Täufer-Konferenz 2026: Biblische Nachfolge und täuferische Geschichte
- Redaktion
- vor 3 Tagen
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Die Täufer-Konferenz 2026 fand vom 29. bis 31. Mai 2026 im „Guter Hirte“ in Huttwil in der Schweiz statt und brachte zahlreiche Besucher aus verschiedenen Ländern zusammen. Gut gefüllte Säle, gemeinsamer Gesang und viele Gespräche zwischen den Programmpunkten prägten die Veranstaltung.

Männer, Frauen und Familien kamen zusammen, um Vorträge zu hören und sich über biblische sowie kirchengeschichtliche Themen auszutauschen. Die Konferenz war damit nicht nur eine Reihe von Vorträgen, sondern zugleich eine Begegnungsstätte für Glaubensgeschwister, die ein gemeinsames Interesse an der täuferischen Geschichte und an einer verbindlichen christlichen Lebensführung verbindet.

Zum Programm gehörten neben Predigten und Referaten auch verschiedene begleitende Angebote. Ein umfangreicher Büchertisch bot Literatur aus täuferischen Verlagen an.

Darüber hinaus wurden historische Bibeln und weitere alte Werke aus der täuferischen Überlieferung ausgestellt. Zwischen den einzelnen Veranstaltungen blieb Gelegenheit für persönliche Begegnungen und Gespräche.

