffen wurden, die sich im Nachhinein als problematisch oder gar falsch erwiesen. Eine öffentliche Aufarbeitung dieser Entscheidungen blieb jedoch aus. Dies hat das Vertrauen in medizinische Institutionen nachhaltig beschädigt.


Druck und Anfeindungen im Gesundheitswesen

Mennoniten berichten von unangenehmen Erfahrungen in Krankenhäusern. Wer mit gesundheitlichen Beschwerden – die nichts mit Masern zu tun haben – einen Arzt aufsucht, wird oft massiv unter Druck gesetzt, sich sofort impfen zu lassen. Eine Mutter erzählt, dass sie bei einem Arztbesuch sogar beleidigt und beschimpft wurde, weil ihr Kind nicht geimpft war.

 

Ein tragischer Todesfall und seine Folgen

Der Druck auf die Gemeinschaft nahm nach dem tragischen Tod eines sechsjährigen Mädchens Ende Februar weiter zu. Während Ärzte behaupten, das Kind sei an Masern gestorben, erzählen die Angehörigen eine andere Geschichte. Sie versuchen, ihre Sichtweise auf sozialen Medien wie Facebook und YouTube zu teilen – jedoch werden ihre Beiträge immer wieder gelöscht. Viele Mennoniten vermuten, dass hier ein Behandlungsfehler vertuscht werden soll. Gleichzeitig nutzen Gesundheitsbehörden den Fall, um den Druck auf die Gemeinschaft weiter zu erhöhen.


Ausgrenzung und politische Spannungen

Familie Friesen berichtet von wachsender Feindseligkeit gegenüber den (Platt-)Deutschen in ihrer Region. Sie vermuten, dass politische Spannungen eine Rolle spielen. Da viele glauben, die Mennoniten hätten Trump gewählt, sehen sie sich nun einer feindseligen Stimmung ausgesetzt – auch seitens der lokalen Gesundheitsbehörden. Während Masern auch in anderen Teilen der Bevölkerung auftreten, scheint die Kritik sich besonders auf die Mennoniten zu konzentrieren.

 

Eine natürliche Lebensweise

Viele Mennoniten sehen die Krankheit mit einer anderen Perspektive. In Bolivien, von wo einige dieser Familien stammen, haben sie Masern als eine natürliche Kinderkrankheit kennengelernt. Wer sie einmal durchgemacht hat, ist danach immun – so die Überzeugung vieler. Zudem vertrauen sie auf ihre körpereigenen Abwehrkräfte und nehmen Schicksalsschläge als Teil des göttlichen Willens an.

 

Das Recht, selbst zu entscheiden

Die aktuelle Situation zeigt, wie schnell eine Gemeinschaft ins Kreuzfeuer der Kritik geraten kann. Unabhängig davon, welche Meinung man zu Impfungen vertritt, bleibt die Frage: Sollte nicht jede Familie das Recht haben, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen – besonders in einem Staat, der dies gesetzlich erlaubt?



Quelle: Aus persönlichen Kontakten.

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