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Bolivien: Schwere Überschwemmungen in Santa Cruz



Heftige Regenfälle haben am 12. und 13. Dezember im Osten Boliviens eine verheerende Flutkatastrophe ausgelöst. Im besonders betroffenen Landkreis El Torno, rund 32 Kilometer von der Stadt Santa Cruz de la Sierra entfernt, riss das Wasser nach Behördenangaben mindestens 20 Menschen in den Tod. Mindestens zwei Dutzend Personen gelten weiterhin als vermisst; die Suche ist schwierig, weil ganze Uferbereiche überflutet und teils unzugänglich sind.



Auslöser der Katastrophe war nach übereinstimmenden Berichten das Hochwasser des Río Piraí, der nach extremen Niederschlägen über die Ufer trat. Besonders hart traf es die Distrikte 6 und 7 von El Torno. Nach Angaben der Kommunalverwaltung wurden viele Opfer zusammen mit ihren Häusern von den Fluten fortgerissen – ein Umstand, der die Bergung zusätzlich erschwert. Rund 600 Familien gelten allein in El Torno als unmittelbar betroffen.



Die Rettungskräfte kämpfen gegen zerstörte Infrastruktur und überflutete Zufahrtsstraßen. Nach Reuters-Informationen wurden mindestens 300 Menschen per Hubschrauber gerettet; in lokalen Berichten ist zudem von Hunderten medizinisch versorgten Betroffenen und Evakuierungen durch die Luftwaffe die Rede. Videoaufnahmen zeigten, wie eine Brücke unter der Wucht der Wassermassen nachgab – ein Symbol für die enorme Zerstörungskraft der Flut.



Auch die wirtschaftlichen Schäden sind erheblich. Der Gouverneur des Departements Santa Cruz bezifferte die Verluste in 11 betroffenen Gemeinden und sprach von immensen Kosten – allein die Zerstörung von Brücken in El Torno könne demnach rund 250 Millionen Bolivianos verschlingen. Um schneller Hilfe koordinieren und Mittel mobilisieren zu können, prüft die Regionalregierung die Ausrufung eines „departamentalen Katastrophenfalls“.



Meteorologen warnen unterdessen vor weiteren kritischen Tagen. Der nationale Wetter- und Hydrologiedienst meldete anhaltende Regenfälle; der staatliche Wetterdienst Senamhi gab eine orange Warnstufe wegen möglicher plötzlicher Pegelanstiege und Überschwemmungen in mehreren Flusseinzugsgebieten heraus – darunter auch der Piraí. Die Warnung gilt für sechs Departements (u. a. Santa Cruz, La Paz und Beni) und sollte bis 23. Dezember in Kraft bleiben.


Informationen aus den Zeitungen "infobase" und "efe" übersetzt und angepasst

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