top of page

20. Juni 1789: Die Geburt von Johann Cornies in Bärwalde

Aktualisiert: vor 2 Tagen


Vorlaubenhaus aus dem 18. Jahrhundert. Solche Häuser waren bei den Mennoniten im Weichseldelta weit verbreitet.
Vorlaubenhaus aus dem 18. Jahrhundert. Solche Häuser waren bei den Mennoniten im Weichseldelta weit verbreitet.

Am 20. Juni 1789 wurde in Bärwalde bei Danzig in Westpreußen Johann Cornies geboren. Zunächst war es ein stilles Ereignis in einer mennonitischen Familie. Doch seine Geburt fiel in eine Zeit, in der sich die Lage der Mennoniten in Westpreußen deutlich veränderte.


Bärwalde lag in einer Gegend, in der Mennoniten seit Generationen lebten und arbeiteten. Viele ihrer Vorfahren waren einst wegen ihres Glaubens in das Weichsel- und Nogatgebiet gekommen. Dort hatten sie Sümpfe entwässert, Land urbar gemacht, Höfe aufgebaut und Gemeinden gegründet. Ihr Leben war geprägt von Arbeit, Familie, Gemeinde und dem Wunsch, nach Gottes Wort in Frieden zu leben.


Als Johann Cornies geboren wurde, standen diese Mennoniten jedoch zunehmend unter Druck. Seit der ersten Teilung Polens im Jahr 1772 gehörte Westpreußen zu Preußen. Damit kamen neue staatliche Forderungen auf die Gemeinden zu. Besonders schwer war die Frage des Militärdienstes. Mennoniten wollten aus Glaubensüberzeugung nicht zu den Waffen greifen. Um von diesem Dienst befreit zu bleiben, mussten sie besondere Abgaben zahlen.


Auch wirtschaftlich wurde ihre Lage schwieriger. Der Erwerb neuen Landes wurde eingeschränkt. Für kinderreiche mennonitische Familien war das eine ernste Sorge, denn die Söhne brauchten später eigene Höfe, um ihre Familien ernähren zu können. So wuchs die Frage, ob die nächste Generation in Westpreußen noch eine gesicherte Zukunft haben würde.


Gerade im Jahr 1789 verschärfte das preußische Mennonitenedikt die Lage weiter. Es brachte neue Belastungen und bestätigte bestehende Einschränkungen. Zugleich hatte bereits die Auswanderung nach Russland begonnen, wo Mennoniten Land und größere Freiheiten erhofften.


In diese gespannte Zeit hinein wurde Johann Cornies geboren. Seine Geburt steht darum nicht nur am Anfang eines einzelnen Lebens. Sie erinnert auch an eine ganze mennonitische Gemeinschaft, die zwischen Heimat, wirtschaftlicher Sorge und der Treue zu ihrem Glauben stand. Noch lag sein weiterer Weg verborgen. Doch schon seine Geburt fiel in eine Stunde, in der die Geschichte der Mennoniten in Westpreußen vor einer neuen Wendung stand.


Quellen:

  1. Westpreußisches Ortsverzeichnis – Bärwalde / Niedźwiedzica

    Angaben zu Ortsname, polnischem Namen, Landkreis, Regierungsbezirk, Amtsbezirk, Einwohnerzahlen und Kartenverweisen.

  2. Mapster – Messtischblatt 1779 Schöneberg, 1910

    Historisches Messtischblatt mit dem Kartenblatt 1779 (464) Schoneberg, auf dem Bärwalde/Niedźwiedzica im Umfeld des Danziger Werders zu finden ist.

  3. Virtuelles Kartenforum der SLUB Dresden

    Interaktive historische Kartenansicht, auf die Koordinaten von Bärwalde/Niedźwiedzica eingestellt.

  4. Westpreußische Gesellschaft – Historische Karten

    Sammlung historischer Karten zum unteren Weichselland, zu Westpreußen und zur Danziger Region.

  5. Wikimedia Commons – Historische Karte Westpreußen und Danziger Bucht

    Gemeinfreie historische Übersichtskarte von Westpreußen und der Danziger Bucht.

Kommentare


Mit dieser Internetseite möchten wir den internationalen Erfahrungsaustausch und die gegenseitige Unterstützung über Ländergrenzen hinweg fördern.

Wir laden alle Besucher herzlich ein, Feedback zu geben, Korrekturen vorzuschlagen oder eigene Beiträge einzureichen.

Bei Fragen, Kommentaren oder Anregungen können Sie uns gerne kontaktieren.


WhatsApp:
00598 98072033
Uruguay-98072033


info@mennoniten-weltweit.info

WhatsApp.webp
telegram-icon-6896828_640.png
Mennoniten: Arbeite und hoffe
bottom of page