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Bauern im Süden Paraguays zwischen Trockenstress und lokalen Starkregen


Asunción/Encarnación. Die Sorge der Bauern über den verspäteten Anbauzyklus betrifft derzeit einige Regionen in Paraguay, vor allem Anbaugebiete der Región Oriental, und hier insbesondere den Süden des Landes mit Itapúa als wichtigem Schwerpunkt. Die lokale Presse berichtet ausdrücklich davon, dass die Lage „besonders im Süden der Region Oriental“ angespannt ist.


Auch die paraguayische Unión de Gremios de la Producción (UGP) nennt Itapúa als eine der Regionen, in denen die Zafriña-Saison (zweite Anbausaison nach der Haupternte, vor allem für Mais und Soja) von Verzögerungen und ungünstigen Witterungsbedingungen geprägt ist.


Hintergrund ist die verspätete Haupternte von Soja, die das Zeitfenster für die zweite Aussaat von Soja und Mais nach hinten verschoben hat. In vielen Betrieben läuft die Zafriña daher unter erschwerten Bedingungen an: Einige Bestände sind bereits weiter entwickelt, andere keimen erst, und in manchen Flächen wird immer noch gesät. Die Produzenten sprechen von einem ungleichen Bild auf den Feldern – mit deutlich erhöhtem Risiko für Ertragseinbußen, falls die nötige Bodenfeuchtigkeit ausbleibt.


Besonders deutlich zeigt sich das in Itapúa, einem der wichtigsten Agrargebiete im Süden Paraguays. Dort begann die zweite Kampagne laut UGP mit 15 bis 20 Tagen Verspätung. Hinzu kommt, dass der Regen nicht flächendeckend fällt: Während einzelne Orte Schauer abbekommen, bleiben benachbarte Flächen trocken. Genau diese unregelmäßige Verteilung macht den Landwirten zu schaffen. Denn für Mais, Sorghum und Soja ist nicht nur Regen an sich entscheidend, sondern vor allem eine gleichmäßige Versorgung in der Keim- und Jugendphase.


Dabei ist die Lage widersprüchlich: Im Süden Paraguays hat es zuletzt durchaus kräftig geregnet. So wurde in Itapúa am 6. März bei einem heftigen Unwetter laut ABC Color in weniger als einer Stunde eine Niederschlagsmenge von 63 Millimetern gemessen; hinzu kamen starke Windböen, Überflutungen und Schäden in Encarnación und anderen Orten. Für den 15. und 16. März veröffentlichte die paraguayische Meteorologie zudem ein Sonderbulletin, das für betroffene Gebiete – darunter Ñeembucú und weitere Landesteile – 20 bis 50 Millimeter, örtlich sogar 60 bis 100 Millimeter oder mehr, in Aussicht stellte.


Starkregenfälle im Süden Paraguays
Starkregenfälle im Süden Paraguays

Gerade darin liegt das eigentliche Problem für die Landwirtschaft: Nicht jeder starke Regen löst sofort die Anbaukrise. Heftige, lokale Starkregen helfen einzelnen Orten, doch sie ersetzen keine breit verteilte und nachhaltige Bodenfeuchte über ganze Agrarräume hinweg. Der Wochenblatt-Bericht und die UGP-Bewertungen deuten deshalb nicht auf eine einheitliche Dürre im ganzen Land, sondern auf ein Muster aus lokalen Regenereignissen, daneben aber vielen trockenen oder nur unzureichend versorgten Flächen – vor allem im Süden und Südosten der Región Oriental.



Für die Bauern bleibt die Lage damit angespannt. Entscheidend wird sein, ob in den kommenden Tagen regelmäßige und flächendeckendere Niederschläge einsetzen. Bleibt der Regen weiter ungleich verteilt, drohen der Zafriña-Saison spürbare Verluste. Fällt er dagegen rechtzeitig und in ausreichender Breite, könnte sich die Kampagne trotz des späten Starts noch teilweise stabilisieren. Für viele Betriebe in Itapúa und den angrenzenden südlichen Agrarzonen Paraguays ist das nun die entscheidende Hoffnung.


Im betroffenen Süden Paraguays gibt es nur wenige größere mennonitische Kolonien. Am ehesten sind Reinfeld in Misiones sowie die kleinere mennonitische Siedlung La Montaña mit der Zweiggemeinde Varana in Itapúa zu nennen; die bekannten Agrarzentren Hohenau, Obligado und Bella Vista sind dagegen deutsch geprägte, aber nicht mennonitische Kolonien. 


Quellen:

  1. Wochenblatt (16.03.2026): „Warten auf den Regen: Bauern kämpfen mit verspätetem Anbauzyklus“ – Ausgangsbericht zum verzögerten Anbau, zur Zafriña und zur angespannten Lage in den betroffenen Agrarregionen Paraguays.

  2. UGP / Unión de Gremios de la Producción: „Condiciones climáticas marcan una zafriña con siembras tardías y desarrollo dispar“ – Einordnung der landwirtschaftlichen Lage, besonders mit Blick auf verspätete Aussaat und regionale Unterschiede.

  3. ABC Color (06.03.2026): „Itapúa: intenso temporal causa estragos“ – Bericht über starke Regenfälle und Unwetterschäden in Itapúa, darunter 63 Millimeter Niederschlag in weniger als einer Stunde.

  4. Dirección de Meteorología e Hidrología (Paraguay): offizielle Wetterhinweise und Niederschlagsmeldungen zu den aktuellen Regenereignissen und Warnlagen im Land.

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