Über 1.000 Jugendliche bei Anti-Drogen-Veranstaltung in der Kolonie Manitoba
- Redaktion

- 7. Sept. 2023
- 2 Min. Lesezeit

Cuauhtémoc/Chihuahua. In der mennonitischen Kolonie Manitoba im mexikanischen Bundesstaat Chihuahua haben sich mehr als tausend Jugendliche zu einer Anti-Drogen-Veranstaltung versammelt. Anlass war die Vorstellung des Präventionsprogramms „Cuauhtémoc libre de drogas“ („Cuauhtémoc frei von Drogen“), das von der städtischen Direktion für öffentliche Sicherheit entwickelt wurde.
Nach Angaben der Organisatoren ist die Aktion eine Reaktion auf wachsende Sorgen über Suchtprobleme unter jungen Menschen – ein Thema, das längst nicht mehr nur in der mestizischen Mehrheitsgesellschaft präsent ist. Auch in mennonitischen Gemeinschaften trete das Problem von Abhängigkeiten im Jugendbereich auf, berichtete die Lokalzeitung El Heraldo de Chihuahua.
Zusammenarbeit zwischen Behörden und Kolonie-Leitern
Dass das Programm in Manitoba stattfinden konnte, lag auch an der Zustimmung der Kolonie-Leitung: Guillermo Fher, Jacobo Dyck und Bernardo Friessen erteilten die Erlaubnis. Zudem war Cornelio Enns Dyck als Vertreter der Kolonie Swift Current anwesend.
Im Mittelpunkt standen Informationen über Risiken und Folgen des Konsums – nicht nur illegaler Drogen, sondern ausdrücklich auch von Alkohol und Tabak. Ein wichtiger Baustein des Programms sind Berichte von Menschen, die sich in Rehabilitation befinden: Ihre Erfahrungen sollen abschrecken, bevor es zum „Erstkonsum“ kommt.
„Bewundernswert“: Wöchentliche Treffen von über tausend jungen Menschen
Bürgermeister Humberto Pérez Mendoza bedankte sich für die Kooperation mit der mennonitischen Gemeinschaft und hob die besondere Jugendarbeit hervor: Es sei bemerkenswert, dass sich in den Turnhallen der Gemeinde Woche für Woche mehr als tausend junge Leute träfen – zum Lernen, für Sport und zum gemeinsamen Singen.

Dabei schlug Pérez Mendoza auch einen historischen Bogen: Er erinnerte daran, dass viele Familien in der Region Nachkommen jener mennonitischen Gruppen seien, die 1922 aus Kanada ankamen. Die heutigen Präventionsprojekte seien deshalb nicht nur eine Aufgabe der Behörden, sondern ein gemeinsames Anliegen für die Zukunft der ganzen Region.
Aufklärung, Früherkennung – und ein geistlicher Akzent
Neben den Grußworten und Appellen ging es praktisch zu: Rosy Manríquez, Koordinatorin der Präventionsprogramme, sprach über Wirkungen verbreiteter Substanzen und über Möglichkeiten, Konsum überhaupt zu erkennen. Ergänzend wurde über Unterstützungsangebote der Kommune informiert – verbunden mit der Ermutigung, bei Problemen rechtzeitig Eltern oder Vertrauenspersonen einzubeziehen.
Auffällig war auch der Ton der Veranstaltung: In Manitoba blieb Prävention nicht nur eine behördliche Botschaft, sondern bekam einen klaren kulturellen und religiösen Rahmen. Prediger Bernardo Klassen betete mit den Anwesenden und stimmte Lieder an – zweisprachig in Plautdietsch und Spanisch. Die Texte kreisten um die Entscheidung zwischen „dem Guten“ und dem Verbotenen; zugleich betonte Klassen, man bete regelmäßig dafür, dass die Stadtregierung gute Entscheidungen treffe. Für die Übersetzung half laut Bericht Jenny Kornelsen.
Signal in die Region
Dass sich so viele Jugendliche Zeit für eine Präventionsveranstaltung nehmen, werten Beobachter als deutliches Zeichen: Die mennonitische Gemeinschaft sieht das Thema nicht als „Problem der anderen“, sondern als Herausforderung, die das eigene Umfeld genauso betrifft. Gleichzeitig zeigt der Termin, wie eng kommunale Stellen und Kolonien in Cuauhtémoc inzwischen zusammenarbeiten – nicht nur bei Infrastruktur oder Sicherheit, sondern auch bei Fragen, die direkt in Familien und Gemeinden hineinreichen.

Quellen
Menno-Welt: „Über 1.000 Jugendliche bei Anti-Drogen-Veranstaltung“ (5. Sept. 2023).
El Heraldo de Chihuahua: „Llevan el programa ‘Cuauhtémoc Libre de Drogas’ a jóvenes de la comunidad menonita“ (3. Sept. 2023).




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