MASISEA: Mennoniten und Indigene wollen zusammenarbeiten
- Redaktion

- vor 22 Stunden
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Kolonie Masisea / Caimito, Pucallpa (PERU) – Wo Menschen zusammenleben, da gibt es auch Konflikte (Probleme). Mal in der Familie, mal mit dem Nachbarn oder im Dorf, mal in der Gemeinde. Zieht man in ein fremdes Land, wo Kultur und Menschen noch viel anders sind und anders denken, da sind die Möglichkeiten noch größer, dass es zu Auseinandersetzungen kommt. Das haben Mennoniten in Peru auch schon reichlich erfahren. So auch die Kolonie Masisea. Mennoniten aus dieser neuen Siedlung stammen zum größten Teil von der Kolonie El Cerro in Bolivien. Heute wohnen in der Kolonie etwas mehr als 300 Personen.
Masisea liegt etwa 40 km südöstlich von der Stadt Pucallpa. Etwas südlich der Kolonie liegt eine Ortschaft, die Caimito heißt. Dort wohnen ein paar Tausend Indigene.
Im April traf ich mich in Pucallpa mit Vertretern der Indianersiedlung Caimito und Masisea. Seit der Gründung der Kolonie hat es Spannungen zwischen den beiden Gruppen gegeben. Allgemein ging es immer um einen Landabschnitt, den beide beanspruchen. Die Mennoniten sagen, sie haben das Land ganz „aufrichtig und legal gekauft und bezahlt“, einige Indigene von Caimito sagen „das Land hat noch immer ihnen gehört und soll es weiterhin auch tun“.
Von der Kolonie Masisea waren die Vorsteher David Klassen und Daniel Braun erschienen. Von Caimito waren Jorge Fernández Rango und Nilda Fernández Majin erschienen. Hauptziel des Gesprächs war es, den Lesern der MPOST wissen zu lassen, dass man den Landkonflikt weitgehend gestillt oder gelöst habe. Wie Jorge F. wiederholt sagte, sei die große Mehrheit der Einwohner der Siedlung Caimito damit einverstanden, dass die Mennoniten „das aufrichtig gekaufte Land behalten dürfen“.
„Es sind Personen und Organisationen von auswärts, die das Problem größer machten und den Konflikt beibehalten wollen. Sie wollen, dass wir Indigene uns wehren und mit den Mennoniten streiten. Sie haben Caimito gezahlt (bestochen), damit wir das Land nicht aufgeben. Mehrere Personen in unserer Siedlung haben buchstäblich Geld erhalten, um Streit mit den Mennoniten zu machen,“ erzählt Jorge F.
Wie er weiterhin sagte, gäbe es ONGs (Organisationen vom Ausland oder von anderen Teilen aus Peru, die nicht von der Regierung sind), die den Indigenen Geld gegeben haben, um Streit zu machen. „Sie zahlten uns, wenn wir die Weiden oder Getreidefelder der Mennoniten anzündeten oder wenn wir sie aus den Häusern jagten,“ gibt Jorge F. zu.
Und das wollen sie nicht mehr. „Wir mögen die Mennoniten hier, sie helfen uns. Auch gerade jetzt Anfang 2025 während der Überschwemmung. Niemand kam uns helfen außer die Einwohner von Masisea. Sie brachten uns Lebensmittel, sie haben unsere Wege so unterhalten, dass wir überhaupt noch wegfahren konnten. Ihr Dasein ist sehr wichtig für uns, sie lassen uns nicht im Stich, wenn solche Katastrophen auftreten. Sie lassen uns nie allein! Ohne die Mennoniten wären wir völlig von der Welt abgeschnitten gewesen,“ gibt Jorge F. zu. Ganz anders sind diese Organisationen (ONGs), fügt Jorge F. noch hinzu. Sie kommen nur um Streit anzustiften. Ein paar Indigene bekommen dann Geld in die Taschen gesteckt aber sonst geschieht nichts.
Und es ist nicht das erste Mal, wo die Mennoniten den Indigenen von Caimito geholfen haben. Schon in der Covid- Pandemie brachten die Mennoniten öfters Lebensmittel und sonstige Hilfe in die Siedlung. Auch kurz vor Weihnachten brachten die Mennoniten ihnen Geschenke, erzählt Jorge F.
„Die große Mehrheit der Einwohner von Caimito will, dass wir hierbleiben. Sie wollen auch haben, dass ein größeres Stück Land, welches wir aufrichtig gekauft haben, uns ganz gehören soll. Dort auf diesem Landstück wohnten schon mehrere mennonitische Familien, die aber alle von ihren Wohnstellen wegmussten, als die Indigene sie voriges Jahr vertrieben,“ sagt Vorsteher David Klassen. Im August 2024 kam ein Gerichtsbeschluss heraus, wo die mennonitische Gemeinschaft von Masisea das Recht auf das beanspruchte Land zugesprochen bekam. Und dieses will man nicht nur den Lesern der MPOST wissen lassen, sondern der ganzen Welt, sagt Jorge F.
„Viel zu lange haben wir uns wegen ein paar Kleinigkeiten gestritten. Anwälte auf beiden Seiten wollten das Problem in die Länge ziehen, damit sie immer noch weiter Gelder von uns bekommen könnten. Aber das soll jetzt mal ein Ende haben. Wir werden irgend Probleme, die zwischen uns auftreten, selbst lösen. Wir brauchen nicht die Hilfe von anderen,“ sagten sowohl Jorge F. wie auch die anderen Anwesenden. Und man ist der festen Hoffnung, dass irgend Organisationen vom Ausland oder Inland sich fernhalten werden.
Dieser Artikel stammt aus der Mennoniten Post und zeigt sehr authentisch die Situation vor Ort in Peru. Kennert Giesbrecht besucht die Region im April 2025 und sprach mit den Mennoniten und den Indigenen. Dieses Gespräch zeigt ein ganz anderes Bild als die spanischen Zeitungen vot Ort.
Artikel entnommen aus der Mennoniten Post 06. Juni 2025
mit freundlicher Genehmigung des Editors




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