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75 Jahre im Dienst der Nächstenliebe: Hospital Mennonita Km 81 feiert Jubiläum



Itacurubí de la Cordillera. Das Hospital Mennonita Km 81 hat sein 75-jähriges Bestehen gefeiert. Rund 700 Personen sowie Vertreter der 32 Trägergemeinden kamen am Freitag, dem 8. Mai, in der Mehrzweckhalle von Km 81 zusammen, um zurückzublicken, zu danken und den weiteren Dienst bewusst neu zu bekräftigen. Die Feier begann am Vormittag mit einem spanischsprachigen Programm, an dem auch Vertreter der nationalen Regierung und des Gesundheitsministeriums teilnahmen. Am Nachmittag folgte ein Gottesdienst in deutscher Sprache mit Liedern, Berichten, Zeugnissen und einer Ansprache.


Jubiläumsfeier in der Mehrzweckhalle von Km 81
Jubiläumsfeier in der Mehrzweckhalle von Km 81

Ein Bild der Jubiläumsfeier in der Mehrzweckhalle zeigt eindrücklich, wie viele Menschen mit diesem Werk verbunden sind. Die gefüllte Halle machte sichtbar, dass Km 81 nicht nur eine medizinische Einrichtung ist, sondern ein gemeinsames Glaubens- und Dienstwerk vieler Gemeinden.


Gegründet wurde das Hospital im Jahr 1951 als sogenanntes Dankeschön-Projekt der Mennoniten in Paraguay. Das Mennonite Central Committee aus Nordamerika hatte mennonitischen Siedlern und Flüchtlingen geholfen, in Paraguay eine neue Heimat zu finden. Weil der paraguayische Staat ihnen besondere Freiheiten gewährte, entstand unter den Mennoniten der Wunsch, dem Land durch einen außergewöhnlichen Dienst etwas zurückzugeben.


Die große Not, die damals besonders erkannt wurde, war das Elend der Leprakranken. Bei einem Besuch in der Lepraanstalt Santa Isabel in Sapucai sahen Vertreter der Mennonitenkolonien Menschen voller Wunden, Schmerzen und Angst, oft von ihren Familien getrennt und gesellschaftlich ausgestoßen. Danach wurde deutlich: Die Lepraarbeit sollte der besondere Auftrag der Mennoniten in Paraguay werden.


Behinderungen an der Hand, die durch Lepra verursacht werden
Behinderungen an der Hand, die durch Lepra verursacht werden

Wie schwer diese Krankheit Menschen zeichnen kann, zeigt das Bild „Behinderungen an der Hand, die durch Lepra verursacht werden“. Es erinnert daran, dass Lepra nicht nur medizinische Behandlung verlangt, sondern auch Würde, Geduld und praktische Hilfe. Gerade darin lag von Anfang an die Aufgabe von Km 81.


Der Dienst begann auf einem Landstück an der Ruta PY02, damals 81 Kilometer von Asunción entfernt. Ursprünglich war eine Leprakolonie mit dauerhafter Unterkunft geplant. Stattdessen wurde eine ambulante Behandlung eingeführt, ergänzt durch eine Internationsstation. Nach Angaben des Hospitals war dies, soweit bekannt, weltweit eines der ersten Beispiele einer ambulanten Leprabehandlung. Schrittweise entstanden weitere Dienste: Chirurgie, Labor, Apotheke, Radiologie, Ultraschall, Physiotherapie, Beschäftigungstherapie, orthopädische Schusterei, Prothesenversorgung und Podologie.


Heute behandelt das Hospital neben Lepra, die inzwischen heilbar ist, auch Tuberkulose und andere Krankheiten, die häufig mit Armut, Ausgrenzung und Stigmatisierung verbunden sind. Zudem werden Studenten und Gesundheitsfunktionäre geschult, damit Krankheiten früher erkannt und Vorurteile abgebaut werden können. Allein im Jahr 2025 wurden 50 neue Leprafälle entdeckt, 9.068 verschiedene Patienten in der Allgemeinklinik behandelt und mehr als 1.100 Studenten und Gesundheitsfunktionäre geschult.


Bei einem Rundgang begrüßte auch der Bürgermeister von Itacurubí de la Cordillera einen Patienten des Krankenhauses. Diese Begegnung machte sichtbar, dass die Arbeit von Km 81 bis heute eng mit der Bevölkerung und den öffentlichen Verantwortungsträgern der Region verbunden ist. Zugleich zeigt sie, dass dieser Dienst nicht nur medizinische Hilfe bedeutet, sondern auch menschliche Nähe, Achtung und Würde vermittelt.


Der Bürgermeister von Itacurubí de la Cordillera begrüßt einen Patienten beim Rundgang
Der Bürgermeister von Itacurubí de la Cordillera begrüßt einen Patienten beim Rundgang

In 75 Jahren haben im Hospital Mennonita Km 81 über 2.100 CD-Freiwillige und über 650 Mitarbeiter gedient. Betreut wurden über 10.000 Leprapatienten sowie über 247.000 Patienten in der Allgemeinklinik. Getragen wurde diese Arbeit durch Gebet, Spenden, freiwillige Mitarbeit und den Einsatz der Gemeinden.


Ein besonders starkes Zeichen des Jubiläums war die Enthüllung der Gedenktafel 1951–2026 auf dem Stein. Neben dem Gedenkstein steht ein Rad, das den Zeitenwandel symbolisiert. Die Botschaft dahinter ist klar: Zeiten, Aufgaben und Herausforderungen verändern sich, doch der Auftrag bleibt. Menschen sollen mit Würde behandelt werden, weil die Liebe Christi dazu drängt.


Enthüllung der Gedenktafel 1951-2026 auf dem Stein im Garten des Krankenhauses
Enthüllung der Gedenktafel 1951-2026 auf dem Stein im Garten des Krankenhauses

Die Trägergemeinden bestätigten bei der Jubiläumsfeier erneut ihre Bereitschaft, diesen Dienst weiterzutragen und neue Generationen einzubeziehen. Als Leitwort stand der Vers im Mittelpunkt: „Denn die Liebe Christi drängt uns.“ Damit wurde deutlich: Km 81 blickt nicht nur dankbar zurück, sondern auch verantwortlich nach vorn.


Das Hospital Mennonita Km 81 bleibt ein eindrückliches Zeugnis mennonitischer Dankbarkeit und praktischer Nächstenliebe. Aus einem Dienst an Leprakranken wurde eine wichtige medizinische Einrichtung für viele Menschen. Nach 75 Jahren lautet der Auftrag weiterhin: nicht müde werden, sondern mit derselben Hingabe weitergehen – zum Segen für viele.


Informationen und Bilder von der Krankenhausverwaltung

 
 
 

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