Mennonit wird Bürgermeister in Cuatro Cañadas
- Redaktion

- vor 18 Stunden
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In Cuatro Cañadas im Departamento Santa Cruz ist mit Johan Bergen erstmals ein Politiker mennonitischer Herkunft an die Spitze der Stadtverwaltung gewählt worden. Nach übereinstimmenden Berichten lokaler und regionaler Medien gewann Bergen die Bürgermeisterwahl bei den bolivianischen Subnationalwahlen vom 22. März 2026 deutlich. EL DEBER spricht von einem „historischen“ Ergebnis; Unitel meldete 5.944 Stimmen bzw. 59,15 Prozent für den Kandidaten der Gruppierung Fuerza y Esperanza (FE).
Der Wahlsieg ist auch deshalb bemerkenswert, weil Cuatro Cañadas in den Medien bisher als Hochburg des MAS beschrieben wird. Sowohl EL DEBER als auch Unitel und Red Uno betonen, dass Bergen damit einen politischen Wechsel in einem traditionell anders geprägten Municipio eingeleitet hat. Lokale Medien deuten das Ergebnis deshalb nicht nur als persönlichen Erfolg, sondern als Signal für den Wunsch vieler Wähler nach Erneuerung auf kommunaler Ebene.

Bergen stammt selbst aus Cuatro Cañadas. EL DEBER berichtet, dass er in einer mennonitischen Familie aufwuchs, die Eltern früh in den Ort kamen und er später als einziger seiner Geschwister die Kolonie verließ, um eine eigene Familie und ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Nach seinen eigenen Angaben ging er mit 18 Jahren aus der Kolonie, arbeitete zunächst mit Sprühmaschinen eines Verwandten und baute später eine eigene Firma mit mehreren Maschinen und Mitarbeitern auf. Red Uno ergänzt, dass er sich nach mehreren früheren Absagen erst jetzt zum Schritt in die Politik entschloss.

Für seine bevorstehende Amtszeit kündigte Bergen laut EL DEBER an, zunächst den tatsächlichen Zustand der Gemeindeverwaltung zu prüfen, die kommunale Technik und Maschinen instand zu setzen und vor allem die schwer passierbaren Wege im Municipio zu verbessern. In einem weiteren EL-DEBER-Beitrag wird ergänzt, dass er das Personal in der Verwaltung erneuern und die schlechte kommunale Maschinerie intervenieren wolle. Der Zustand der Straßen und die Auswirkungen von Überschwemmungen auf die Landwirtschaft gelten dabei als zentrale Probleme der Region.

Auch seine politische Botschaft fällt auf. Red Uno zitiert Bergen mit der Aussage, dass in seiner Amtsführung nicht die Parteizugehörigkeit entscheidend sein solle, sondern die gemeinsame Arbeit für den Ort. Gerade in einem landwirtschaftlich geprägten Municipio wie Cuatro Cañadas, in dem mennonitische Kolonien wirtschaftlich seit langem eine wichtige Rolle spielen, dürfte seine Wahl daher weit über eine bloße Personalie hinausreichen. Sie zeigt, dass Vertreter aus diesem Umfeld nun auch sichtbarer in die kommunale Politik eintreten.

Quellen:
EL DEBER, 25.03.2026: Johan Bergen, el menonita electo como alcalde de Cuatro Cañadas; EL DEBER Play, 07.04.2026: ¿Qué acciones inmediatas tomará Johan Bergen como alcalde en Cuatro Cañadas?;
Montero Noticias, 23.03.2026: Menonita Johan Bergen es electo alcalde de Cuatro Cañadas, según conteo rápido del Sirepre;
Unitel, 23.03.2026: Johan Bergen, el menonita que arrasó en las urnas y marcó un giro histórico en Cuatro Cañadas;
Red Uno, 24.03.2026: Johan Bergen rompe el bastión del MAS y pasa de la colonia menonita a la alcaldía de Cuatro Cañadas.




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