Mennonitische Nachwuchsautorin Della Klaassen: Historische Romane, die Glauben lebendig machen
- Redaktion

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Aktualisiert: vor 3 Tagen

Della Klaassen ist eine junge Autorin, die sich wohltuend gegen den Strom bewegt: Während viele in ihrer Generation kaum noch zu einem Buch greifen, sucht sie gerade dort Tiefe, wo andere nur kurz verweilen. Für Della ist Lesen kein Zeitvertreib, sondern eine Art inneres Reisen – in fremde Lebenswelten, in vergangene Epochen, in Gedanken und Fragen, die erstaunlich zeitlos sind. Und sie bleibt nicht beim Lesen stehen: Sie schreibt selbst. Bereits 2025 erschien ihr erster historischer Roman "Dein Herz ist meine Beute" – ein Debüt, das zeigt, wie ernst sie ihr Handwerk nimmt und wie sehr sie es liebt, Geschichte in erzählerische Form zu gießen.

Diese Leidenschaft hat Wurzeln. Della entstammt einer mennonitischen Familie, deren Stammbaum bis ins Jahr 1560 zurückreicht. In dieser langen Linie liegen nicht nur Namen und Daten, sondern eine ganze Erfahrungswelt: Glaube, Verantwortung, Gemeinsinn – und die Erinnerung daran, dass Generationen vor uns Entscheidungen treffen mussten, die oft Mut und Standhaftigkeit verlangten. Wer so aufwächst, begegnet Geschichte nicht nur im Schulbuch, sondern im Gespräch am Tisch, in Familienerzählungen, in der Frage: „Woher kommen wir – und was hat uns geprägt?“
Geboren in Süddeutschland, lernte Della schon früh verschiedene Orte in Deutschland kennen. Bewegung und Ortswechsel wurden zu einem stillen Hintergrund ihrer Kindheit, der ihren Blick weit machte: Sie merkte, dass Heimat nicht nur ein Punkt auf der Karte ist, sondern auch eine Haltung – ein Raum, in dem Werte gelebt werden. Besonders prägend wurde jedoch eine Lebensphase außerhalb Europas: Einige Jahre lebte Della mit ihren Eltern und Geschwistern in Bolivien, mitten unter den plattdeutschsprachigen Mennoniten. Dort erlebte sie den Alltag einer Gemeinschaft aus nächster Nähe: das Miteinander, die Arbeitsrhythmen, die klare Struktur des Tages, das selbstverständliche Anpacken – und den Glauben, der nicht nur gesprochen, sondern im Tun sichtbar wird. Diese Zeit schenkte ihr Einblicke, die man nicht „aus zweiter Hand“ gewinnen kann: ein Gefühl für Lebenswirklichkeiten, für stille Stärke, für das, was Menschen trägt, wenn das Leben schlicht und anspruchsvoll zugleich ist.

Dass Della heute so mühelos zwischen Orten, Sprachen und Kulturen denkt, hängt auch mit der Geschichte ihrer eigenen Familie zusammen. Die vielfachen Wanderungen der Mennoniten haben Spuren über Ländergrenzen hinweg hinterlassen – und Dellas Verwandtschaft reicht auf fast alle Kontinente (mit Ausnahme von Afrika und Australien). Für sie sind diese weltweiten Verbindungen nicht abstrakt, sondern persönlich: Sie besucht zum Beispiel gern ihre Oma in Uruguay. Auch andere Länder Südamerikas lernte sie bereits kennen – neben Bolivien und Uruguay etwa Argentinien und Paraguay. Jede Reise vertiefte ihr Gespür dafür, wie unterschiedlich Lebensbedingungen sein können – und wie ähnlich Menschen sich dennoch bleiben: in ihren Hoffnungen, in ihren Kämpfen, in ihrem Wunsch nach Sinn und Halt.
Heute lebt Della Klaassen wieder in Deutschland. Hier schreibt sie an ihren nächsten historischen Romanen, und der nächste Band ist bereits für 2026 geplant. Was ihre Arbeit besonders macht, ist die Verbindung aus historischer Neugier und geistlicher Zielrichtung: Della möchte Menschen durch historische Romane den christlichen Glauben näherbringen – nicht als trockenes Lehrstück, sondern als erzählte Erfahrung. Ihr Blick richtet sich dabei auf das Menschliche im Licht des Glaubens: auf Gewissensentscheidungen, auf Treue und Zweifel, auf Schuld und Neubeginn, auf Hoffnung in dunklen Zeiten.
Wichtig ist ihr dabei eine klare Abgrenzung: Ihre Romane handeln nicht von Mennoniten. Sie erzählt keine Binnen-Gemeindegeschichten, sondern allgemeine Geschichten von Gläubigen aus früheren Zeiten – von Menschen, die in ihrer Epoche gerungen, gebetet, gelitten, geglaubt und geliebt haben. Gerade diese Weite macht ihre Bücher zugänglich: Wer sie liest, begegnet nicht einer bestimmten Gruppe, sondern findet sich selbst in Fragen wieder, die jeder kennt – und entdeckt, dass Geschichte mehr sein kann als Vergangenheit: ein Spiegel, der das Heute verständlicher macht.
So steht Della Klaassen für eine leise, aber entschlossene Form von Literatur: historisch bewandert, erzählerisch getragen und von dem Wunsch geprägt, dass gute Geschichten nicht nur unterhalten, sondern aufrichten – und den Glauben als tragende Wirklichkeit sichtbar werden lassen.
Das Buch kann bei tredition unter folgenden Link bestellt werden:
Eine Leseprobe kann unter folgendem Link runtergeladen werden:




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