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1. Juni 1549: Claes Janszoon Brongers wird in Leeuwarden hingerichtet

Mittelalterliche Karte der Stadt Leeuwarden
Mittelalterliche Karte der Stadt Leeuwarden

Am 1. Juni 1549 wurde in Leeuwarden Claes Janszoon Brongers hingerichtet. In manchen Überlieferungen erscheint er auch als Klaas Jans. Sein „Verbrechen“ bestand nicht darin, dass er selbst als Prediger auftrat. Er hatte Menno Simons, den späteren Namensgeber der Mennoniten, in seinem Haus aufgenommen und ihm Unterschlupf gewährt.


Menno Simons lebte damals auf der Flucht. Ursprünglich war er römisch-katholischer Priester in Friesland gewesen. Nach innerem Ringen, Bibelstudium und der Begegnung mit der Täuferbewegung verließ er 1536 die katholische Kirche. Er schloss sich den friedfertigen Täufern an, die die Gläubigentaufe, ein Leben in der Nachfolge Christi und die Absonderung von der Welt betonten.



Für die Obrigkeit galten die Täufer als Gefahr für Kirche und Staat. Obwohl Menno Simons Gewalt und Aufruhr entschieden ablehnte, wurde auch er verfolgt. Seit den 1540er Jahren reiste er heimlich von Ort zu Ort, stärkte Gemeinden, schrieb Schriften und ordnete die zerstreuten Täufergruppen. Wer ihn aufnahm, riskierte Gefängnis, Folter oder den Tod.


Im April 1549 fand Menno Simons in Leeuwarden Aufnahme im Haus von Claes Janszoon Brongers. Über den genauen Ablauf ist wenig bekannt. Doch gerade diese schlichte Tat zeigt, wie ernst die Lage war: Ein Mann öffnete einem Verfolgten die Tür – und bezahlte dafür mit seinem Leben. Sechs Wochen später wurde er hingerichtet.


Claes Janszoon Brongers gehört nicht zu den großen Namen der Reformationsgeschichte. Er schrieb keine bekannten Schriften und führte keine Gemeinde. Dennoch steht sein Beispiel für stille Treue. In einer Zeit der Verfolgung konnte schon ein offenes Haus ein Bekenntnis sein. Brot, Obdach und Schutz konnten Leben retten, aber auch das eigene Leben kosten.


Leeuwarden war bereits zuvor ein Ort täuferischer Märtyrer gewesen. 1531 wurde dort Sicke Freerks hingerichtet, weil er sich hatte taufen lassen. Diese Hinrichtung hatte Menno Simons tief bewegt. Achtzehn Jahre später starb in derselben Stadt ein Mann, weil er Menno selbst aufgenommen hatte.


Der Tod von Claes Janszoon Brongers erinnert daran, dass die frühe mennonitische Geschichte nicht nur von Predigern und bekannten Märtyrern getragen wurde. Auch einfache Menschen, die im Verborgenen halfen, waren Teil dieses Zeugnisses. Ohne solche Gastgeber und Unterstützer hätte Menno Simons seinen Dienst kaum fortsetzen können.


Für Täufer und Mennoniten zeigt dieses Ereignis: Glaube bewährt sich nicht nur im Wort, sondern auch in der Tat. Manchmal besteht diese Tat darin, einem Verfolgten in tätiger Nächstenliebe die Tür zu öffnen.


Quellen:

  • GAMEO, Artikel „Menno Simons (1496–1561)”: nennt den Aufenthalt Mennos im Haus von Klaas Jans im April 1549 und dessen Hinrichtung in Leeuwarden am 1. Juni.

  • Ostfriesische Landschaft, „Menno Simons”: nennt den Mann genauer Claes Janszoon Brongers und berichtet, dass er Menno in Leeuwarden aufgenommen hatte und sechs Wochen später hingerichtet wurde.

  • MennoSimons.net, biografische Übersicht: bestätigt die Verfolgungssituation und nennt weitere Personen, die wegen Hilfe für Menno ihr Leben verloren.

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