Passionssingen: Musik, die vom Kreuz erzählt
- Andreas Tissen

- vor 9 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 11 Minuten
Hier kann man das Konzert in voller Länge sehen: (103) Passionssingen 2026 - YouTube
Ein Sinfonieorchester und ein großer Chor sitzen auf der Bühne des Konzertsaals im Schützenhof in Herford. Ihnen gegenüber sitzen fast tausend Zuhörer. Wochenlang haben sich die rund hundert Musiker und Sänger auf diesen Abend vorbereitet. Und schnell wird klar: Es geht hier um mehr als nur Musik und Kultur. An diesem Karfreitag geht es um Tod und um Leben.

Zwei Gemeinden, ein Anliegen
Die Veranstaltung ist eine Kooperation zweier Freikirchen aus Herford und Minden. Viele der Mitwirkenden tragen Namen wie Wiebe, Friesen, Thiessen oder Dürksen. Namen, die auf eine lange täuferische Tradition hinweisen. Heute bezeichnen sie sich als Baptisten. Doch ihre Herkunft stellen sie nicht in den Vordergrund. Es geht ihnen nicht um Identität oder Geschichte, sondern um ihren Glauben. Sie wollen als Christen wahrgenommen werden, als Menschen, die Jesus nachfolgen.
Auch ihre Kleidung unterstreicht diese Haltung. Das konsequente Schwarz wirkt schlicht und zurückhaltend. Nichts soll von der eigentlichen Botschaft ablenken.

Musik und Botschaft
Zu Beginn des Abends bringt ein Redner das Anliegen auf den Punkt: Mit dem Wort Gottes und tiefgehender Musik wollen sie Christus vor Augen malen.
Dann wird es dunkel im Saal.
Die ersten Töne erklingen und der Chor setzt ein: „Schau hin nach Golgatha.“ Es ist der Auftakt zu einer eindrucksvollen musikalischen Reise. Zwischen den Musikstücken tritt immer wieder ein Sprecher ans Pult und liest fortlaufend aus der Bibel. Schritt für Schritt entfaltet sich die Geschichte der letzten Tage Jesu, sein Weg, der ihn bis ans Kreuz führt.

Eindringliche Momente
Die Musik trägt durch diese Erzählung hindurch. Mal ruhig und nachdenklich, dann wieder kraftvoll und erschütternd. Leid und Schmerz werden hörbar, fast greifbar. Es sind diese Wechsel zwischen Stille und Intensität, die den Abend so eindringlich machen.
Ein Moment bleibt besonders im Gedächtnis: die völlige Stille, nachdem die Worte fallen: „Er stirbt.“ Kein Husten, kein Rascheln, nur Stille. Eine Stille, die schwer im Raum liegt.
Und dann setzt ganz langsam der Gesang wieder ein: „Ich blicke staunend auf zum Kreuz von Golgatha.“Aus der Schwere wird Dankbarkeit. Aus der Stille wird Anbetung.
Am Ende bleibt es bewusst still. Kein Applaus. Zu ernst, zu bedeutungsvoll ist das, was hier vergegenwärtigt wurde.

Die zentrale Aussage
Der Redner tritt noch einmal nach vorne. Er fasst zusammen, worum es im Kern geht, um die zentrale Botschaft der Bibel:„Der Gerechte stirbt für die Ungerechten.“
„Der Gerechte stirbt für die Ungerechten.“
In diesem einen Satz verdichtet sich alles. Es ist die Botschaft von Jesus Christus, von seinem Tod am Kreuz und seiner Auferstehung.

Die persönliche Herausforderung
Und plötzlich wird es persönlich. Die Frage steht im Raum:
Was haben Karfreitag und Ostern mit mir zu tun?
Was haben Karfreitag und Ostern mit mir zu tun?
Nach diesem Abend fällt es schwer, dieser Frage auszuweichen. Die Geschichte von Jesus ist nicht nur eine historische Erzählung oder ein religiöses Symbol. Sie fordert heraus. Sie stellt jeden Einzelnen vor die Entscheidung, was er damit macht.
Denn die Botschaft ist klar: Durch den Tod und die Auferstehung Jesu wird Schuld nicht nur benannt, sondern vergeben. Jesus stirbt stellvertretend, damit Menschen frei werden können.
Die Bedeutung von Karfreitag und Ostern
Karfreitag zeigt die Tiefe der Liebe Gottes. Ostern zeigt ihre Kraft.
Und vielleicht ist genau das die Erkenntnis, die bleibt: Dass dieser Jesus nicht nur eine Figur der Vergangenheit ist, sondern eine lebendige Realität.
Hier kann man das Konzert in voller Länge sehen: (103) Passionssingen 2026 - YouTube










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