Bestechungsverdacht im Umfeld des Millionenbetrugs an Mennoniten
Aktualisiert: vor 14 Minuten

Ein mutmaßlicher Bestechungsfall beschäftigt die paraguayische Justiz und steht in Verbindung mit dem Millionenbetrugsverfahren um die mennonitische Familie Friessen aus der Kolonie Río Verde.
Am 8. Oktober eröffnete der paraguayische Richterrat JEM zunächst ein Amtsverfahren gegen Richter Nelson Mercado. Hintergrund waren Nachrichten zwischen Mercado und der Anwältin Ilsa Marisela Paredes. Demnach soll der Richter 30.000 US-Dollar für eine für sie günstige Entscheidung über Anwaltshonorare verlangt haben. Eine weitere Nachricht soll auf eine bereits erfolgte Zahlung von 15.000 US-Dollar hindeuten.
Brisant ist, dass die Nachrichten auf dem Mobiltelefon von Paredes gefunden wurden, das im Zuge der Ermittlungen wegen eines mutmaßlichen Millionenbetrugs beschlagnahmt worden war.
In diesem Verfahren geht es um rund 1,6 Millionen US-Dollar, die Angehörige der mennonitischen Familie Friessen für etwa 8.000 Hektar Land im paraguayischen Chaco gezahlt haben sollen. Das versprochene Land erhielten sie nach Angaben der Ermittler jedoch nicht.

Am 15. Oktober hob der JEM sein Amtsverfahren gegen Mercado wieder auf. Als Grund wurden formale rechtliche Voraussetzungen genannt. Die Unterlagen wurden jedoch an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet, die den möglichen Bestechungsfall nun untersuchen soll.
Damit ist der Fall keineswegs abgeschlossen. Zu klären bleibt, ob tatsächlich Geld geflossen ist und ob dies mit einer gerichtlichen Entscheidung zusammenhing.
Für alle Beschuldigten gilt bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung die Unschuldsvermutung.
Quellen:
ABC Color, 8.10.2026: „JEM enjuicia y pide suspender a juez por presunto pedido de coima de US$ 30.000“ – zum Bestechungsverdacht gegen Richter Nelson Mercado. ABC
ABC Color, 15.10.2026: „JEM retrocede en decisión de enjuiciar a juez de Santa Rosa del Aguaray“ – zur späteren Aufhebung des Amtsverfahrens und Weitergabe an die Staatsanwaltschaft. ABC
Ministerio Público Paraguay, 19.12.2024: „Fiscal imputó y pidió prisión de sospechosos de red de estafa millonaria a colonos de San Pedro“ – zum mutmaßlichen Betrug über 1,6 Mio. US-Dollar und 8.000 Hektar Land. Ministerio Público
Ministerio Público Paraguay, 19.2.2025: Weitere Ermittlungen zum mutmaßlichen Betrug an der mennonitischen Familie aus Río Verde.





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