Rote Kartoffel aus dem „Campo 7“: Mennoniten in Hopelchén wollen sich im Markt etablieren
- Redaktion

- 19. Feb.
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Hopelchén/Campeche. In der mennonitischen Kolonie "Nuevo Progreso" im Dorf Nummer 7 läuft die Kartoffelernte auf Hochtouren: Mehrere Familien haben den Anbau von roter Speisekartoffel (papa roja) nach einem erfolgreichen Probelauf ausgeweitet und wollen sich damit gezielt im regionalen Markt positionieren. Geerntet wird seit Tagen – die Saison dürfte noch mehrere Wochen andauern.
Die Mennoniten setzen dabei auf Handarbeit, klare Qualitätsauswahl und direkte Vermarktung. Verkauft wird vor allem Ware erster Qualität; kleinere Knollen werden nicht in den Handel gegeben. Erste Mengen gehen über lokale Verkaufsstellen und an Händler aus der Umgebung. Mit einem Preis von rund 28 bis 30 Pesos pro Kilo soll das Produkt konkurrenzfähig bleiben – und zugleich als Alternative zu den in der Region bekannteren Kartoffelsorten etabliert werden.

Für die mennonitischen Produzenten ist die „papa roja“ mehr als ein Versuch: Sie steht für Diversifizierung und den Anspruch, auch mit kleineren Flächen ein marktfähiges, hochwertiges Nischenprodukt aufzubauen.
Ein weiterer Punkt fällt dabei auf: Die Mennoniten gelten seit Generationen als besonders innovationsfreudig in der Landwirtschaft – und der Versuch mit der roten Kartoffel passt genau in diese Tradition. Historisch mussten mennonitische Siedler immer wieder neue Standorte erschließen und ihre Betriebe an andere Böden, Klimazonen und Märkte anpassen – vom Weichseldelta mit Deich- und Entwässerungssystemen über die großflächige Mechanisierung und Sortenwahl in Nordamerika bis hin zur Erschließung neuer Ackerbauregionen in Lateinamerika. Häufig bedeutete das: Technik schneller anpassen, Fruchtfolgen erweitern, neue Kulturen testen und Vermarktungswege aufbauen, um wirtschaftlich unabhängig zu bleiben. Die aktuelle „papa roja“-Ernte in Hopelchén ist damit nicht nur eine Saisonmeldung, sondern ein typisches Beispiel dafür, wie mennonitische Betriebe mit Experimenten und Qualitätsstrategie versuchen, sich auch in einem sich wandelnden Agrarmarkt eine stabile Nische zu sichern.
Informationen aus der Zeitung: "por esto", übersetzt und erweitert




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