50 Jahre Mennonitische Post: Eine Zeitung feiert ihr Jubiläum und verbindet Mennoniten auf der ganzen Welt
- Redaktion
- 1. März
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Aktualisiert: vor 13 Minuten

Steinbach. Für die Mennonitische Post beginnt eine besondere Zeit: Mit der Ausgabe Nr. 1 im April 2026 startet das 50. Jahr dieser mennonitischen Zeitung. Auch wenn das eigentliche 50-jährige Bestehen erst im April 2027 vollendet wird, steht schon jetzt fest: Dieses Jubiläum ist ein besonderer Anlass zur Dankbarkeit. Seit ihrer Gründung im April 1977 ist die Mennonitische Post für viele Mennoniten weit mehr als nur ein Nachrichtenblatt. Sie wurde zu einer vertrauten Stimme aus der mennonitischen Welt und zu einem Band der Gemeinschaft über Länder und Kontinente hinweg.
Herausgegeben wird die MPOST vom Mennonitischen Zentral Komitee (MCC). Eines ihrer Hauptziele war von Anfang an, das Lesen und die Bildung in den vielen Mennonitenkolonien zu fördern und zu verbessern. Gerade in Gemeinschaften, in denen gedruckte Medien eine besondere Bedeutung haben, wird die Zeitung damit nicht nur zum Träger von Nachrichten, sondern auch zu einem wichtigen Werkzeug der Bildung. Bis heute trägt das MCC einen beachtlichen Teil der Herstellungskosten und unterstützt damit das Fortbestehen dieser besonderen Zeitung.
Die Mennonitische Post erscheint im zwei bis drei wöchigen Rhythmus in einer Auflage von rund 10.000 Exemplaren. Gelesen wird sie in vielen Ländern Nord- und Südamerikas, darunter Kanada, die USA, Mexiko, Belize, Paraguay, Bolivien und Argentinien. Doch ihre Leserschaft reicht noch weiter: Auch in Deutschland wird die MPOST gelesen. Das zeigt, wie weit ihr Wirkungskreis heute reicht und wie stark das Bedürfnis nach einer mennonitischen Zeitung in deutscher Sprache geblieben ist.
Gerade darin liegt die besondere Bedeutung dieses Jubiläums. Die Mennonitische Post war nie nur ein Blatt für Nachrichten. Sie wollte von Anfang an eine Brücke sein — zwischen Personen und Familien, zwischen Gemeinden und Kolonien, zwischen alter Heimat und neuem Lebensort. Dass ein großer Teil der Zeitung bis heute aus Briefen und Berichten von Lesern aus verschiedenen Ländern besteht, zeigt ihren eigentlichen Charakter: Sie lebt aus der mennonitischen Gemeinschaft heraus und dient ihr zugleich.
Zum 50. Jahrgang hat sich die Redaktion deshalb besondere Vorhaben vorgenommen. Alle 21 Ausgaben des Jubiläumsjahres sollen ein eigenes Jubiläumslogo auf der Titelseite tragen. Außerdem sollen frühere Beiträge, Fotos und Artikel aus der langen Geschichte der Zeitung erneut veröffentlicht werden. So soll nicht nur gefeiert, sondern auch gemeinsam zurückgeblickt werden — auf fünf Jahrzehnte mennonitischer Pressearbeit, Erinnerung und Verbundenheit.

Ein weiterer Höhepunkt des Jubiläumsjahres ist der Blick auf jene Männer, die die Zeitung in besonderer Weise geprägt haben. In den ersten Ausgaben des neuen Jahrgangs sollen frühere Schriftleiter selbst zu Wort kommen. Der Gründer Abe Warkentin, der die Zeitung im April 1977 begann, soll das Editorial der ersten Ausgabe schreiben. Danach folgen Beiträge von Isbrand Hiebert und Kennert Giesbrecht, die die MPOST über viele Jahre hinweg mitgetragen und gestaltet haben. Dadurch wird deutlich: Die Geschichte dieser Zeitung ist nicht fern oder abgeschlossen, sondern bis heute lebendig.
Wie lebendig dieses Werk auch heute noch ist, zeigt ein besonderes Highlight der jüngsten Zeit: Die Mennonitische Post wird inzwischen sogar in Angola, Afrika, gelesen und vor Ort ausgedruckt. Dort bestehen mittlerweile schon 4 Kolonien plattdeutsch sprechender Mennoniten: Kolonie Lavoura Esperanza, gegründet von Mennoniten aus Campeche in Mexiko, Kolonie Reinland, Kolonie Nord-Ost, und Kolonie Rosenthal gegründet von Mennoniten aus Bolivien. Durch eine Initiative von Peter Klassen aus Reinland wurde eine Möglichkeit gefunden, die Zeitung auch dort auszudrucken. Damit hat die MPOST kurz vor ihrem 50. Jubiläum sogar einen neuen Kontinent erreicht.

So steht das kommende Jubiläum nicht nur für ein beeindruckendes Alter, sondern für eine bleibende Aufgabe. Seit fast fünf Jahrzehnten bringt die Mennonitische Post Nachrichten, Glaubenszeugnisse, Familienberichte und Stimmen aus aller Welt zusammen. Dass sie nun ihr 50. Jahr beginnt, ist deshalb nicht nur ein Anlass zum Feiern, sondern auch ein Grund zur Dankbarkeit. Aus Steinbach heraus hat sie über Generationen hinweg ein mennonitisches Band geknüpft, das heute von Nord- und Südamerika bis nach Afrika und sogar nach Deutschland reicht.
Quellen:
John Wesley Dueck und Kennert Giesbrecht: Persönlicher Kontakt
Menonitica, „Die Mennonitische Post“ – wichtig für Gründung 1977, MCC als Träger, Steinbach als Hauptort sowie Zielgruppe und Funktion der Zeitung als Bindeglied konservativer mennonitischer Gemeinschaften.
Centre for Mennonite Brethren Studies, „Mennonitische Post, Die“ – bibliographischer Nachweis zur Zeitung: Steinbach, Manitoba; Erscheinung seit 1977; zweimal monatlich.
Anabaptist World, „‘Die Mennonitische Post’ celebrates 40th anniversary“ – wichtig für Leserkreis, Brückenfunktion, hohen Anteil an Leserbriefen und die Rolle der Zeitung in Nord- und Südamerika.
Mennonite Heritage Archives, „Steinbach Post Intro“ – wichtig für den historischen Hintergrund der deutschsprachigen mennonitischen Presse und als Vorgeschichte zur Mennonitischen Post.
