Ein grünes Labyrinth im Mennonitendorf – und ganz Paraguay will hinein
- Redaktion

- 14. Dez. 2023
- 2 Min. Lesezeit

Schönwiese liegt unscheinbar im paraguayischen Chaco, nur wenige Kilometer von Filadelfia entfernt. Doch das kleine mennonitische Dorf ist in den letzten Jahren zu einem festen Punkt auf der Reiseroute vieler Besucher geworden. Der Grund ist ungewöhnlich: ein großes Hecken-Labyrinth, das als erstes und einziges „Laberinto Vegetal“ dieser Art in Paraguay beworben wird.
Von der Idee zum Irrgarten
Hinter dem Projekt steht ein Ehepaar aus der Region: Sylvia und Thomas Wiens. Die Idee entstand aus Kindheitserinnerungen an Labyrinthe in anderen Ländern. Im Chaco fanden sie schließlich den Platz, den es dafür braucht – und begannen, den Traum in Eigenarbeit umzusetzen.

Das Ergebnis ist beeindruckend: Das Labyrinth umfasst rund 4.000 Quadratmeter (in Berichten auch als etwa 40 Meter breit und 100 Meter lang beschrieben). Gepflanzt wurden über 2.000 Setzlinge. Als Hecke dient eine im Chaco verbreitete Pflanze namens „Pilcomayo“, die mit dem Klima zurechtkommt und weniger Wasser benötigt als viele Ziergehölze.
Ziel: der Aussichtspunkt
Wer den Eingang passiert, folgt einem dichten Netz aus Gängen, Sackgassen und Richtungswechseln. Das Ziel ist nicht nur „irgendwie wieder rauszukommen“. Im Zentrum wartet ein Aussichtspunkt/Mirador, von dem man das Muster der Wege erkennt – und zugleich den weiten Chaco überblickt. Gerade zum Sonnenuntergang gilt der Blick von oben als Höhepunkt.

Eine Attraktion für Familien und Reisegruppen
Reiseberichte beschreiben, dass viele Chaco-Touren den Stopp im Labyrinth früh einplanen – als Einstieg, bevor es weitergeht zu Orten wie historischen Forts aus dem Chacokrieg oder zur Laguna Capitán. Auch Tourguides führen regelmäßig Gruppen dorthin.
Öffnungszeiten, Eintritt – und ein Vertrauensprinzip
Offiziell wird das Labyrinth als täglich geöffnet genannt, etwa von 5:00 bis 22:00 Uhr. Der Eintritt liegt bei 10.000 Guaraníes pro Person. Das Besondere: Das Geld wird in eine Box am Eingang gelegt – ein einfaches System, das auf Vertrauen setzt. In einzelnen Berichten ist auch von „rund um die Uhr“ die Rede, praktisch aber ohne elektrische Beleuchtung.
Was Besucher wissen sollten
Der Chaco ist heiß, besonders im Sommer. Deshalb empfehlen Berichte die Morgenstunden oder den späten Nachmittag. Hilfreich sind bequeme Schuhe, Wasser und Kopfbedeckung.

Mehr als nur ein Ausflugsziel
Dass ausgerechnet ein kleines mennonitisches Dorf eine landesweit beachtete Freizeit-Attraktion hervorbringt, passt zum Ort: viel Eigenleistung, viel Geduld, viel Pflegearbeit über Jahre. Gleichzeitig öffnet das Projekt einen freundlichen Zugang zum Chaco – und macht sichtbar, wie sehr sich die Region touristisch entwickelt. Auch Paraguays Tourismusbehörde hat das Labyrinth in Empfehlungen für den Inlandstourismus aufgenommen.
Quellen
La Nación (Paraguay): Reportage über das „Laberinto Vegetal“ bei Filadelfia, Maße, Konzept, Besuchspraxis.
ABC Color (Paraguay): Früher Artikel zur Eröffnung als Ausflugsziel, Größe, Pflanzenart, Eintritt.
PARAGUAY TV / SENATUR-Hinweis: Offizielle Tourismusempfehlung mit Öffnungszeiten, Höhe, Fläche, Eintritt und Einwurf-Box.
Wochenblatt (Paraguay, deutschsprachig): Berichte über das Labyrinth als Chaco-Attraktion und Reiserouten-Tipp




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