Zwischen Bauernhof und Mission
- Redaktion
- vor 1 Tag
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In der vergangenen Woche durfte ich einen Tag auf dem Gosenhof der Familie Schäfer verbringen. Gerade jetzt, mitten in der Erntezeit, gibt es dort viel zu tun. So konnte ich bei der Vorbereitung der Dreschmaschine (Mähdrescher) helfen und anschließend miterleben, wie Weizen und Raps gedroschen wurden. Der Arbeitstag war lang, doch zugleich war es beeindruckend zu sehen, mit welchem Einsatz und welcher Gemeinschaft die Ernte eingebracht wurde.

Der Gosenhof wird bereits seit mehreren Generationen von der Familie Schäfer bewirtschaftet. Stück für Stück haben die vorherigen Generationen den Hof aufgebaut und weiterentwickelt. Heute bearbeiten Friedhelm Schäfer und sein Sohn Rafael gemeinsam rund 100 Hektar Land. Bis vor einiger Zeit gehörte auch eine Milchwirtschaft zum Betrieb. Da diese jedoch viel Zeit und eine ständige Betreuung erforderte, wurde sie schließlich aufgegeben. Heute hält die Familie noch einige Mastrinder und Hühner.

Besonders bemerkenswert ist, dass die Landwirtschaft für Rafael nicht seine einzige Aufgabe ist. Obwohl er auf dem elterlichen Betrieb tatkräftig mitarbeitet, gilt seine große Leidenschaft der Mission. Regelmäßig führt er (sein Vater ist auch oft dabei) Straßeneinsätze durch, spricht mit Menschen über den Glauben und erzählt ihnen die frohe Botschaft von Jesus Christus.

Die Mission ist für Rafael nicht nur eine Beschäftigung nebenbei, sondern seine eigentliche Hauptaufgabe. Der Bauernhof muss deshalb häufig um seine missionarische Arbeit herum organisiert werden. Gerade während der Erntezeit ist das eine besondere Herausforderung. Auf der einen Seite müssen Maschinen vorbereitet, Felder gedroschen und die Ernte eingebracht werden. Auf der anderen Seite warten Menschen auf Gespräche, Einsätze müssen geplant und missionarische Aufgaben koordiniert werden.

Wie eng diese beiden Bereiche miteinander verbunden sind, konnte ich während meines Besuches selbst beobachten. Selbst auf der Dreschmaschine führte Rafael über sein Handy seelsorgerliche Gespräche und koordinierte kommende Missionseinsätze. Während die Maschine ihre Bahnen über das Feld zog und das Getreide gedroschen wurde, beschäftigten ihn zugleich die geistlichen Anliegen anderer Menschen.

In Zeiten besonders hoher Arbeitsbelastung ist die Familie Schäfer jedoch nicht allein. Zur Ernte kommen Helfer aus verschiedenen Teilen Deutschlands auf den Gosenhof. Ein Jugendlicher (Leo Gulak) war sogar mehrere Hundert Kilometer aus Sachsen angereist, um bei der Arbeit mit anzupacken. Auch Mitglieder der Mennoniten-Brüdergemeinde, zu der Familie Schäfer gehört, unterstützten die Ernte tatkräftig.

Diese Hilfe ist mehr als nur eine praktische Entlastung. Sie zeigt, wie wertvoll christliche Gemeinschaft sein kann. Wo einer allein die Arbeit kaum bewältigen könnte, packen viele Hände gemeinsam an. Jeder hilft dort, wo er gebraucht wird – an der Maschine, auf dem Feld oder bei anderen Aufgaben rund um den Hof und der Mission.

Mein Tag auf dem Gosenhof hat mir gezeigt, wie zwei auf den ersten Blick sehr unterschiedliche Aufgaben miteinander verbunden werden können. Hier die körperliche Arbeit auf dem Feld, dort die missionarische Arbeit unter den Menschen. Beides erfordert Einsatz, Ausdauer und Hingabe.

Für Rafael gehört beides zusammen. Während er auf dem Bauernhof mithilft, verliert er seinen missionarischen Auftrag nicht aus den Augen. Zwischen Dreschmaschine, Getreidefeldern und langen Arbeitstagen bleibt sein größtes Anliegen, Menschen von Jesus Christus zu erzählen.

So ist der Gosenhof nicht nur ein landwirtschaftlicher Betrieb, sondern auch ein Ort, an dem Glaube, Gemeinschaft und praktische Arbeit sichtbar miteinander verbunden sind.
Informationen aus persönlichem Kontakt mit Fam. Schäfer
