El Ombú als Vorbild: Mennoniten und der neue Umgang mit Müll
- Redaktion

- vor 3 Tagen
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Während Uruguay zwischen Großstadtproblemen, ländlichen Deponien und fehlender Wiederverwertung um eine bessere Müllentsorgung ringt, zeigt ein Schulprojekt in der mennonitischen Kolonie El Ombú, dass selbst in abgelegenen Regionen praktische und hoffnungsvolle Ansätze zur Verbesserung möglich sind.
Uruguay arbeitet seit Jahren daran, seine Müllentsorgung zu modernisieren. Doch zwischen Anspruch und Wirklichkeit bestehen noch immer deutliche Unterschiede – vor allem zwischen den Großstädten und den ländlichen Regionen.
In Montevideo und anderen größeren Städten ist die Müllabfuhr grundsätzlich organisiert. Trotzdem bleiben überfüllte Container, wilde Müllablagerungen und Probleme bei der Wiederverwertung sichtbare Herausforderungen. Zwar gibt es Bemühungen, Recycling auszubauen und Abfälle besser zu trennen, doch im Alltag zeigt sich, dass die Entsorgung noch längst nicht überall reibungslos funktioniert.
Noch schwieriger ist die Lage in dünn besiedelten ländlichen Gebieten. Dort machen große Entfernungen und geringe Bevölkerungsdichte eine geordnete Müllentsorgung aufwendig und teuer. In vielen Regionen wird der Müll zwar inzwischen regelmäßiger eingesammelt, doch endet die Kette oft noch immer auf einfachen Deponien statt in modernen Recycling- oder Verwertungssystemen.

Auch in mennonitischen Kolonien ist die Müllentsorgung vielerorts noch nicht vollständig geordnet. In den vergangenen Jahren wurde sie jedoch mancherorts besser organisiert: Müllwagen fahren durch die Kolonien und sammeln den an den Straßen bereitgestellten Abfall ein, zudem stehen an Kooperativen Müllcontainer zur Verfügung. Das Grundproblem bleibt jedoch oft bestehen: Der Müll landet am Ende vielfach auf einfachen Deponien, ohne dass eine nennenswerte Wiederverwertung erfolgt.

Dabei handelt es sich häufig um ehemalige Gruben, in denen zuvor „Tosca“ abgebaut wurde, ein Material für den Straßenbau. Für benachbarte Landwirte entstehen dadurch spürbare Belastungen: Wind trägt Plastik und andere Abfälle auf die Felder, und zugleich sammeln sich bei solchen Ablagerungsplätzen vermehrt streunende Hunde.
Umso bemerkenswerter ist ein neues Projekt in der mennonitischen Kolonie El Ombú, das als Vorbild für andere ländliche Regionen gelten kann. Dort wurde in der Schule ein auf ein Jahr angelegtes Mülltrennungsprojekt gestartet. Ziel ist es, Abfälle nicht länger einfach nur zu sammeln und zuzudecken, sondern Wertstoffe gezielt zu trennen, damit sie recycelt und wiederverwertet werden können. Gesammelt werden Plastik, Glas und Metall.
Ein Koloniebewohner beschreibt den Wandel so: Eine Initiative aus der benachbarten Stadt Young habe den Anstoß gegeben, damit der Müll sortiert und das Wiederverwertbare tatsächlich erneut genutzt werden könne. Bisher sei alles nur gesammelt, auf einen Haufen geworfen und zugedeckt worden. Gerade deshalb kommt diesem Schulprojekt besondere Bedeutung zu. Es setzt nicht erst bei der Entsorgung an, sondern bei der Haltung der nächsten Generation. Kinder und Jugendliche lernen dort ganz praktisch, dass Müll nicht nur Abfall, sondern zum Teil auch ein wieder verwertbarer Rohstoff ist.

Das Projekt von El Ombú zeigt, dass Verbesserungen auch in abgelegeneren Regionen möglich sind, wenn Schule, Kolonie und Nachbarorte zusammenarbeiten. Es ist damit mehr als nur ein lokales Vorhaben: Es ist ein hoffnungsvolles Beispiel dafür, wie sich die Müllentsorgung in Uruguays ländlichen Räumen Schritt für Schritt verbessern lässt.
Quellen:
Armin Warkentin, Milchbauer in der Kolonie "El Ombú"
Ministerio de Ambiente / GUB.UY: Gesetz Ley Nº 19.829 zur integrierten Abfallwirtschaft in Uruguay.
Ministerio de Ambiente: Plan Nacional de Gestión de Residuos (PNGR) und offizieller Fortschrittsbericht 2022–2024.
Intendencia de Montevideo / INE: Offizielle Angaben zur Müllabfuhr, zur Abfallmenge in Montevideo und zu den Recycling- bzw. Sortieranlagen.
Ministerio de Ambiente / GUB.UY: Schließung der offenen Deponie in Ciudad del Plata als Beispiel für Verbesserungen im Landesinneren.
Portal de Young: Bericht zum Eco Punto in Colonia El Ombú und zur Einbindung der Schule in das Recyclingprojekt.
Zusätzliche lokale Angaben aus den mennonitischen Kolonien: deine eingefügten Hinweise zur Müllabfuhr, zu den ehemaligen Tosca-Gruben als Deponien sowie zu den Auswirkungen auf Felder und Nachbarschaft.




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