Ein Melkstand wird Missionslager
- Redaktion

- 22. Juli
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Auf dem Gosen-Hof der Familie Schäfer wurde über viele Jahre Ackerbau und Milchwirtschaft betrieben. Rund 35 Kühe mussten jeden Morgen und jeden Abend gemolken werden. Hinzu kamen das Füttern und Versorgen der Tiere, die Reinigung des Stalles und zahlreiche weitere Arbeiten. Eine Milchwirtschaft verlangt viel Zeit, Verlässlichkeit und täglichen Einsatz – unabhängig davon, ob Sonntag, Feiertag oder Erntezeit ist.

Für Rafael war die Arbeit auf dem elterlichen Hof ein vertrauter Teil seines Lebens. Gleichzeitig wuchs in ihm schon länger der Wunsch, sich stärker in der Missionsarbeit einzusetzen und Menschen mit der frohen Botschaft von Jesus Christus zu erreichen.
Zwischen Melkstand und Missionseinsatz
Zunächst half Rafael bei einzelnen Straßeneinsätzen der Gemeinde mit. Mit der Zeit übernahm er dort immer mehr Verantwortung in der Innenmissionarbeit und schließlich auch Leitungsaufgaben in diesem Bereich. Eine längere Zeit liefen beide Arbeitsbereiche parallel: die Arbeit auf dem Hof und die zunehmende Mitarbeit in der Mission.
Doch während Rafael im Stall die Kühe molk, beschäftigte ihn immer wieder ein dringender Gedanke: Während er hier seiner täglichen Arbeit nachging, lebten Menschen ohne Jesus Christus und gehen auf ewig verloren. Dieses Anliegen ließ ihn nicht mehr los. Ihm wurde bewusst, dass die Missionsarbeit nicht nur eine zusätzliche Aufgabe neben vielen anderen bleiben sollte.
Schließlich traf Rafael eine weitreichende Entscheidung. Er reduzierte, im Vertrauen auf Gott, die Arbeitszeiten im elterlichen Betrieb um mehr Zeit der Mission zu widmen. Daraufhin stellte sein Vater die Milchwirtschaft ein und die Kühe wurden nach und nach verkauft. Damit endete ein arbeitsintensiver Betriebszweig des Familienhofes. Zugleich wurde der Weg frei, damit Rafael sich über die Hälfte seiner Arbeitszeit der Missionsarbeit widmen konnte.
Neue Aufgabe für den leeren Melkstand
Durch die Aufgabe der Milchwirtschaft gewann Rafael mehr Zeit für Missionsarbeit. Er erwarb nach einiger Zeit einen eigenen Missionsanhänger und konnte somit noch mehr Einsätze privat und mit anderen Gemeinden durchführen.

Mit der wachsenden Arbeit stieg jedoch auch der Bedarf an Bibeln, Neuen Testamenten, Traktaten und weiterer christlicher Literatur. Für die benötigten Mengen musste eine geeignete Lagermöglichkeit geschaffen werden.

So entstand die Idee, dem inzwischen leer stehenden Melkstand eine völlig neue Bestimmung zu geben: Aus dem früheren Melkstand sollte ein Lager für Missionsliteratur werden.

Der Umbau war mit erheblicher Arbeit und größeren Kosten verbunden. Trotzdem begann Rafael im Vertrauen darauf, dass Gott die notwendigen Wege öffnen und für das Benötigte sorgen würde.
Dabei erlebte er ganz konkret Gottes Hilfe. Für den neuen Boden wurde eine größere Menge Ausgleichsmaterial benötigt. Ein Unternehmer stellte dieses Material kostenlos zur Verfügung und half damit, einen wichtigen Teil des Umbaus zu ermöglichen.

Nach und nach verwandelte sich der ehemalige Melkstand in ein zweckmäßiges Literaturlager. Wo früher die Kühe standen und zweimal täglich gemolken wurden, lagern heute Neue Testamente und andere Schriften, die bei Missionseinsätzen an Menschen weitergegeben werden.

Im Vertrauen bestellt
Mit dem fertigen Lager stellte sich die nächste Frage: Wie sollte es mit ausreichend Literatur gefüllt werden? Im Dezember 2025 wollte Rafael eine größere Bestellung mit ausländischer Missionsliteratur und Neuen Testamenten für seinen Anhänger aufgeben. Die Kosten beliefen sich auf rund 4.000 Euro.
Im Vertrauen auf Gott, gab Rafael die Bestellung auf. Kurze Zeit später meldete sich ein Spender und stellte 5.000 Euro zur Verfügung. Dadurch konnte die ursprüngliche Bestellung nicht nur bezahlt, sondern sogar noch erweitert werden.

Auch auf andere Weise wird das Literaturlager immer wieder gefüllt. Verlage, die ihre eigenen Lagerbestände verkleinern oder räumen müssen, stellen Rafael gelegentlich kostenlos christliche Schriften zur Verfügung und können so bei Missionseinsätzen weitergegeben werden.
Die letzte große Bestellung für den Anhänger umfasste 11.000 Neue Testamente. Auch diese sind durch Gottes Gnade bereits vollständig bezahlt. Nun können sie eingesetzt werden, um vielen Menschen das Wort Gottes weiterzugeben.
Ein Melkstand mit einer neuen Bestimmung
Die Geschichte des Melkstandes auf dem Gosen-Hof zeigt, wie Gott vorhandene Räume, Fähigkeiten und Möglichkeiten für sein Werk gebrauchen kann. Mit dem Verkauf der Milchkühe endete für Familie Schäfer ein Lebensabschnitt. Doch der leer gewordene Melkstand blieb nicht ungenutzt: Er wurde zu einem Ausgangspunkt für die Verbreitung des Evangeliums.

Wo früher die Arbeit mit den Kühen den Tagesablauf bestimmte, werden heute tausende Neue Testamente und andere christliche Schriften für Missionseinsätze vorbereitet und gelagert. Aus einem Melkstand wurde ein Missionslager – und aus einem persönlichen Anliegen entstand ein Dienst, durch den viele Menschen mit der Botschaft von Jesus Christus erreicht werden können.
Informationen aus persönlichem Kontakt mit Fam. Schäfer




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