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11. März 1995: Die Nivaclé erhalten die Bibel in ihrer eigenen Sprache


Mit der feierlichen Übergabe der vollständigen Bibel in Nivaclé wurde am 11. März 1995 ein besonderer Meilenstein in der Geschichte der Bibelübersetzung im paraguayischen Chaco erreicht. Für das indigene Volk der Nivaclé bedeutete dieser Tag weit mehr als die Veröffentlichung eines Buches: Er eröffnete vielen Menschen erstmals einen unmittelbaren Zugang zur Heiligen Schrift in ihrer Muttersprache. Radio ZP-30 erinnert daran, dass die Übergabe bis heute als wichtiger Wendepunkt der missionarischen und gemeindlichen Arbeit unter den Nivaclé gilt.


Die Übersetzungsarbeit hatte Jahrzehnte zuvor begonnen. Nach Angaben des mennonitischen Nachschlagewerks Menonitica wurde 1963 die Bibelübersetzung für die Nivaclé in die Wege geleitet. Mit dieser Aufgabe wurde Gerhard Hein betraut, der dabei eng mit dem Nivaclé-Mitarbeiter Andrés Rivas zusammenarbeitete. Die Amerikanische Bibelgesellschaft übernahm Koordination und Finanzierung des Drucks. Bereits 1973 konnte das Neue Testament in einer zweisprachigen Nivaclé-Spanisch-Ausgabe gedruckt werden.


Der Weg zur vollständigen Bibel war lang und verlangte große sprachliche und geistliche Ausdauer. Sprachwissenschaftliche Literatur bestätigt, dass die Gesamtübersetzung der Nivaclé-Bibel 1994 abgeschlossen war; die feierliche Übergabe an das Volk erfolgte dann ein Jahr später, am 11. März 1995. Damit erhielten die Nivaclé, die im paraguayischen Chaco leben und deren Sprache zur mataguayoischen Sprachfamilie gehört, das Wort Gottes vollständig in ihrer eigenen Sprache.


Die Bedeutung dieses Ereignisses reicht bis in die Gegenwart. Die Bibel in der Muttersprache stärkte nicht nur Verkündigung, Gemeindeleben und persönliche Andacht, sondern trug auch zur Wertschätzung und Bewahrung der Nivaclé-Sprache bei. Spätere Berichte aus Paraguay zeigen zudem, dass Andrés Rivas und weitere Sprachmitarbeiter auch in den folgenden Jahren an wichtigen Projekten zur Pflege und Weiterentwicklung des Nivaclé beteiligt waren. So steht die Bibelübergabe von 1995 zugleich für gelebte Zusammenarbeit zwischen Missionaren und indigenen Christen – und für die bleibende Kraft des Wortes Gottes in der Sprache des Herzens.


Quellen

  • Radio ZP-30: „Heute ist Jahrestag der Nivaclébibel“, 11. März 2025. Nützlich für das Datum der feierlichen Übergabe am 11. März 1995.

  • Menonitica: „Licht den Indianern“. Überblick zur Missionsarbeit im Chaco und zum historischen Umfeld der Arbeit unter den Nivaclé.

  • Menonitica: „Instituto Bíblico Indígena“. Belegt, dass Gerhard Hein mit der Übersetzung in die Nivaclé-Sprache beauftragt war.

  • Alain Fabre: Gramática de la lengua Nivacle (PDF). Sprachwissenschaftliche Quelle; erwähnt die Nivaclé-Bibel von 1994 als Referenzwerk.

  • ABC Color: „Lanzan tercera edición de diccionario nivaclé“, 15. Juli 2016. Enthält Angaben zu Irma/Gerardo Hein sowie Andrés Rivas im sprachlichen Arbeitsumfeld der Nivaclé.

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