„Mennoniten Heute“: Wie eine bolivianisches Agrarzeitschrift den Mennoniten entgegenkommt
- Redaktion

- vor 3 Tagen
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Publiagro betreibt mit „Mennoniten Heute“ ein besonderes Medienprojekt. Es ist eine landwirtschaftliche Zeitschrift, die zweisprachig auf Spanisch und Deutsch erscheint. Publiagro beschreibt sie als zweisprachige Mennoniten-Zeitschrift. Sie richtet sich ausdrücklich an die mennonitischen Kolonien.

Das ist in der heutigen Medienwelt nicht selbstverständlich. Viele Medien setzen ausschließlich auf die Landessprache. Auch steht eine schnelle und allgemeine Reichweite des Publikums im Vordergrund. Publiagro macht hier das Gegenteil. Es geht gezielt auf die mennonitische Gemeinschaft ein und übernimmt ihre Sprache als Zeichen der Wertschätzung.
Konservativ – und bewusst beständig
Mennoniten in Bolivien gelten in vielen Kolonien als sehr konservativ. Sie halten an bewährten Regeln, Gemeinschaftsordnung und Tradition fest. Das ist Teil ihrer Identität. Forschung und Berichte beschreiben Bolivien sogar als wichtigen Ort für konservative Mennonitenkolonien in Lateinamerika.

Gerade deshalb wirkt die Zweisprachigkeit wie ein Zeichen von Respekt. Denn konservativ zu leben heißt oft auch: nicht alles der Umgebung anzupassen. Sondern Werte zu bewahren. Publiagro begegnet dem nicht mit Druck. Sondern mit Entgegenkommen.
Wertschätzung, die man sehen kann
Das Projekt macht deutlich: Die Mennoniten werden als eigene kulturelle Größe wahrgenommen. Nicht als Randnotiz, sondern als Zielgruppe mit eigenen Bedürfnissen. Publiagro kommuniziert das offen. Und stellt „Mennoniten Heute“ als eigenes Angebot mit eigener Startseite und klarer Zuordnung bereit.

Das zeigt auch eine Haltung im Umfeld: Man wertet die Andersartigkeit der Mennoniten nicht ab. Man ordnet sie ein und arbeitet mit mit ihnen zusammen.
Warum das für Bolivien wichtig ist
Hinter dem Ganzen steht ein praktischer Grund. Mennonitische Kolonien sind im Agrarraum von Santa Cruz und darüber hinaus ein relevanter Faktor. Landwirtschaft, Verarbeitung, Märkte – vieles hängt an verlässlichen Produzenten und Netzwerken. Wenn ein Agrarmedium dafür eine eigene zweisprachige Zeitschrift aufbaut, sagt das etwas aus: Die Gemeinschaft der Mennoniten ist wirtschaftlich bedeutsam. Und sie wird gesellschaftlich wertgeschätzt und ernst genommen.
Fazit: „Mennoniten Heute“ ist mehr als ein Magazin. Es ist ein Beispiel dafür, wie eine moderne Umgebung einer konservativen Gemeinschaft Raum lässt. Nicht trotz ihrer Werte. Sondern gerade, weil man sie respektiert.




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