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Mennoniten verlieren Nutzungsrechte an umstrittenem Land im Chaco

27. Feb. 2025
1 Min. Lesezeit

Mariscal Estigarribia / Infante Rivarola. Nach mehr als vier Jahrzehnten hat die indigene Gemeinschaft Loma des Volkes Guaraní Ñandéva im paraguayischen Chaco den Eigentumstitel über ihr angestammtes Gebiet erhalten. Die Übergabe erfolgte im Februar 2025 durch Präsident Santiago Peña und den Präsidenten des Landinstituts INDERT, Francisco Ruiz Díaz. Für die Gemeinschaft ist es der Abschluss eines langen Ringens, das bereits 1984 mit der Anerkennung als „Colonia Nacional Indígena Loma“ begonnen hatte.


Das Gebiet umfasst rund 10.000 Hektar nahe Infante Rivarola im Departamento Boquerón, unweit der Grenze zu Bolivien. Bereits 1984 hatte das damalige Instituto de Bienestar Rural die Fläche als Gebiet der Guaraní-Ñandéva anerkannt. Der endgültige Eigentumstitel blieb jedoch jahrzehntelang aus. In dieser Zeit wurden Teile des Gebietes von privaten Bewirtschaftern genutzt.


Nach Angaben lokaler Medien und staatlicher Stellen gehörten zu den Nutzern der Fläche der Viehzüchter Miguel Ángel Muñoz Armas sowie Kurt Friesen Schroeder und Oscar Hein Ratzlaff, die in Berichten als mennonitische Unternehmer genannt werden. Mit der Übertragung des Eigentumstitels an die indigene Gemeinschaft verändert sich die rechtliche Lage grundlegend: Die Flächen gehören nun offiziell der Comunidad Loma, und die bisherigen Bewirtschafter müssen sich zurückziehen.


Der Fall zeigt, wie schwierig Landfragen im paraguayischen Chaco bleiben. Einerseits haben mennonitische Siedler und Unternehmer in der Region über Jahrzehnte Landwirtschaft, Viehzucht und Infrastruktur aufgebaut. Andererseits bestehen alte und rechtlich anerkannte Ansprüche indigener Gemeinschaften, die oft erst nach langen Verfahren durchgesetzt werden. Für ein friedliches Zusammenleben ist entscheidend, dass Eigentumsrechte, Gerichtsentscheidungen und die Würde aller Beteiligten geachtet werden.

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