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Franz Peter Toews (1879 - 1978)


Franz Peter Toews wurde am 21. September 1879 im Dorf Alexanderkrone (Molotschna-Kolonie, Südrussland) geboren. Seine Eltern waren Peter Toews und Justina Friesen. Schon früh wurde sein Lebensweg vom mennonitischen Glauben geprägt: Am 06. August 1900 wurde er getauft und wurde Mitglied der Mennoniten-Brüdergemeinde. Dieser Schritt stand für eine bewusste Bindung an eine Glaubenstradition, die Nachfolge, Gemeindetreue und das Friedenszeugnis ernst nimmt – nicht als Theorie, sondern als Lebenshaltung.


Als 1901 der Ruf zum Dienst kam, wählte Toews – wie viele Mennoniten seiner Generation – den Weg des Ersatzdienstes. Er trat in den Forsteidienst ein und diente dort vier Jahre. Für diese Zeit gibt es nicht nur allgemeine Angaben, sondern auch einen direkten Blick in eine Quelle, die mit seinem Namen verbunden ist: In den Mennonite Heritage Archives ist ein Journal von Franz Toews (1898–1904) überliefert, das Forstei-Listen enthält. In der Einleitung der veröffentlichten Übersetzung wird ausdrücklich festgehalten, dass dieses Tagebuch „Forstei lists for those who overlapped with him at the Alt-Berdyansk Forstei“ enthält.


Diese Listen sind keine romantische Erinnerungsschrift, sondern nüchterne Dokumentation – und gerade dadurch sprechen sie eindrücklich: Sie zeigen, wie organisiert der Dienst war (Jahrgänge, Herkunftsorte, Funktionen wie Koch/Bäcker/Handwerker) und lassen zugleich die menschliche Seite aufblitzen. So steht bei einem Eintrag als knapper Kommentar: „kam den 18 Nov 1902 los, Bruder starb.“Solche wenigen Worte reichen, um ahnen zu lassen, dass der Forsteidienst nicht nur Arbeit und Disziplin bedeutete, sondern auch von familiären Sorgen, Verlust und harter Realität begleitet war.


Im Jahr 1906 heiratete Franz Peter Toews Sara Wiebe. Gemeinsam bekamen sie zwei Kinder; Sara starb 1919. Später heiratete er Lena Siemens und danach Gertrude Peters.




Als der Erste Weltkrieg ausbrach, stand Toews erneut vor der Gewissensfrage. Er diente im Roten Kreuz als Sanitätshelfer / Ordonnanz – ein Dienst, der Verwundetenhilfe statt Waffengebrauch bedeutete und damit für viele Mennoniten ein Weg war, Pflicht und Glaubensüberzeugung miteinander zu verbinden. Sein Dienst im medizinischen Sanitätsdienst ist in Archivangaben ebenfalls für 1914–1918 belegt.


Der "Rote Kreuz - Zug" während des 1. Weltkrieges. Das männliche Personal waren meistens Mennoniten.
Der "Rote Kreuz - Zug" während des 1. Weltkrieges. Das männliche Personal waren meistens Mennoniten.

Nach dem Krieg arbeitete Toews zunächst für eine Holzfirma und später in einer Eisengießerei. 1924 zog er mit seiner Familie nach Kanada, lebte zuerst auf einer Farm in Saskatchewan und später im Peace-River-Gebiet (Alberta). Um 1935 siedelte er nach Yarrow (British Columbia) über. Dort blieb er der Gemeinde treu, übernahm Verantwortung und diente über viele Jahre im Kirchenrat; außerdem engagierte er sich in der mennonitischen Einwanderungsarbeit. Franz Peter Toews starb am 5. Februar 1978 in Abbotsford (B.C.).


Quellen:

  • Mennonite Historical Society of British Columbia (MHSBC) Archives: Toews, Franz Peter, 1879–1978 (Archivdatensatz / Biografie-Überblick).

  • Mennonite Library and Archives (Bethel College, Kansas): Fotosammlung „Russia – Alternative service“, u. a. Nr. 2004-0057 („Franz Toews, leader of Sanitär train no. 167 on the Austrian border“, 1914–1915) und Nr. 2004-0055 (Wrack des Sanitärzugs Nr. 167, ca. 1916).

  • Chortitza / Bilder Forsteidienst: Bildseite mit deutschsprachigen Bildunterschriften, u. a. „Franz Toews, 1914–15 oberster Sanitäter des Sanitäter-Zugs Nr. 167 an der österreichischen Front“ und „Wrack der Sanitäter-Zugs Nr. 167 … ca. 1916“.

  • „Forstei List X: Lists for 1898 to 1904 – From the Diary of Franz Toews (1901–04)“ (Übersetzung aus Mennonite Heritage Archives File 2294, Übers. Glenn H. Penner & Tatiana Drozdova) – Grundlage für die Forstei-Journal/Listen-Zitate.

  • Yarrow (B.C.) Biographies/Obituaries: Franz Peter Toews (1879–1978) (enthält u. a. das konkrete Taufdatum 6. August 1900).

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