Mennonitisches Herbstfest in Cuauhtémoc verbindet Besucherrekord mit Hilfe für Bedürftige

Cuauhtémoc, Mexiko. Mit rund 48.000 gezählten Besuchern hat das mennonitische Herbstfest in Cuauhtémoc seine diesjährige Ausgabe abgeschlossen. Vom 25. bis 27. September 2026 kamen Familien und Gäste zum Campo 12B am Kilometer 32 des Corredor Comercial. Landwirtschaftliche Ausstellungen, mennonitische Speisen und ein vielfältiges Familienprogramm prägten die dreizehnte Ausgabe des Festival de Otoño. Zugleich sollen die Erlöse sechs Einrichtungen zugutekommen, die Menschen helfen und christliche Bildungsarbeit leisten.

Nach Angaben des Mitorganisators Abraham Siemens übertraf das Besucherinteresse die Erwartungen deutlich. Im Vorjahr waren etwa 35.000 Besucher gekommen. Die für 2026 gemeldete Zahl von rund 48.000 umfasst nach örtlichen Presseberichten noch nicht die Kinder, die keinen Eintritt bezahlen mussten. Einige Verkaufsstände hatten ihre Waren bereits früh ausverkauft. Warteschlangen und reger Betrieb auf dem Gelände zeigten den großen Andrang.

Das früher als Kürbisfest bekannte Treffen lebt vom gemeinsamen Einsatz der Beteiligten. Für die Betreuung der verschiedenen Bereiche hatten die Organisatoren im Vorfeld rund 600 freiwillige Helfer eingeplant. Bei der offiziellen Eröffnung würdigte der Vorsitzende des Festkomitees, Gerardo Schmith Thiessen, diese Zusammenarbeit. Auch Bürgermeister Elías Humberto Pérez Mendoza, bekannt als Beto Pérez, hob den gemeinnützigen Zweck hervor. Die Stadt unterstützte das Fest unter anderem durch Einsatzkräfte der öffentlichen Sicherheit und Verkehrsregelung.

Eine besondere Attraktion war der riesige Kürbis von Pancho Peters und seiner Familie. Mit 765,5 Kilogramm übertraf er die bisherige Festmarke von 632 Kilogramm aus dem Jahr 2020 um 133,5 Kilogramm. Die Veranstalter bezeichneten das Ergebnis als neuen mexikanischen Rekord. Hinter dem ungewöhnlichen Ernteerfolg standen monatelange Vorbereitung und sorgfältige Pflege.

Die Familie begann bereits im Dezember mit der Vorbereitung des Bodens. Im April folgte die Aussaat, im Juni die Bestäubung der Blüte von Hand. Anschließend wuchs der Kürbis nach den veröffentlichten Angaben 92 Tage lang. Peters berichtete, dass der Früchtekoloss selbst kurz vor dem Wiegen noch an Gewicht zugenommen habe. Für die nächste Ausgabe möchte die Familie versuchen, die Marke von einer Tonne zu überschreiten.

Neben den Kürbissen präsentierte das Fest auch Äpfel, Maiskolben und Vieh. Regionale Produkte und mennonitische Backwaren boten den Gästen Gelegenheit, die Arbeit und Küche der Gemeinschaft kennenzulernen. Ein besonderer Bestandteil war der gemeinsam gebackene große Kürbiskuchen. Sein Anschneiden war für Samstagnachmittag im Küchenzelt vorgesehen. Nach einem ergänzenden Veranstaltungsbericht gehörte diese gemeinschaftliche Backaktion bereits zum achten Mal zum Fest.

Auch für Kinder gab es ein eigenes Programm mit Spielen, einem Kinderfest und einem Streichelzoo. Hinzu kamen Pferdeauktionen und Vorführungen aus dem Rodeosport. Auf der Bühne waren unter anderem Auftritte von Abe Neufeld, Corny und Agatha Froese sowie Benny Rempel angekündigt. Biblische Theaterstücke gehörten ebenfalls zum Programm. Für Sonntagmorgen war im großen Festzelt ein Gottesdienst vorgesehen.

Der Zweck der Einnahmen reicht über das Festwochenende hinaus. Die Veranstalter nennen sechs unterstützte Einrichtungen: Luz en mi Camino, die Steinreich Bibelschule, Un Sueño Realizado, das Therapie Zentrum, Friedensplatz und Fuentes de Esperanza. Das Zentrum Luz en mi Camino begleitet mennonitische Männer und Frauen mit Suchterkrankungen und setzt sich auch für die Wiederherstellung ihrer familiären Beziehungen ein. Die Steinreich Bibelschule vermittelt biblisches Wissen und bereitet auf christliche Dienste vor.

Un Sueño Realizado unterstützt Kinder, Jugendliche und Menschen mit Behinderung durch Betreuung, Therapien, Bildung und weitere Hilfen. Das Therapie Zentrum arbeitet mit Kindern, die Hirnschädigungen oder Entwicklungsstörungen haben. Damit verbindet das Herbstfest die Begegnung zwischen Familien und Besuchern mit konkreter Unterstützung für Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind.

In der Abschlussmeldung vom 28. September war die finanzielle Abrechnung noch offen. Zunächst müssten Einnahmen und Ausgaben ermittelt werden, erklärte Siemens. Angesichts des wachsenden Besucherinteresses erwägen die Organisatoren für das nächste Jahr zusätzliche Angebote und eine bessere Nutzung der vorhandenen Flächen. Auch längere Wartezeiten sollen künftig vermindert werden. Die Ausgabe 2027 soll zudem Teil der Feierlichkeiten zum hundertjährigen Bestehen Cuauhtémocs als Gemeinde sein.

Informationen aus der lokalen Presse und von persönlichen Kontakten.
Bilder von Benny Dueck und Abraham Hildebrand.





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