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Einweihung des mennonitischen Begegnungszentrums in Witmarsum


Die Mennonitenkirche mitten in Witmarsum wirkt sonst eher unscheinbar. Doch heute ist das anders: Schon von weitem zeigen die zahlreichen Flaggen vor dem Eingang, dass hier ein besonderer Tag begangen wird.


Flaggen vor dem Eingang des "Menno Simons Hûs"
Flaggen vor dem Eingang des "Menno Simons Hûs"

Viele Gäste, lebendige Stimmung

Viele Einwohner aus Witmarsum und der Umgebung sind gekommen, um die Einweihung des neuen Begegnungszentrums mitzuerleben. Auch meine Frau und ich sind aus Deutschland angereist, um an diesem Ereignis teilzunehmen.

Direkt hinter der Mennonitenkirche aus den 1960er Jahren ist ein neuer Anbau entstanden. Der gesamte Gebäudekomplex trägt nun den Namen „Menno Simons Hûs“, benannt nach Menno Simons, dessen Wirken eng mit diesem Ort verbunden ist.

Gleich am Eingang können sich die Gäste in ein Gästebuch eintragen. Anschließend betreten wir den alten Versammlungsraum der Kirche. Wir werden freundlich empfangen und bekommen Kaffee und ein Stück Kuchen. Während wir uns umsehen, fällt der Blick auf die Kanzel am Ende des Raumes. Dahinter hängt ein großes Porträt von Menno Simons, ein sichtbarer Hinweis auf seine bleibende Bedeutung.

Ein großes Porträt von Menno Simons hinter der Kanzel
Ein großes Porträt von Menno Simons hinter der Kanzel

Begegnungen und Atmosphäre

Von hier aus gelangen wir in den neu errichteten Aufenthaltsraum. Auf dem Weg dorthin gehen wir an vielen Menschen vorbei, die sich angeregt unterhalten. Der neue Saal ist modern gestaltet und für die Einweihungsfeier vorbereitet. Obwohl wir rechtzeitig eintreffen, sind bereits alle Sitzplätze belegt. Stehtische mit kleinen Snacks bieten jedoch weitere Möglichkeiten zum Verweilen. Schließlich ist der Raum mit etwa 200 Personen gefüllt, und weitere Gäste bleiben im Eingangsbereich.

Schnell merken wir, dass wir wohl die einzigen Besucher aus Deutschland sind. Alle Gespräche werden auf Niederländisch geführt, ebenso die Reden. Obwohl ich die Sprache nicht spreche, kann ich durch meine Muttersprache Plautdietsch Teile davon verstehen.

Stehtische mit kleinen Snacks
Stehtische mit kleinen Snacks

Ein besonderer Moment: die Einweihung

Ein Veranstalter tritt nach vorne, begrüßt die Anwesenden und zeichnet in seiner Rede die Geschichte der Täuferbewegung nach. Er beginnt in Zürich, wo diese Bewegung ihren Anfang nahm, und beschreibt ihren Weg durch Europa. Dabei erwähnt er auch Witmarsum sowie Südrussland und schlägt schließlich den Bogen zu Mennoniten in Mexiko, Paraguay, Bolivien und Belize. Alle seien eingeladen, diesen Ort zu besuchen. Das neue „Menno Simons Hûs“ solle ein Ort sein, an dem Menschen ankommen, Gemeinschaft erleben und sich stärken können, bevor sie die historischen Stätten rund um das Leben von Menno Simons erkunden.

Ein besonderer Moment ist der Auftritt von Arno Brok, dem Kommissar des Königs der Provinz Friesland. Dieses Amt ist in etwa mit dem eines Ministerpräsidenten eines deutschen Bundeslandes vergleichbar. In seiner Ansprache hebt er die Bedeutung des neuen Begegnungszentrums hervor. Es sei ein Ort, der dazu einlädt, über die Geschichte und die Zukunft der Mennoniten nachzudenken.

 

Anschließend zündet er feierlich eine große Kerze an und eröffnet damit offiziell das Begegnungszentrum.

Zwischendurch trägt ein örtlicher Chor mehrere Lieder vor, die sowohl nachdenkliche als auch lebendige Elemente enthalten und die Feier begleiten.

Kommissar des Königs der Provinz Friesland, Arno Brok zündet eine Kerze an
Kommissar des Königs der Provinz Friesland, Arno Brok zündet eine Kerze an

Zum Schluss: persönliche Gespräche

Nach dem offiziellen Teil werden die Gäste verabschiedet und haben Gelegenheit, die neun Räumlichkeiten des neuen Gebäudes in Ruhe zu besichtigen.

Auf dem Weg nach draußen begegnen wir Flora Visser, die zu den Organisatoren der Feier gehört. Wir kennen uns bereits, da sie uns in der Vergangenheit mehrfach die über 400 Jahre alte „versteckte Kirche“ der Mennoniten im nahegelegenen Pingjum gezeigt hat. Sie berichtet, dass auch dort einige Neuerungen umgesetzt wurden.

So haben sich Witmarsum und Pingjum darauf vorbereitet, auch in Zukunft Gäste aus aller Welt willkommen zu heißen, Menschen, die sich für die Geschichte der Mennoniten interessieren und die Orte aufsuchen, die mit dem Leben von Menno Simons verbunden sind.



Quellen und weitere Informationen:







Logo des "Menno Simons Hûs"
Logo des "Menno Simons Hûs"

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