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MASISEA: Mennoniten und Indigene wollen zusammenarbeiten

Pucallpa, Peru – David Klassen und Daniel Braun von der Kolonie Masisea trafen sich im April mit zwei Vertretern von der indigenen Siedlung Caimito in Pucallpa. In dem Gespräch ging es darum, klarzumachen, dass die beiden Sied­lungen „zusammenarbeiten wollen und jegliche Konflikte selber lösen wollen.“
Pucallpa, Peru – David Klassen und Daniel Braun von der Kolonie Masisea trafen sich im April mit zwei Vertretern von der indigenen Siedlung Caimito in Pucallpa. In dem Gespräch ging es darum, klarzumachen, dass die beiden Sied­lungen „zusammenarbeiten wollen und jegliche Konflikte selber lösen wollen.“

Kolonie Masisea / Caimito, Pucallpa (PERU) – Wo Menschen zusammenle­ben, da gibt es auch Konflikte (Probleme). Mal in der Familie, mal mit dem Nachbarn oder im Dorf, mal in der Gemeinde. Zieht man in ein fremdes Land, wo Kultur und Menschen noch viel anders sind und anders denken, da sind die Möglich­keiten noch größer, dass es zu Auseinandersetzungen kommt. Das haben Mennoniten in Peru auch schon reichlich erfahren. So auch die Kolonie Masisea. Mennoniten aus dieser neuen Siedlung stammen zum größ­ten Teil von der Kolonie El Cerro in Bolivien. Heute woh­nen in der Kolonie etwas mehr als 300 Personen.


Masisea liegt etwa 40 km südöstlich von der Stadt Pu­callpa. Etwas südlich der Ko­lonie liegt eine Ortschaft, die Caimito heißt. Dort wohnen ein paar Tausend Indigene.


Im April traf ich mich in Pucallpa mit Vertretern der Indianersiedlung Caimito und Masisea. Seit der Gründung der Kolonie hat es Spannungen zwischen den beiden Grup­pen gegeben. Allgemein ging es immer um einen Landab­schnitt, den beide beanspru­chen. Die Mennoniten sagen, sie haben das Land ganz „auf­richtig und legal gekauft und bezahlt“, einige Indigene von Caimito sagen „das Land hat noch immer ihnen gehört und soll es weiterhin auch tun“.


Von der Kolonie Masisea waren die Vorsteher David Klassen und Daniel Braun erschienen. Von Caimito wa­ren Jorge Fernández Rango und Nilda Fernández Majin erschienen. Hauptziel des Ge­sprächs war es, den Lesern der MPOST wissen zu lassen, dass man den Landkonflikt weitgehend gestillt oder gelöst habe. Wie Jorge F. wiederholt sagte, sei die große Mehrheit der Einwohner der Siedlung Caimito damit einverstanden, dass die Mennoniten „das auf­richtig gekaufte Land behalten dürfen“.


„Es sind Personen und Or­ganisationen von auswärts, die das Problem größer machten und den Konflikt beibehalten wollen. Sie wollen, dass wir Indigene uns wehren und mit den Mennoniten streiten. Sie haben Caimito gezahlt (besto­chen), damit wir das Land nicht aufgeben. Mehrere Personen in unserer Siedlung haben buch­stäblich Geld erhalten, um Streit mit den Mennoniten zu machen,“ erzählt Jorge F.


Wie er weiterhin sagte, gäbe es ONGs (Organisationen vom Ausland oder von anderen Tei­len aus Peru, die nicht von der Regierung sind), die den Indi­genen Geld gegeben haben, um Streit zu machen. „Sie zahlten uns, wenn wir die Weiden oder Getreidefelder der Mennoniten anzündeten oder wenn wir sie aus den Häusern jagten,“ gibt Jorge F. zu.


Und das wollen sie nicht mehr. „Wir mögen die Menno­niten hier, sie helfen uns. Auch gerade jetzt Anfang 2025 wäh­rend der Überschwemmung. Niemand kam uns helfen außer die Einwohner von Masisea. Sie brachten uns Lebensmittel, sie haben unsere Wege so un­terhalten, dass wir überhaupt noch wegfahren konnten. Ihr Dasein ist sehr wichtig für uns, sie lassen uns nicht im Stich, wenn solche Katastrophen auf­treten. Sie lassen uns nie allein! Ohne die Mennoniten wären wir völlig von der Welt abge­schnitten gewesen,“ gibt Jorge F. zu. Ganz anders sind diese Organisationen (ONGs), fügt Jorge F. noch hinzu. Sie kom­men nur um Streit anzustiften. Ein paar Indigene bekommen dann Geld in die Taschen ge­steckt aber sonst geschieht nichts.


Und es ist nicht das erste Mal, wo die Mennoniten den Indigenen von Caimito gehol­fen haben. Schon in der Covid- Pandemie brachten die Menno­niten öfters Lebensmittel und sonstige Hilfe in die Siedlung. Auch kurz vor Weihnachten brachten die Mennoniten ihnen Geschenke, erzählt Jorge F.


„Die große Mehrheit der Einwohner von Caimito will, dass wir hierbleiben. Sie wol­len auch haben, dass ein grö­ßeres Stück Land, welches wir aufrichtig gekauft haben, uns ganz gehören soll. Dort auf die­sem Landstück wohnten schon mehrere mennonitische Fami­lien, die aber alle von ihren Wohnstellen wegmussten, als die Indigene sie voriges Jahr vertrieben,“ sagt Vorsteher Da­vid Klassen. Im August 2024 kam ein Gerichtsbeschluss heraus, wo die mennonitische Gemeinschaft von Masisea das Recht auf das beanspruch­te Land zugesprochen bekam. Und dieses will man nicht nur den Lesern der MPOST wis­sen lassen, sondern der ganzen Welt, sagt Jorge F.


„Viel zu lange haben wir uns wegen ein paar Kleinigkei­ten gestritten. Anwälte auf bei­den Seiten wollten das Prob­lem in die Länge ziehen, damit sie immer noch weiter Gelder von uns bekommen könnten. Aber das soll jetzt mal ein Ende haben. Wir werden ir­gend Probleme, die zwischen uns auftreten, selbst lösen. Wir brauchen nicht die Hilfe von anderen,“ sagten sowohl Jorge F. wie auch die anderen Anwe­senden. Und man ist der festen Hoffnung, dass irgend Organi­sationen vom Ausland oder In­land sich fernhalten werden.


Dieser Artikel stammt aus der Mennoniten Post und zeigt sehr authentisch die Situation vor Ort in Peru. Kennert Giesbrecht besucht die Region im April 2025 und sprach mit den Mennoniten und den Indigenen. Dieses Gespräch zeigt ein ganz anderes Bild als die spanischen Zeitungen vot Ort.

Artikel entnommen aus der Mennoniten Post 06. Juni 2025

mit freundlicher Genehmigung des Editors

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