Insgesamt war die Konferenz von einer inhaltlich ernsthaften und zugleich gemeinschaftlichen Atmosphäre geprägt. Im Mittelpunkt standen biblische Grundsätze, historische Rückblicke und die Frage, welche Bedeutung das täuferische Erbe für Christen in der Gegenwart besitzt.
Die folgenden Beiträge geben einen Überblick über die thematische Breite der Täufer-Konferenz 2026. Die Vorträge verbinden biblische Verkündigung mit geschichtlichen Rückblicken und greifen Fragen auf, die für ein bewusstes christliches Leben bis heute von Bedeutung sind. Dabei geht es unter anderem um die Stellung der Gemeinde in einer zunehmend gottfernen Gesellschaft, um das Leben und Wirken früher Täufer, um Friedfertigkeit, Familie, Nachfolge und die bleibende Bedeutung historischer Glaubenszeugnisse.
Nachfolgend werden die einzelnen Vorträge mit Titel, Redner und einer kurzen Zusammenfassung vorgestellt und können angehört und runtergeladen werden.
„Der Narr spricht in seinem Herzen: ‚Es gibt keinen Gott!‘“ (Psalm 14,1)
von Kenneth Witmer (England)
Es ist umstritten, wie christlich Europa in der Vergangenheit tatsächlich gewesen ist. Auch die frühen Täufer bezeichneten die damalige Gesellschaft nicht als wahrhaft christlich. Möglicherweise war noch eine oberflächliche Gottesfurcht vorhanden. Heute dagegen wird die Existenz Gottes immer offener geleugnet.
Der Vortrag geht der Frage nach, wie Menschen ohne religiösen Glauben das heutige Westeuropa prägen und wohin diese Denk- und Lebensweise führen kann. Zugleich wird gefragt, welche Verantwortung Christen in einer zunehmend gottfernen Gesellschaft tragen.
Der herausgerufene Leib
von Virgil Schrock (Wisconsin, USA)
Im Mittelpunkt dieser Predigt steht die Absonderung der Gemeinde von der Welt. Dabei wird das bibelzentrierte Denken vergangener Jahrhunderte betrachtet und untersucht, wie sich die Traditionen der Absonderung und Weltfremdheit entwickelt haben.
Der Redner möchte sowohl die biblische Begründung als auch die praktischen Folgen der Berufung zu einem abgesonderten christlichen Leben darlegen.
Das Leben und die Schriften des Michael Sattler
von Andrew Ste. Marie (Michigan, USA)
Michael Sattler gehörte zu den bedeutenden Persönlichkeiten der frühen Täuferbewegung. Im Jahr 1527 verstand er es, die Überzeugungen der Brüder in klare Worte zu fassen, sie zur Einheit aufzurufen und sie auf die Heilige Schrift als verbindliche Grundlage hinzuweisen.
Obwohl Sattler schon bald verfolgt und in die Enge getrieben wurde, ließ er sich von seinem Auftrag nicht abhalten. Seine Schriften zeigen seinen missionarischen Eifer und seine Überzeugung, dass das Evangelium trotz Widerstand in der Welt bezeugt werden müsse.
Das Ärgernis des Kreuzes (Galater 5,11)
von Gerald Sensenig (Pennsylvania, USA)
Diese Predigt bildet eine Grundlage für die weiteren kirchengeschichtlichen Themen der Konferenz. Der Weg des Kreuzes war für Christen zu allen Zeiten mit Hindernissen, Widerstand und hohen persönlichen Kosten verbunden.
Viele Menschen kämpfen mit der völligen Hingabe an Gott. Der Vortrag fragt deshalb, was am Kreuz Christi für die Menschen früherer Zeiten anstößig war und worin das „Skandalöse“ des Kreuzes für Christen in der Gegenwart besteht.
Die Anfänge der Täuferbewegung in Holland
von Andrew Ste. Marie (Michigan, USA)
Der Vortrag beschäftigt sich mit der Frage, wer die niederländischen Mennoniten waren und wie der täuferische Glaube in den Niederlanden seinen Anfang nahm.
Dabei werden sowohl die frühe Entwicklung als auch der spätere Zerfall verschiedener Teile der niederländischen Täuferbewegung behandelt. Einen besonderen Schwerpunkt bildet das geistliche und geschichtliche Vermächtnis von Menno Simons.
Die Entstehung des Märtyrerspiegels und seine verschiedenen Übersetzungen
von Dale Burkholder (Pennsylvania, USA)
Der Vortrag zeichnet die Entstehungsgeschichte des Märtyrerspiegels nach. Er geht der Frage nach, wie aus den Berichten über verfolgte und getötete Christen ein umfangreiches Buch entstand, das in verschiedene Sprachen übersetzt und bis in die Gegenwart immer wieder neu aufgelegt wurde.
Zugleich wird dargestellt, wie der Märtyrerspiegel Christen früherer Generationen ermutigte, Gott auch unter Verfolgung treu zu bleiben. Abschließend wird gefragt, welche geistliche Hilfe das Werk heutigen Lesern geben kann.
Die Leiden wehrloser Christen in Kriegszeiten
von Andrew Derstine (Dänemark)
Im Laufe der Geschichte haben sich ernsthafte Christen immer wieder geweigert, Teil einer Kriegsmaschinerie zu werden, deren Ziel die Tötung von Menschen ist. Statt selbst Gewalt anzuwenden, waren sie bereit, Nachteile, Verfolgung und Leiden auf sich zu nehmen.
Damit wollten sie die von Gott gegebene Würde des menschlichen Lebens achten und dem Gebot Jesu folgen: „Liebt eure Feinde!“ Der Vortrag berichtet davon, wie Gott Menschen beistand, die ihm in Zeiten des Krieges und der Verfolgung vertrauten.
Was eine christliche Familie schön macht
von Timothy Reiff (Pennsylvania, USA)
Der Vortrag untersucht die Kräfte, die in Familien bibeltreuer Christen wirksam sind. Christliche Erziehung findet nicht allein innerhalb der Familie statt, sondern wird auch durch die Gemeinde und die weitere Glaubensgemeinschaft geprägt.
Eine tragfähige christliche Gemeinschaft kann Eltern und Kinder darin unterstützen, den Glauben nicht nur äußerlich zu bewahren, sondern ihn von einer Generation an die nächste weiterzugeben.
Eine Stadt erwarten (Hebräer 11,10)
von Jay Halteman (North Carolina, USA)
Abraham lebte als Fremdling in Zelten und erlebte auf seinen Wanderungen manche Enttäuschung. Obwohl ihm das Land Kanaan verheißen war, wusste er, dass seine eigentliche Hoffnung über diese Erde hinausging. Er wartete auf die Stadt, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist.
Auch Christen befinden sich gemeinsam mit anderen Glaubensgeschwistern auf einer Pilgerreise. Durch Gemeinschaft, Absonderung von der Welt und die gemeinsame Ausrichtung auf das himmlische Ziel soll die örtliche Gemeinde zu einem „Vorraum zum Himmel“ werden – einem Ausdruck, der von den Hutterern geprägt wurde.
Der Triumph der Gemeinde
von Lamar Steiner (Kentucky, USA)
Der abschließende Vortrag der Konferenz richtet den Blick auf Jesus Christus und den endgültigen Triumph seiner Gemeinde.
Dabei sollen die unterschiedlichen Geschlechter, Sprachen, Völker und Nationen betrachtet werden, aus denen Christus Menschen in seine Nachfolge ruft. Im Mittelpunkt steht nicht der Erfolg einer bestimmten menschlichen Gruppe, sondern die Erhöhung Jesu Christi und die Vollendung seiner weltweiten Gemeinde.
