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21. April 1632: Entstehung eines Glaubensbekenntnisses, das die Altkolonier-Mennoniten bis heute prägt

Am 21. April 1632 wurde in Dordrecht das Dordrechter Glaubensbekenntnis angenommen. Es entstand in einer Zeit, in der die Mennoniten nach Einheit suchten. Bis heute prägt es besonders die Altkolonier Mennoniten und die Amischen in ihrem Verständnis von Glaube und Nachfolge.


Darstellung der Delegierten bei der Annahme des Dordrechter Glaubensbekenntnisses 1632 in Dordrecht. Rechts: Herman op den Graeff aus der Krefelder Mennonitengemeinde.
Darstellung der Delegierten bei der Annahme des Dordrechter Glaubensbekenntnisses 1632 in Dordrecht. Rechts: Herman op den Graeff aus der Krefelder Mennonitengemeinde.

Zentrale Inhalte des Glaubens

Das Bekenntnis spricht in einfacher und klarer Weise von wichtigen Grundlagen des Glaubens: die Taufe auf den persönlichen Glauben hin, ein Leben in der Nachfolge Jesu, die Absonderung von der Welt und die Wehrlosigkeit. Für die Mennoniten war es nie nur ein Text, sondern eine Hilfe für ein Leben im Gehorsam.


Verbreitung nach Osteuropa

Von den Niederlanden aus verbreitete sich das Bekenntnis weiter nach Osten. Besonders in Südrussland wurde es zur festen Grundlage der Gemeinden. In Kolonien wie Chortitza und Molotschna lebten die Mennoniten nach diesen Grundsätzen. Als später die Militärpflicht eingeführt wurde, entschieden sich viele zur Auswanderung, um ihrem Glauben treu zu bleiben.


Auswanderung nach Nordamerika

So kamen ab 1874 viele Mennoniten nach Kanada. Auch dort blieb das Dordrechter Bekenntnis prägend, besonders bei den Altkoloniern.


Weiterwanderung nach Lateinamerika

Als sich später einige Gruppen weiter nach Mexiko, Paraguay und Bolivien ausbreiteten, nahmen sie diese Glaubensgrundlage mit. Bis heute ist ihr Einfluss in vielen Gemeinden erkennbar.


Die Amischen in dieser Tradition

Auch unter den Amischen, die sich im 17. Jahrhundert aus der täuferischen Bewegung heraus entwickelten, blieb dieses Glaubensverständnis in vielen Grundzügen erhalten.


Eine abweichende Entwicklung

Eine Ausnahme bildete die Mennoniten-Brüdergemeinde, die sich um 1860 abtrennte. Sie übernahm zwar den täuferischen Kern des Glaubens, ersetzte jedoch das Dordrechter Bekenntnis durch ein neues. Dabei wurden zusätzlich pietistische und evangelikale Schwerpunkte aufgenommen, etwa eine stärkere Betonung der persönlichen Bekehrung und des missionarischen Auftrags.


Ein Erbe über Generationen

Das Dordrechter Bekenntnis ist ein Erbe, das über viele Generationen hinweg getragen wurde, von den Niederlanden über Russland bis nach Nord- und Südamerika.

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