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Kolonie "Las Piedras 2"

Aktualisiert: 8. März

Gründung 1984

Herkunft der Siedler: Kolonie "Las Piedras 1"



Ansiedlung

Im Jahre 1984 zogen die ersten Siedler in die neue Kolonie "Las Piedras II".


Die meisten Siedler kommen aus der Kolonie "Las Piedras I", die mal in der Nähe von Santa Rosa war. Ursprünglich kamen die Siedler direkt aus Kanada nach Bolivien.


Da die Familien in der Kolonie "Las Piedras I" groß waren und es in der Umgebung kein gutes Ackerland zu kaufen gab, suchten die Familienväter nach neuen Siedlungsmöglichkeiten, um auch für die Kinder Landreserven zu bekommen. Als dann noch gewisse Missstimmigkeiten in Bezug auf das Gemeindeleben und der Gemeindeleitung dazu kamen, kaufte eine Gruppe von Kolonisten ein Landstück 170 Kilometer östlich von Santa Cruz in der Nähe der schon bestehenden mennonitischen Kolonie "Belize".


Als ersten Siedlerfamilien zogen die Familien Jakob Neufeld, Heinrich Neufeld und Bernhard D. Krahn in die neue Kolonie. Bald kamen weitere Familien dazu.


Die ersten Siedler brachten zwei Raupenschlepper mit und begannen sogleich mit den Rodungen um die Besiedlung schnell voran zu treiben.


Im zweiten Jahr der Besiedlung 1985 gab es dann auch schon die erste Hochzeit. Diese Hochzeit war sogar eine Doppelhochzeit. Das eine Brautpaar waren Kornelius Wall und Sara Peters und das andere Brautpaar waren Abram Unrau und Aganetha Peters.



Schule

Als erster Schullehrer unterrichtete Johann Wall 22 Schulkinder. Der Unterricht begann im Dezember 1984 in einem neu erbauten Schulsaal.


Im November 2007 hatte die Altkolonie "Las Piedras II" 6 Schulen mit jeweils einem Schullehrer. Insgesamt wurden 156 Schulkinder unterrichtet. Zu Spitzenzeiten gab es bis zu 200 Schulkinder.


Krankenpflege

Bei der Ansiedlung kamen keine Krankenpfleger mit in die neue Siedlung. Bei Erkrankungen fuhr man für Erste Hilfe Leistungen in die Nachbarkolonie "Belize". Bei schweren Krankheiten fuhr man in die Krankenhäuser nach Santa Cruz. Später hat Agatha Peters viele Jahre als Hebamme gearbeitet.


Die Situation auf dem Gebiet der Krankenbetreuung hat sich bis heute wenig getan. Immer noch sucht man erste Hilfe in der Kolonie "Belize" uns ansonsten fährt man nach Santa Cruz.


Gemeinde

Bei der Umsiedlung von der Kolonie "Las Piedras I" nach "Las Piedras II" kamen die Prediger Kornelius Driediger, Jakob Peters und Jakob H. Peters mit der Siedlergruppe in die neue Kolonie. Somit begann die regelmäßigen sonntäglichen Gottesdiensten sofort nach der Fertigstellung des ersten Schulgebäudes im Jahre 1984.


Während der ersten Zeit bediente Ältester Isaak T. Görtzen von der Kolonie "Las Piedras I" die neue Siedlung. Später wurde dann im Jahre 1987 der Prediger Kornelius Driediger als Ältester gewählt und eingesetzt.


Ältester Kornelius Driediger versah im November 2007 noch den Ältestendienst in der Gemeinde "Las Piedras II". Ihm standen 5 Prediger und 1 Diakon in der Gemeindearbeit zur Seite.


Bis zum Bau der ersten Kirche, der von 1987 bis 1988 realisiert wurde, fanden die Gottesdienste im Schulgebäude statt. Danach wurden die Gottesdienste dann in der Kirche abgehalten.


Im Jahre 2007 gab es 2 eingesegnete Kirchen wo Gottesdienste stattfanden und auch in einem Schulgebäude wurden Gottesdienste abgehalten.


Wirtschaft

Bei der Ansiedlung wurde der Wald direkt mit Raupenschleppern gerodet. Da die Siedler ihre Landmaschinen aus der alten Kolonie mitbrachten, konnte schnell mit der Landwirtschaft begonnen werden.



Angebaut wurden seit Beginn Mais und Soja, welche bis heute die Hauptanbauprodukte geblieben sind. Für die Winterernte werden Sonnenblumen und Weizen angepflanzt.

Auch wird Sorghum angepflanzt, der für das Viehfutter gebraucht wird.


Da aus der alten Kolonie bei der Ansiedlung das Milchvieh mitgebracht wurde, begann schon im Jahre 1985 Familie Johann Wall mit einer privaten Käserei. Nach etlichen Jahren wurde von der Kolonie Gemeinschaft ein Haus für eine Käserei gebaut und in Betrieb genommen.


Im Jahre 2007 hatte die Kolonie "Las Piedras II" 2 Käsereien, wo die Milch der Kolonie verarbeitet wurde. An die große Molkereigesellschaft "PIL" wurde keine Milch verkauft.


Fleischvieh wird in der Kolonie wenig gezüchtet.


Während etwas trockener Jahren wo die Ernten nicht so gut ausfallen, nimmt die Milchproduktion an Wichtigkeit zu, wenn aber die Ernten gut ausfallen, dann stellt die Landwirtschaft doch die Haupteinnahmequelle der Kolonie dar.


Die Wasserversorgung wird mit Brunnen gedeckt. Die Brunnen haben eine Tiefe von 60 bis 70 Metern und liefern viel und gutes Wasser. Der Wasserdruck treibt das Wasser bis zu 8 Meter unter die Oberfläche.


Während der ersten Ansiedlungsjahre wurden die Brunnen von Hand gebohrt und deshalb nicht so tief gemacht wie heute. Dadurch mussten die Siedler anfangs sich mit schlechten Wasser begnügen.


(Informationen von Johann Wall, Bilder Klaus H. Klaassen)

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