Nach jahrelangem Landstreit: Mennoniten in Campeche erhalten Felder zurück

Hopelchén/Mexiko. Nach einem fast zehn Jahre dauernden Rechtsstreit haben mennonitische Landwirte im mexikanischen Bundesstaat Campeche die umstrittenen Felder El Progreso und El Porvenir wieder in Besitz nehmen können. Am 13. Oktober öffneten Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft die bislang verschlossenen Zufahrten und dokumentierten den Zustand der Flächen. Damit wurde eine Anfang Oktober ergangene Gerichtsentscheidung nun auch praktisch umgesetzt.
Im Mittelpunkt des Verfahrens stand Johan Neufeld Wall aus der mennonitischen Siedlung Nueva Trinidad beziehungsweise La Trinidad bei Hopelchén. Gegen ihn war wegen mutmaßlicher unrechtmäßiger Inbesitznahme der Flächen ermittelt worden. Die Verteidigung machte jedoch erhebliche Mängel im Verfahren geltend. Unter anderem waren mehrere Anhörungen verschoben worden, weil kein geeigneter Dolmetscher für Niederdeutsch zur Verfügung stand. Noch Ende August war deshalb bereits zum dritten Mal eine Anhörung ausgefallen.
Anfang Oktober erklärte Richterin Claudia Gabriela Cervantes Luna die bisherigen Verfahrenshandlungen für nichtig. Zugleich wurden Sicherungsmaßnahmen aufgehoben, durch die der Zugang zu den umstrittenen Feldern eingeschränkt gewesen war. Nach Berichten mexikanischer Medien wurde damit die Besitzposition der mennonitischen Landwirte anerkannt.
Über die genaue Größe der Flächen gibt es unterschiedliche Angaben. Tribuna Campeche spricht von 460 Hektar, während Por Esto die beiden Grundstücke zusammen mit rund 500 Hektar angibt. Die Landwirte wollen die Flächen nun möglichst schnell wieder landwirtschaftlich nutzen.

Der jahrelange Streit verursachte nach Angaben der Betroffenen erhebliche wirtschaftliche Schäden. Vertreter der Landwirte schätzen die Verluste durch ausgefallene Ernten und die fehlende Nutzung der Felder auf insgesamt rund 20 Millionen mexikanische Pesos. Allein zu Beginn des Konflikts sollen etwa 300 Hektar mit erntereifem Sorghum bestellt gewesen sein.
Für die mennonitischen Familien bedeutet die Rückgabe vor allem, dass sie nach Jahren der Unsicherheit wieder auf ihre Felder zurückkehren können. Nach der Öffnung der Zufahrten sollen die landwirtschaftlichen Arbeiten möglichst rasch wieder aufgenommen werden. Damit kehren nach langem Stillstand auch die Traktoren auf die Felder von El Progreso und El Porvenir zurück.
Quellen:
Por Esto, 13.10.2026: Bericht über die Rückgabe der Grundstücke El Progreso und El Porvenir sowie die geschätzten Verluste der mennonitischen Familien.
Tribuna Campeche, 02.10.2026: Bericht über die Aufhebung des Verfahrens gegen Johan Neufeld Wall und die Rückgabe der umstrittenen Flächen.
Sureste Picante, Oktober 2026: Berichte zum Landstreit, zu Verfahrensproblemen und zur geplanten Wiederaufnahme der landwirtschaftlichen Nutzung.





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