22. März 1732: Königsberger Behörden setzen sich für die Mennoniten ein
- Redaktion

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Im März 1732 gerieten die Mennoniten in Ostpreußen erneut unter Druck. König Friedrich Wilhelm I. wollte sie ausweisen. Der Grund war vor allem, dass Mennoniten keinen Militärdienst leisteten und damit nicht in das strenge preußische Staatsbild passten.

Doch am 22. März 1732 stellte sich die Kriegs- und Domänenkammer in Königsberg gegen diesen Plan. Die Behörde wies den König darauf hin, dass die Mennoniten für die Wirtschaft des Landes sehr wichtig waren. Sie arbeiteten als tüchtige Handwerker und Gewerbetreibende, zahlten Steuern und trugen zum Wohlstand der Stadt bei. Besonders betont wurde, dass sie Arbeitsplätze schufen und mit ihren Betrieben Nutzen für die ganze Region brachten.
Diese Argumente hatten Wirkung. Der König gab schließlich nach und erlaubte zumindest den Mennoniten in Königsberg, zu bleiben. Damit zeigte sich einmal mehr: Die Mennoniten waren zwar als religiöse Minderheit oft gefährdet, doch ihre wirtschaftlichen Leistungen verschafften ihnen immer wieder Schutz.
Der Vorgang vom 22. März 1732 macht deutlich, wie unsicher die Lage der Mennoniten in Preußen war. Ihre Duldung beruhte nicht auf voller Glaubensfreiheit, sondern oft darauf, dass der Staat ihren Fleiß und ihren wirtschaftlichen Nutzen anerkannte.
Quellen:
MennLex, Artikel „Ostpreußen“ – zur Lage der Mennoniten in Ostpreußen und zur Ausweisungspolitik von 1732.
Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz – Archivnachweise zu preußischen Akten aus dem Zusammenhang der Mennonitenpolitik von 1732.
James Jakob Fehr, „Conscientious Objection in the Militarist State: The Mennonite Refusal of Military Service in Brandenburg-Prussia“ – zur Bedrohung der Königsberger Mennoniten und zum Eingreifen der Behörden.
Wikipedia, „Mennonitenkirche Königsberg“ – zur Königsberger Gemeinde, ihrer Gründung 1722 und ihrem späteren Kirchenbau.




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