top of page

Hecken-Labyrinth: Spaß und Naturerlebnis für die ganze Familie


Laut Duden wird „Labyrinth“ folgendermaßen definiert: Anlage (als Teil eines Parks oder Gartens), deren verschlungene, zu einem Punkt in der Mitte der Anlage führende Wege von hohen Hecken gesäumt sind, sodass man sich darin verirren kann; ähnlich wie dem Irrgarten.




Als ich (Sylvia) noch ein Kind war, bin ich mit meinen Eltern sehr viel gereist. Egal in welches Land / Stadt wir gekommen sind, haben wir uns immer danach erkundigt, ob es dort nicht ein begehbares Labyrinth zu besuchen gäbe. Tatsächlich gibt es in Südamerika mehrere Labyrinthe. Aber in Paraguay nicht. Meine Mutter (Doris Klassen) hat damals immer gesagt, dass sie gerne zuhause, ein Labyrinth anlegen würde wollen.


Da wir in Asuncion wohnten, war es natürlich schon allein raumhalber nicht möglich. Mein Mann und ich haben 2011 im Chaco geheiratet, und sind auf eine Wirtschaft mit viel Platz gezogen. Da auch wir gemeinsam Labyrinthe besucht haben, und sie äußerst interessant und unterhaltsam gefunden haben, haben wir sehr bald die Idee meiner Mutter weiterentwickelt.


Es begann damit, dass wir mit Stift und Papier das Labyrinth gezeichnet haben. Dann haben wir uns Bücher zum Thema geliehen und uns informiert. Ich selbst wollte gerne eine Hecke wählen, die blüht, so dass das Labyrinth zumindest ein Mal jährlich in Farbe zu durchlaufen ist. Mein Mann sagte aber gleich, dass bei der Auswahl der Hecke nur solche in Frage kommen, die auch in größter Trockenheit kein Wasser brauchen. So entschieden wir uns dann für die „Pilcomayo“-Hecke.




Ohne zu Ahnen welch ein Arbeitsaufwand so ein Labyrinth sein würde, haben wir 2014 ein Labyrinth gezeichnet und mit Holzpfählen auf dem Grundstück markiert. Beim ersten Versuch, der aber scheiterte, hatten wir versucht die Hecken vor Ort aus Saat zu sähen. Daraufhin haben wir dann 2.000 Tüten besorgt und darin die einzelnen Pflanzen erst mal wachsen lassen. Am 28. Oktober 2015 haben wir die 2.000 „Pilcomayo“-Pflanzen in die Anlage gepflanzt. Diese haben wir 2 Jahre lang mit Tropfschlauch gießen müssen. Auch hatten wir sehr viel Arbeit mit Plagen fernhalten. Pflanzen ersetzen, düngen und Hecken beschneiden bleibt unsere Arbeit.                             



Seit Juli 2022 ist das Labyrinth zu jeder Zeit geöffnet. Am Eingang befindet sich eine Dose in die man das Eintrittsgeld (10.000gs pro Person) legt. Dann kann man durch das Labyrinth irren, um irgendwann das Ziel – den Balkon – zu erreichen.



Vom Balkon nach unten führt eine Rutsche. Wieder unten angekommen, kann man das Labyrinth durch einen direkten Ausgang verlassen oder aber man durchläuft es noch rückwärts (vom Ziel zum Eingang). Welches noch Mal eine ganz neue Herausforderung ist.


 

Im Laufe der Jahre haben wir viele Parallelen zwischen dem Leben mit Gott und einem Labyrinth entdeckt.


  • Freunde von uns kamen das Labyrinth besuchen. Wir standen oben auf dem Balkon und haben sie beobachtet. Ich konnte nicht mit ansehen, wie sie ständig falsch abgebogen sind, also bot ich meine Hilfe an. Doch sie wollten meine Hilfe nicht. Sie wollten es allein schaffen. Ich musste mir echt „auf die Zunge beißen“ während ich zusah, wie sie immer den faschen Weg nahmen, rückwärts gingen, und wieder falsch abbogen. Wie oft wohl Gott vom Himmel aus, auf uns schaut, und sich so denkt: „Ach, frag mich doch. Ich würde dir so gerne helfen.“ Sprüche 3:5+6 Verlass dich auf den HERRN von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand; sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen.

  • Im Labyrinth gibt es so einige tückische Momente. Wege, wo Leute umdrehen, weil sie sich sicher sind, dass es der falsche Weg ist. Sie meinen, dieses kann nicht der Weg zum Ziel sein. Trotzdem ist er es. Das sieht man von oben. So ist es wohl auch mit Gott. Er sieht uns von oben und hat den Überblick über unser ganzes Leben. Wir verstehen die einzelnen (schweren) Situationen nicht, aber Er hilft uns da durch und führt uns so zum Ziel.

  • Nachdem wir viele Besucher im Labyrinth gehabt haben, fangen die Wege an ausgetreten zu sein. Durchläuft man das Labyrinth und richtet sich bei der Wegwahl nach dem breitesten bzw. meist genutzten Weg, ist es der Falsche. Denn genau den Falschen Weg, der in einer Sackgasse endet, müssen ja die Leute 2-mal durchlaufen: einmal entlang, bis sie ans Ende kommen und wieder zurück. Tun, was alle anderen tun, ist nicht garantiert das Richtige.   




Zwei Zitate von Gernot Candolini:


Das Leben ist wie ein Labyrinth. Jeder Fehler ist Teil des Weges und ein unerlässlicher Lehrmeister.


Das Labyrinth stellt nicht die Frage: Gehst du falsch oder richtig? Das Labyrinth stellt die Frage: Gehst du?



Text und Bilder von Thomas und Sylvia Wiens

Kommentare


Mit dieser Internetseite möchten wir den internationalen Erfahrungsaustausch und die gegenseitige Unterstützung über Ländergrenzen hinweg fördern.

Wir laden alle Besucher herzlich ein, Feedback zu geben, Korrekturen vorzuschlagen oder eigene Beiträge einzureichen.

Bei Fragen, Kommentaren oder Anregungen können Sie uns gerne kontaktieren.


WhatsApp:
00598 98072033
Uruguay-98072033


info@mennoniten-weltweit.info

WhatsApp.webp
telegram-icon-6896828_640.png
Mennoniten: Arbeite und hoffe
bottom of page